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News 2011-02-03T00:00:00Z IV/2009: Positiver Jahresabschluss

Nach starkem Einbruch Ende 2008 erholte sich die Wirtschaft im Jahre 2009 auf niedrigem Niveau. Die Zahlen des Barometers bestätigen für das Zimmererhandwerk eine ähnliche Entwicklung.

Die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise hatte die konjunkturelle Entwicklung im Winterhalbjahr 2008/2009 stark nach unten gezogen. Erfreulicherweise stabilisierte sich die Entwicklung auf dem neuen, niedrigeren Niveau schneller als erwartet. Dies zeigt sich auch in den Ergebnissen des BMH-Konjunkturbarometers. Die Ertragslage steigerte sich vom ersten Quartal kontinuierlich. Ausgehend von ausreichend (Schulnote 3,75) im ersten Quartal, erreichte sie eine gute zwei (Schulnote 2,25) im vierten Quartal. Ebenfalls positiv entwickelte sich die Maschinen- und Personalauslastung. Von mageren 49 Prozent Anfang des Jahres steigerte sich der Auslastungsgrad der Maschinenkapazität um 65 Prozent im vierten Quartal. Die Maschinen wurden damit um 8 Prozent besser ausgenutzt als im Vergleichsmonat des Vorjahrs. Die Auslastung des Personals stieg stetig von 67 Prozent im ersten Quartal auf 89 Prozent im vierten Quartal. Damit erreichte sie ein 10 Prozent höheres Niveau als 2008. Die Holzbauer schließen das Jahr der Wirtschaftskrise positiv ab.

Wohnbau schwach

Anhand der aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes bis Oktober 2009 lässt sich ein erstes differenziertes Bild für 2009 aufzeigen. Die umsatzschwächste Sparte bleibt 2009 der Wohnungsbau. Er erreichte bis Oktober nur 20 Milliarden Euro und damit rund 1,3 Milliarden Euro weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Baugenehmigungen stiegen zwar im Vergleich zum Vorjahresquartal erfreulicherweise um 3,4 Prozent. Jedoch sanken die Auftragseingänge um 1,6 Prozent. Die Leistung im Wohnungsbau bedeutet einen Tiefstand wie zuletzt im umsatzschwächsten Jahr 2005. "Auf das gesamte Jahr bezogen erwarten wir hier ein Minus von 4,7 Prozent", so Dr.-Ing. Hans-Hartwig Loewenstein, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Baugewerbes (ZDB).

Auch der Wirtschaftsbau schrumpfte 2009 und liegt fast auf dem Niveau von 2007. Nach einem starken Jahr 2008 mit einer kräftigen Umsatzsteigerung von 10 Prozent brach der Wirtschaftsbaum zur Jahreswende 2008/2009 um fast 30 Prozent ein. Trotz einer leichten Erholung seit dem dritten Quartal erwartet der ZDB einen Umsatzrückgang von 9 Prozent. Die Auftragseingänge sanken um 15 Prozent. Die Baugenehmigungen für den Wirtschaftshochbau, der zwei Drittel des Wirtschaftsbaus ausmacht, liegen rund 20 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Positive Entwicklung im öffentlichem Bau

Tendenziell zeichnet sich im öffentlichen Bau seit März 2009 eine positive Entwicklung ab. Nach den Einbrüchen um 20 Prozent in den Wintermonaten wurden im Frühjahr die Vorjahreswerte erreicht. Seit den Sommermonaten verläuft die Umsatzsteigerung mit wachsendem Tempo, von gut 2 Prozent im zweiten Quartal auf 9 Prozent im dritten Quartal. Der öffentliche Hochbau steigerte den Umsatz per Oktober um 7 Prozent. Die Baugenehmigungen stiegen im Vergleich zum Vorjahresmonat im Oktober sogar um 50 Prozent. Die Auftragseingänge für den öffentlichen Hochbau sanken zwar im 3 Prozent. Eine Steigerung wird aber für die nächsten Monate erwartet. Diese erfreuliche Entwicklung kann vor allem auf das Konjunkturprogramm II zurückgeführt werden.

Zusammengefasst bedeutet dies: Der Wohnungsbau zeigt keine Belebung, sondern folgt dem seit Jahren zu beobachtenden Absinken der Auftragsbestände. Der Wirtschaftsbau erleidet einen massiven Einbruch und hält sich auf niedrigem Niveau. Einzig der, durch die Konjunkturprogramme geförderte öffentliche Bau gewinnt und stützt damit die Baukonjunktur.

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2010 mit neuen Herausforderungen

Die Rezession ist vorbei. Die Folgen der globalen Rezession machen Deutschland nach wie vor schwer zu schaffen. Nach dem stärksten konjunkturellen Einbruch der Nachkriegszeit erwarten Volkswirte für 2010 ein Wachstum zwischen 1,6 Prozent und 2,3 Prozent. Für diesen Zuwachs dürfte hauptsächlich der Konjunkturschwung aus dem Vorjahr verantwortlich sein, der sich primär aus geld- und fiskalpolitischen Impulsen Stichwort Konjunkturpakete sowie niedrigen Rohstoffpreisen speiste.

Trotz dieses leichten Wirtschaftswachstums bleibt die Lage für Handwerker schwierig. Ein Großteil der Unternehmen rechnet mit einer eher schleppenden konjunkturellen Erholung. Im Holzbau dominieren diejenigen Firmen, die ein rückläufiges Geschäft erwarten. Der überwiegende Teil, nämlich 57 Prozent im dritten Quartal waren es 34 Prozent , erwartet für Anfang 2010 weniger Umsatz. Mit gleichbleibendem Umsatz rechnen nur noch 38 Pozent. Der Anteil derjenigen, die eine Umsatzsteigerung erwarten, ist von 18 Prozent im dritten Quartal auf nur 5 Prozent gerutscht. Der Süden Deutschlands liegt mit einem Anteil von 3 Prozent sogar noch unterhalb dieser pessimistischen Marke. Gründe für diese negative Einschätzung können neben dem geringen Aufschwung der Weltwirtschaft und sich anbahnende Steuer- und Abgabenerhöhungen auch mögliche Kreditengpässe sein.

Die detaillierten Ergebnisse der BAUEN MIT HOLZ-Konjunkturumfrage finden Sie unten.

Die Banken zögern besonders bei der Kreditvergabe an das Baugewerbe. Die Kredithürde für das Baugewerbe hat sich von Oktober (47,1 Prozent) bis Dezember (50,6 Prozent) besonders stark erhöht, sodass erstmals seit drei Jahren über die Hälfte der befragten Baufirmen die Kreditvergabepolitik der Banken als zurückhaltend bewertete. Damit liegt die Kredithürde der Bauwirtschaft zusammen mit den großen Betrieben des verarbeitenden Gewerbes oberhalb der Kredithürde für die gewerbliche Wirtschaft bestehend aus Bauhauptgewerbe, verarbeitendem Gewerbe und Handel. Diese stieg ebenfalls von 41,7 Prozent im Oktober auf 44,3 Prozent im Dezember.

Der schwierigen Lage entsprechend planen 61 Prozent der Betriebe keine Investitionen, 30 Prozent Ersatzinvestitionen und nur 9 Prozent eine Erweiterungsinvestition. Besonders dringend werden neue Werkzeuge benötigt, gefolgt von Maschinen und Fuhrpark.

Konjunkturpakete wirken auch 2010

Das Institut für Wirtschaftsforschung, München und der ZDB rechnen damit, dass bei den öffentlichen Bauinvestitionen die Konjunkturpakete auch weiterhin wirken. Im öffentlichen Bau wird der Großteil der Konjunkturpakete umsatzwirksam, so dass mit einem deutlichen Zuwachs zu rechnen ist. Jedoch werde der Gewerbebau deutlich ins Minus sinken. Für den Wohnungsbau besteht Hoffnung auf eine Stabilisierung auf Vorjahresniveau. Die Impulse aus den beiden Konjunkturprogrammen des Bundes werden jedoch auch 2010 nicht ausreichen, um die Einbußen auszugleichen.

Trotz der Belebung wird 2010, besonders das erste Halbjahr, das kritische Jahr der Krisenbewältigung. Der ZDB erwartet für 2010 für die Umsatzentwicklung im Bauhauptgewerbe mindestens eine schwarze Null, sogar ein geringes Wachstum ist denkbar.

Das komplette BAUEN MIT HOLZ Konjunkturbarometer lesen Sie in » BAUEN MIT HOLZ 2.2010

Laura Westerhoff

Dipl.-Volksw. Laura Westerhoff ist Redakteurin der Zeitschrift BAUEN MIT HOLZ.

zuletzt editiert am 04. August 2021
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