BMH-Preistendenzen ❙ Die glorreichen Holzwerkstoffzeiten in Europa gehen zu Ende, weil inzwischen überall auf der Erde Holzplatten produziert werden und die Hersteller froh sein müssen, wenn sie mit den derzeitigen Erlösen überleben können.

Das Bild der Holzwerkstoffbranche ist verwirrend und für den normalen Verbraucher kaum mehr begreiflich: 2012 war ein Jahr, in dem eine der großen Marken der Branche eine der größten Insolvenzen in Deutschland erlitt und andere Plattenkonzerne Gewinnsteigerungen um 50 Prozent erzielten. Insgesamt und europa- bis weltweit wird über „schlechte Zahlen“ geklagt. Auf der Interzum wiederholte Verbandspräsident Döry seine vorjährige Lagebeurteilung, dass sich die Holzwerkstoffproduzenten im „Überlebensmodus“ befänden. Dabei gibt es (siehe oben) durchaus Unterschiede, deutliche Unterschiede. Für die grundlegende Malaise wird vor allem die Schwäche der Bauindustrien in den meisten europäischen Ländern verantwortlich gemacht. Direkt verbunden damit ist der schwächelnde Möbelabsatz. Hinzu kommen anhaltend steigende Preise im Beschaffungsbereich. Alles in allem werden bei den meisten Holzwerkstoffarten die vorhandenen Produktionskapazitäten zu weniger als 80 Prozent ausgelastet. Vor diesem überwiegend kaum rosigen Hintergrund kann man eigentlich – marktpsychologisch jedenfalls – nicht damit rechnen, dass den Plattenherstellern nach satten Preissteigerungen der Sinn stünde, wenngleich sie aus betriebswirtschaftlichen Gründen dringend erforderlich wären. Wo bei den einzelnen Plattenarten ein Überangebot herrscht, wird der Preisdruck anhalten. Die großen Marken versuchen weiterhin, sich mit Neuheiten und Weiterentwicklungen einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen, mit dem dann – zumindest optisch – auch Gewinne eingefahren werden sollen.
Spanplattenpreise schwach
Die inländische Nachfrage wird als verhalten normal bezeichnet, was auf ein leichtes Überangebot mit Lagerbeständen hindeutet. Für die Sorte roh/geschliffen lag der Erzeugerpreis im Sommer knapp
10 Prozent unter Vorjahr mit ununterbrochenem Negativtrend. Für den Herbst wird mit einem erkennbaren Nachfrageschub gerechnet, von dem sich die Hersteller auch die dringend erwartete Umkehr in der Preisentwicklung erhoffen. Die Marktlage wird allenfalls marginale Anhebungen zulassen, die vermutlich auch nur vorübergehend und regional auftreten.
Günther Zimmermann
Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in Ausgabe BAUEN MIT HOLZ 10.2013.