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Ein Rendering des Entwurfs der Hängebrücke über den Rhein in Stahl-Holzbauweise. Visualisierung: Render-Manufaktur

News 2015-03-27T00:00:00Z Ingenieurbüro Miebach gewinnt Projektwettbewerb Rheinsteg

Die Gemeinden Rheinfelden Aargau (CH) und Rheinfelden Baden (DE) haben im Rahmen eines Ingenieurwettbewerbs zur Planung einer neuen Fuß- und Radfahrerbrücke über den Rhein aufgerufen. Der Entwurf einer filigranen, aber zugleich prägnanten Hängebrücke in Stahl-Holzbauweise des Ingenieurbüros Miebach gefiel der Jury am besten. Überzeugt hat neben den technischen Details, dass sich das Bauwerk gut in die Landschaft einpasst.

Das eine Rheinfelden liegt im Schweizer Kanton Aargau, das andere im deutschen Baden. Zwischen beiden Gemeinden fließt der Rhein. Im Zuge des Rückbaus eines alten Wasserkraftwerks wurde vor etwa drei Jahren auch eine alte Eisenbrücke abgerissen. Für Fußgänger und Radfahrer ging damit eine wichtige Verbindung zwischen den Schwesterstädten verloren. Die beiden Gemeinden planen daher, eine neue Brücke zu bauen. In einem ersten Schritt haben sie im vergangenen Jahr einen Projektwettbewerb ausgelobt.

Über 50 Bewerbungen für die Planung gingen von Büros aus unterschiedlichen Ländern ein. Acht Büros wurden zur Entwurfsbearbeitung vorausgewählt. Mitte März wurden die Gewinner der mit insgesamt 110.000 Schweizer Franken dotierten ersten drei Preisen prämiert. Die Planungen des auf Holzbrückenbau spezialisierten Ingenieurbüros Miebach haben die Jury am meisten überzeugt.

Für den Wettbewerb hatte der Lohmarer Ingenieur die Berliner Landschaftsarchitektin Inga Hahn sowie den Berliner Architekten Joachim Swillus zusätzlich in sein Team geholt. Das Ergebnis der gemeinsamen Planungen ist eine filigrane, circa 213 m lange und 4,50 m breite Hängebrücke mit blockverleimten Brettschichtholzträgern als Fahrbahnträger. Markant wirkt der Entwurf durch seine außergewöhnlichen etwa 30 Meter hohen Stahlpylone. Sie sind zum Rhein hin geknickt und sehen aus wie ein umgedrehtes „Y“. „Durch das Hineinragen über den Rhein wird das Ufer kaum gestört und die Länge der Hauptseile kann reduziert werden“, erklärt Miebach die konstruktiven Vorzüge dieser Formgebung. Zusätzlicher Vorteil sei, dass die Pylonkonstruktion keine Unterstützung im Rhein benötigt.

Die Brückensymmetrie soll die besondere Verbundenheit der beiden Gemeinden zum Ausdruck bringen. Miebach: „Eine symmetrische Konstruktion eingebettet in ein asymmetrisches Flussprofil berücksichtigt die länderübergreifende Gleichberechtigung der Schwesterstädte Rheinfelden.“ Insgesamt zeichnet sich der Entwurf außerdem durch einen geringen Materialeinsatz aus.

Pluspunkte für das Material Holz

Die Ausbildung des Überbaus in Holzbauweise wurde vom Preisgericht besonders hervorgehoben. Sie greife zurück auf die Holzbrückentradition beider Länder, sei nachhaltig und innovativ. „Holz eignet sich aufgrund seiner positiven Eigenschaften besonders für dieses Brückenbauwerk“, sagt Miebach. Das gute Verhältnis von Eigengewicht und Tragfähigkeit macht das Material sehr wirtschaftlich. Um eine hohe Lebensdauer zu gewährleisten, ist das Tragwerk oberseitig mit einem Belag aus sandgestrahlten Granitplatten wasserdicht abgedeckt und zusätzlich seitlich verkleidet. Der geschlossene Natursteinbelag wirkt wie ein Dach für das Tragwerk und schützt vor direkter Bewitterung. „Bei einer Realisierung dieser Brücke würden circa 550 Tonnen CO2 dauerhaft gebunden“, betont der Ingenieur die ökologischen Vorteile des Konzepts.

„Es handelt sich zusammenfassend um einen prägnanten und eleganten, sich aber gleichzeitig gut in die Landschaft einpassenden Beitrag“, resümierte die Wettbewerbsjury. Die beiden Gemeinden müssen nun entscheiden, ob und wie das Projekt final realisiert wird.

zuletzt editiert am 04. August 2021
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