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Erst die Analyse und dann handeln. Bild: Pixelio

News 2011-01-27T00:00:00Z Kostenreduktion: "Wie" ist wichtiger als "Wie viel"

Sparen an der falschen Stelle oder mit den falschen Maßnahmen kann unterm Strich teuer werden. Der häufigste Fehler ist, dass ein willkürlich festgelegter Einsparbetrag die Marschrichtung vorgibt.

Wer im kommenden Geschäftsjahr 100.000 Euro weniger Kosten produzieren will, sucht sich natürlich die Unternehmensbereiche heraus, die in der Gewinn- und Verlustrechnung unter ‚Aufwendungen‘ ganz oben stehen. Das sind in erster Linie die Personalkosten oder die Ausgaben für den Wareneinkauf. Da Gehaltskürzungen in der Regel schwer durchsetzbar sind, wird beschlossen, beim Wareneinkauf mal eben 50.000 Euro einzusparen. Was üblicherweise zu minderwertigen Produkten, einer kleineren Angebotspalette und damit zu unzufriedenen Kunden und geringerem Gewinn führt. Besser ist es , eine Lieferantenanalyse durchzuführen und gegebenenfalls die Anzahl der Lieferanten zu verkleinern, um dann mit den umsatzstärksten Lieferanten über neue Rabatte zu verhandeln. Es ist auch vorstellbar, dass Produkte mit sehr geringen Margen ganz gestrichen werden. Jedoch bedarf es auch hier einer genauen Analyse, um nichts falsch zu machen. Die Maxime muss lauten: Wie kann ich meine Kosten senken, ohne die Qualität zu gefährden. Nicht, wie viel will ich einsparen.

Viel und gerne streichen Unternehmenslenker auch beim Kostenfaktor Marketing. Da wird das Werbebudget kurzerhand auf die Hälfte reduziert, mit dem Ergebnis, das die Marktkommunikation erheblich leidet und das Unternehmen aus der bisherigen Kundenwahrnehmung verschwindet. Auch in diesem Fall ist es besser, sich auf die Schlüsselmedien zu konzentrieren und sich dort nach speziellen Arrangements zu erkundigen. Erst analysieren und sich über die Konsequenzen klar werden, dann den Rotstift ansetzen.

Als prägnantes Beispiel für wegweisendes Kostenmanagement seien Videokonferenzen genannt. Ein Beratungskunden zahlte Jahr für Jahr eine fünfstellige Summe für die Fahrten seiner Niederlassungsleiter in die Zentrale. Wir haben ihm nach Rücksprache mit den Niederlassungsleitern ein Internet-Videokonferenzsystem empfohlen. Das kostet nur einen winzigen Bruchteil dessen, was bisher in Flug- und Bahntickets investiert wurde. Und die Zusammenkünfte verlaufen jetzt schneller und effizienter.

Dr. Sebastian Dominic von Buch

Dr. Sebastian Dominic von Buch ist bei der Unternehmensberatung Becker von Buch. Sie ist auf kleinere und mittelständische Unternehmen spezialisiert. Seit der Gründung durch den geschäftsführenden Gesellschafter Johannes Ullrich Becker von Buch 1991 hat sich das Unternehmen von vier auf derzeit über 290 Mitarbeiter und Partner erweitert. Die Unternehmensberatung hat ihren Hauptsitz in Hannover, Deutschland, und hat 100-prozentige Tochtergesellschaften in Innsbruck, Österreich und Zürich, Schweiz. Zusätzlich ist sie in mehreren deutschen und europäischen Großstädten mit Repräsentanz-Büros vertreten. Weitere Informationen unter kontakt@beckervonbuch.de

zuletzt editiert am 04. August 2021
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