Krankenhaus: Holzmassivbau in Graz

Technik 2020-08-06T00:00:00Z Krankenhaus: Holzmassivbau in Graz

In Kürze geht das zweite Krankenhaus in Holzbauweise auf dem Gelände des LKH Graz-Süd-West in Betrieb. Nach einer Bauzeit von gerade einmal zehn Monaten wird das Projekt im August 2020 an die Patienten und Mitarbeiter übergeben.

Auf einer Bruttogeschoßfläche von 1.886 m2 befinden sich 18 Patientenzimmer mit je zwei Betten sowie drei Tagräume, welche eine Bildung von drei „Wohngruppen“ ermöglichen. Im Rahmen des Gesamtkonzeptes punktet der Bau- und Werkstoff Holz mit Vielseitigkeit: Die Wände wurden aus Brettsperrholz errichtet – auch bei Böden, Decken, Türen und Fenstern sorgt Holz bei Patienten, Besuchern und Mitarbeitern für ein gesundes und angenehmes Raumklima.

Holz als „Co-Therapeut“

Dass Holz die typische Krankenhausatmosphäre vermeidet, bringt ganz besonders bei Patienten in psychiatrischer Behandlung einen therapeutischen Mehrwert, wie Oberarzt Dr. Michael Schneider bestätigt: „ Holz ist lebendig und diese Lebendigkeit spiegelt sich auch in unseren Patienten wider. Denn Holz schafft Kreativität, Struktur, Sicherheit und Wohlbefinden – und das brauchen Menschen, um Krisen zu bewältigen.“ Vom „total innovativen Gefühl, in Holz zu arbeiten“ schwärmt Stationsleiterin Sabrina Bittelmayer. Auch sie berichtet von überaus positiven Erfahrungen im Umgang mit den Patienten, die ihrer Meinung nach im Holzbau „wie ausgewechselt“ und geerdet sind. Nicht umsonst zeigen Studien, dass Holz nachweislich die Pulsfrequenz und damit auch Stress reduziert.

Krankenhaus: Holzmassivbau in Graz

Gebauter Klimaschutz

Das neue Holzkrankenhaus trägt über die Landesgrenzen hinaus zu einem guten und gesunden Klima bei: Denn Holz gibt bei der „Produktion im Wald“ im Rahmen der Fotosynthese nur ein einziges Gas ab – und das ist der für uns Menschen und Tiere lebenswichtige Sauerstoff. Der Kohlenstoff bleibt so lange im Holz gespeichert, bis es verbrennt oder verrottet. Somit konnten bereits beim ersten Holzkrankenhaus der KAGes über 1.000 Tonnen Kohlenstoffdioxid (CO2) langfristig verhindert werden – beim zweiten Krankenhaus wird dieser Wert weit übertroffen.

Das Besondere daran: Das beim aktuellen Bau eingesetzte Holzvolumen von 725 m3 wächst in steirischen Wäldern in nur 37 Minuten wieder nach. „Als ökologisch verantwortungsvoller steirischer Leitbetrieb richten wir in unserer Unternehmenspolitik stetig den Fokus auf klimafreundliches Handeln. Mit diesem Vorzeigeprojekt setzen wir diesen Weg fort – es ist sicher nicht der letzte Holzbau,“ ist KAGes Vorstand Univ. Prof. Dr. KH. Tscheliessnigg überzeugt.2/3

Schneller Bau ohne Beeinträchtigung – Holz verhindert Vandalismus

Durch die Anlieferung des Gebäudes in vorgefertigten Modulen, wurde der laufende Krankenhausbetrieb kaum durch Baulärm oder Staub beeinträchtigt. „ Die Bauzeit betrug gerade einmal zehn Monate – die Montage der vorgefertigten Holzelemente vor Ort war in 14 Tagen fertig“, so Architekt DI Simon Speigner und er zeigt einen weiteren positiven Effekt der Holzbauweise auf: „Was beim ersten Holzkrankenhaus alle überrascht hat ist die Tatsache, dass Holzwände deutlich weniger von Vandalen beschädigt oder beschmiert werden als verputzte Flächen. Daher haben wir b eim aktuellen Vorzeigebau einen besonderen Fokus auf sichtbare Holzoberflächen im Innenbereich gelegt.“

zuletzt editiert am 04. August 2021
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