Eine Gruppe von Preisträgern steht auf einer Bühne während der Preisverleihung des Holzbaupreis NRW 2026. Im Hintergrund ist eine große Projektionsfläche zu sehen, die den Gewinnerbau, eine Kultur- und Sporthalle in Alfter, zeigt.
Die Kultur- und Sporthalle Alfter gewann den Holzbaupreis NRW Preis in der Kategorie Neubau. (Quelle: PK-Media Consulting GmbH)

News 2026-10-09T12:01:16.203Z Holzbaupreis NRW 2026: Diese Projekte überzeugten die Jury

Der Holzbaupreis NRW 2026 ist vergeben: Aus 61 Einreichungen aus ganz Nordrhein-Westfalen wählte eine sechsköpfige Fachjury zwei Preisträger und zwei Anerkennungen aus. Die ausgezeichneten Arbeiten repräsentieren die gestalterische und technische Bandbreite des Bauens mit Holz in NRW – und stehen beispielhaft für architektonische Qualität, technische Innovationskraft und einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen. Der Preis wird vom Landesbeirat Holz Nordrhein-Westfalen gemeinsam mit der Architektenkammer NRW und weiteren Partnern im zweijährigen Turnus ausgelobt. Überreicht wurde er im Rahmen des Europäischen Holzbaukongresses im Kölner Gürzenich.

Die Bandbreite der Einreichungen reichte vom Einfamilienhaus über Kindertagesstätten, Sporthallen und Feuerwachen bis zu Bürogebäuden, Ingenieurbauwerken, Aufstockungen und seriellen Sanierungen im dicht bebauten Bestand. Bewertet wurden die Projekte von Fachleuten aus Architektur, Hochschullehre, Tragwerksplanung, Holzbau sowie Wald- und Holzwirtschaft.

Neubau: Kultur- und Sporthalle Alfter

Den Preis in der Kategorie Neubau erhält die Kultur- und Sporthalle Alfter vom Kölner Büro Königs Architekten. Das Gebäude verbindet Sport, Kultur und Begegnung auf drei Ebenen. Sein weit gespanntes Tragwerk aus Buchenholz, die öffentlich zugängliche Dachfläche und ein konsequent auf Rückbaubarkeit ausgerichtetes Materialkonzept überzeugten die Jury.

Über die Kultur- und Sporthalle Alfter hat die bmH bauen mit Holz in der Ausgabe 6.2025 ausführlich berichtet.

Eine Gruppe von Preisträgern steht auf einer Bühne während der Verleihung des Holzbaupreis NRW 2026. Im Hintergrund ist eine große Leinwand mit dem Logo des Preises und einem Bild eines Holzgebäudes zu sehen, während einige Personen Urkunden in den Händen halten.
Energiesprong SW49–53, Köln - Gewinner des Holzbaupreises NRW in der Kategorie Bauen im Bestand (Quelle: PK-Media Consulting GmbH)

Bauen im Bestand: Energiesprong SW49–53, Köln

In der Kategorie Bauen im Bestand wird das Projekt Energiesprong SW49–53 in Köln ausgezeichnet (Architektur LPH 1–6: Zeller Kölmel Architekten; LPH 6–9: team:tektura Kölmel Scheer Architekten, Köln). Die serielle Sanierung entwickelt die Identität eines Wohngebäudes aus den 1970er-Jahren weiter und verbindet vorgefertigte Holzelemente mit hoher architektonischer Qualität.

Zwei Anerkennungen

Mit Anerkennungen würdigte die Jury das Eingangs- und Ausstellungsgebäude des LWL-Museums Hellerlecht in Detmold sowie den Neubau der Gesamtschule Fitzmauricestraße in Köln.

Stimmen zur Preisverleihung

„Die ausgezeichneten Projekte belegen, dass hohe architektonische Qualität und nachhaltiges Bauen keine Gegensätze sind, sondern sich gegenseitig stärken“, so Dagmar Grote, Vorsitzende der Jury und Vizepräsidentin der Architektenkammer NRW. „Holz steht längst nicht mehr für Einschränkung, sondern für gestalterische Freiheit. Die Arbeiten zeigen, wie vielfältig sich anspruchsvolle Konzepte für Wohnungsbau, Bildungs- und Kulturbauten sowie gewerblich genutzte Gebäude realisieren lassen.“

Manuel Ueding, Vorstandsvorsitzender des Landesbeirats Holz NRW e. V., und Geschäftsführerin Tanja Hauptstock zeigten sich erfreut über die große Resonanz: „Mit über 60 Einreichungen haben wir beim Holzbaupreis NRW in diesem Jahr eine Rekordbeteiligung erreicht. Diese starke Resonanz zeigt eindrucksvoll, dass der Holzbau in Nordrhein-Westfalen in der Breite angekommen ist – mit hoher Qualität, großer Vielfalt und zukunftsweisenden Innovationen.“

Die ausgezeichneten Projekte im Überblick

Kultur- und Sporthalle Alfter – Gewinner Kategorie Neubau

Architektur: Königs Architekten PartGmbB, Köln
Bauherrschaft: Gemeinde Alfter
Tragwerksplanung:
Pirmin Jung Deutschland GmbH, Remagen
Ausführung: Holzbau Amann GmbH, Weilheim-Bannholz

Jurybegründung (Auszug):
Mit der Kultur- und Sporthalle hat die Gemeinde Alfter im Rahmen der Neugestaltung ihres Ortskerns einen neuen öffentlichen Treffpunkt erhalten. Das Nutzungskonzept staffelt das Haus über drei Ebenen: die abgesenkte Halle als Sport- und Veranstaltungsfläche, ebenerdig das Foyer mit Quartierscafé und Tribüne und darüber die frei zugängliche Dachebene mit Ballspielfeld und Calisthenics-Park. Durch die Absenkung ist das große Volumen so weit ins Gelände eingebettet, dass die Halle in der kleinteiligen Silhouette des Ortes nicht dominiert, sondern vermittelt. Die raumhoch verglaste Eingangsebene öffnet das Haus zum Vorplatz, die weit auskragenden Dachränder geben ihm Leichtigkeit und übernehmen zugleich Verschattung und Holzschutz. […] Eine öffentlich begehbare Sport- und Spielfläche auf einem Holztragwerk ist in Nordrhein-Westfalen ohne Vorbild.

Energiesprong SW49–53, Köln – Gewinner Kategorie Bauen im Bestand

Architektur LPH 1–6: Zeller Kölmel Architekten GmbH;
LPH 6–9: team:tektura Kölmel Scheer Architekten GmbH
Bauherrschaft: WGAV – Wohnungsgenossenschaft Am Vorgebirgspark eG, Köln
Tragwerksplanung: Pirmin Jung Deutschland GmbH, Remagen
Ausführung: Korona Holzbau GmbH, Bergisch Gladbach

Jurybegründung (Auszug):
Vorhandenes Weiterdenken – Identität schaffen. Ein Wohngebäude der 1970er-Jahre, funktional, klar gegliedert, mit einer prägnanten Rhythmik und für die Zeit charakteristischen Spaltklinkerfassade, ist Ausgangspunkt des Projektes. Mit der seriellen Sanierung verbunden war, so lautet der Entwurfsgedanke, die Zielsetzung, die vorhandene Identität weiterzudenken, dem Wohngebäude eine eigenständige Identität zu verleihen und es zu einem selbstbewussten, charaktervollen Baustein im städtebaulichen Kontext werden zu lassen. Das ist unter Verwendung des Baustoffes Holz in diesem Projekt auf vorbildliche Weise gelungen. […] Das Projekt zeigt, wie mit Anspruch an die Architektur und sorgfältiger Detailausbildung bei einer seriellen Sanierung eines Wohngebäudes Qualitäten erreicht werden können. […]

Eingangs- und Ausstellungsgebäude im LWL-Museum Hellerlecht, Detmold – Anerkennung

Architektur: ACMS Architekten GmbH, Wuppertal
Bauherrschaft: Landschaftsverband Westfalen-Lippe, Bau- und Liegenschaftsbetrieb, Münster
Tragwerksplanung: Kempen Krause Ingenieure GmbH, Aachen
Ausführung: Terhalle Holzbau GmbH, Ahaus

Neubau Gesamtschule Fitzmauricestraße, Köln – Anerkennung
Architektur: Molestina Architekten + Stadtplaner GmbH, Köln
Bauherrschaft: Gebäudewirtschaft der Stadt Köln
Tragwerksplanung: Assmann Beraten + Planen GmbH, Hamburg
Ausführung: Fritz Meyer GmbH, Altenkirchen

Die Dokumentation mit allen Einreichungen sowie weitere Informationen finden Sie in Kürze unter holzbaupreis-nrw.de .

zuletzt editiert am 09. Oktober 2026
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