Für ihre Schalungskonstruktionen ist die Züblin Timber GmbH mit dem Förderpreis „Innovationen aus der Praxis“ des Verbandes der Baubranche, Umwelt- und Maschinentechnik e. V. ausgezeichnet worden. Zum Einsatz kommen die prämierten Schalungskonstruktionen in mehreren Projekten, das prominenteste Beispiel ist derzeit der Bau der Kelchstützen in der unterirdischen Bahnsteighalle des Stuttgarter Tiefbahnhofs.
Eine bautechnische Herausforderung sind die 28 Kelchstützen nicht allein wegen ihrer grundsätzlich komplexen Geometrie, jeder Dachkelch für sich ist zudem ein Unikat, mit individueller Neigung, Form und Höhe (8,5 – 13 m). Die notwendigen Produktionsprozesse zur Herstellung der Kelchstützen hat Züblin größtenteils komplett neu entwickelt. Das Unternemhen ist dabei mit ihrem Know-how im Holzingenieurbau für die formgebende Schalungskonstruktion verantwortlich.

Im Werk Aichach fräst Züblin Timber dazu rund 500 dreidimensionale Einzelteile mit CNC-Robotern in höchster Präzision aus Nadelholzblöcken. Die Werkzeugpfade werden dabei über eine parametrische Schnittstelle direkt aus dem Modell abgeleitet.

Den Soll-Ist-Vergleich zur Qualitätssicherung ermöglichen ein 3D-Laserscanner und eine integrierte BIM.5D-Umgebung mit geschlossenem Datenworkflow. Zur Erfüllung der architektonischen Vorgabe einer poren- und fugenfreien Oberfläche in Sichtbetonqualität SB4 werden die gefrästen Schalungsteile abschließend in einer eigens für das Projekt angeschafften Lackierstraße mit einer speziell entwickelten Mischung aus Harzen beschichtet. Die fertigen Teile finden auf der Baustelle mehrfach in variierenden Kombinationen Verwendung; Ergänzungsteile für Kelchfuß und Ränder tragen der wechselnden Geometrie der Stützen Rechnung. Im Anschluss werden die Kelchstützen bewehrt und betoniert.
