BMH-Preistendenzen ❙ Durch die anhaltend gute Nachfrage auf dem Bausektor und die zumeist weiter steigenden Vorkosten wird der zwischenzeitlich allenfalls gebremste Preisanstieg nicht aufgehalten. Günther Zimmermann
Seit zwei Jahren sind erstmals wieder so etwas wie erkennbar nachgebende Preise auf dem deutschen Holzwerkstoffmarkt zu beobachten, aber wohl vor allem eine saisonale Delle; denn in den wichtigen Abnehmerbranchen sind keine konjunkturellen Ermüdungserscheinungen auszumachen. Die Holzwerkstoffhersteller haben im vergangenen Jahr wertmäßig etwa 8 Prozent mehr umgesetzt, eine Marge, die vornehmlich auf den um 8 bis 12 Prozent gestiegenen Verkaufspreisen beruhen dürfte. Mengenmäßig wird man alle Plattenarten zusammengenommen - gerade das Vorjahresniveau erreicht haben, zumal in letzter Zeit nicht unerhebliche Kapazitäten aus dem Markt genommen wurden. Maßgebend bleibt der sich aus der Zahl der Baugenehmigungen ergebende exorbitante Auftragsbestand von über 20 Prozent über dem Vorjahr für den Wohnungsbau. Gegen eine grundsätzliche Zurücknahme der Preise durch die Hersteller spricht auch die Tatsache, dass die Werke aufgrund der gestiegenen und teilweise immer noch steigenden Vorkosten nach wie vor gezwungen sind, in ihren Bemühungen um die Befestigung der Preise nicht nachzulassen. Das große Kopfzerbrechen der gesamten Holzwerkstoffindustrie konzentriert sich aufgrund der rasanten Entwicklung der europäischen Pelletproduktion auf die Rohstoffversorgung, und davon werden - längerfristig gesehen - auch die künftigen Preisängste der Holzplattenverwender bestimmt werden.
Spanplattenpreise unsicher
Aktuell liegen die Erzeugerpreise für die rohen oder geschliffenen Sortimente um 12 Prozent über dem Vorjahr, wobei die Preise seit dem Herbst von Monat zu Monat leicht nachgeben. Es wird von Herstellerseite nach wie vor sowohl von zunehmenden Auftragseingängen als auch von zu hohen Lagerbeständen und sogar Produktionseinschränkungen berichtet, was darauf schließen lassen könnte, dass die künftige Absatzlage - aus der Sicht der Hersteller - als so günstig eingeschätzt wird, dass der Preislevel mit einer Mengensteuerung gehalten werden kann. Man hofft zudem darauf, dass die zurzeit noch auf der Stelle tretende Möbelbranche, immerhin der Hauptabnehmer, und der immer noch weit unterdurchschnittliche Export sich wieder stärker in die Nachfrage einbringen. Für beide Hoffnungen gibt es derzeit keine direkten Anzeichen, aber es ist Vorsicht angesagt; denn wenn eine zunehmende Nachfrage aus der einen oder anderen oder vielleicht sogar aus beiden Richtungen spürbar würde, sind mehr oder weniger heftige Preisreaktionen nach oben nicht auszuschließen und sofort Vorratskäufe angezeigt. Vorher nicht.
Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in der BAUEN MIT HOLZ Ausgabe 02.2012.
