BMH-Preistendenzen ❙ Die eher verhaltene Nachfrage lässt auf den Märkten keine den Kostensteigerungen entsprechenden Preisaufschläge zu. Günther Zimmermann
Wenn man die Kostensituation und -entwicklung der deutschen Holzwerkstoffindustrie ansieht, müssten die Erzeugerpreise für die Fertigprodukte steigen, und zwar kräftig. Der Herstellerverband hat kürzlich in einer Art öffentlichem Notschrei auf die kolossalen Belastungen hingewiesen, die den Werken innerhalb eines Jahres durch Kostensteigerungen um 30 bis 80 Prozent beim Rohstoff Holz, bei chemischen Rohstoffen und Energie auferlegt wurden. Dagegen "krebsen" die Plattenpreise im Jargon der Händler "auf der alten Talsohle daher". Was sich in der "schönen großen, deutschen Holzwerkstoffindustrie" in den letzten Jahren abgespielt hat, böte Stoff für eine große griechische Tragödie bieten, hat aber andererseits auch dazu beigetragen, dass den Verbrauchern über Jahre hinweg relativ preiswerte Holzwerkstoffe zur Verfügung standen. Daran vermochten auch die gewieften Marktspezialisten aus der Alpenrepublik nichts zu ändern. Es gibt zu viel Produktion; es gibt zu wenig Verbrauch; es gibt zu wenig Export, und es gibt zu wenig Verstand, um das Ganze in eine Art Gleichgewicht zu bringen. Die Bauwirtschaft und vor allem der Holzbau müssen sich darüber nicht grämen. Doch der Hilferuf der Plattenhersteller lässt quasi keine andere Lösung zu, als höhere Verkaufspreise zu akzeptieren, wenn man auf den Baustoff Holzplatte nicht ganz verzichten will oder kann. Die Frage, ob die akuten Klagen der Möbelindustrie über die nachlassende Qualität der Holzwerkstoffe mit Kostenproblemen der Herstellerwerke zusammenhängen, kann im Moment noch nicht beantwortet werden.
Spanplattenpreise wieder fester
Die Preise lagen zuletzt für die rohe/geschliffene Inlandsware knapp 4 Prozent unter, für die HPL-beschichteten Sortimente knapp 4 Prozent über dem Vorjahr. Nach den relativ hohen Sommerpreisen des Vorjahres ging’s bergab, aber seit einiger Zeit sind leichte Festigungstendenzen nicht zu übersehen.
Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in der BAUEN MIT HOLZ Ausgabe 09.2012.
