Zeluba
Foto: Jörg Hempel

Technik

20. July 2021 | Teilen auf:

Leichtbau: Neues Labor für TU Braunschweig

Das Fraunhofer WKI erweitert seine Forschungskapazitäten: Auf dem Campus der TU Braunschweig entstand das „Zentrum für leichte und umweltgerechte Bauten Zeluba“ – in unmittelbarer Nachbarschaft von Bauinstituten der Universität. Das Zeluba umfasst auf einer Nutzfläche von 1.700 Quadratmetern 39 Arbeitsplätze, Labore mit einer hohen Schwingungsempfindlichkeit, einen Seminarraum und eine Prüffeldhalle mit einem europaweit einzigartigen Erdbebenprüfstand.

Im Juni 2021 beziehen die Forschenden den Neubau und werden dort nachhaltige Leichtbaulösungen für die Bauindustrie entwickeln – in einem zukunftsweisenden Gebäude. Insbesondere Holz wird als konstruktiver, nachhaltiger Baustoff genutzt. Die Halle und der Büro-Laborriegel werden über einen eingeschossigen Baukörper erschlossen. Dieser verbindende Baukörper ist als Stahlbetonkonstruktion gleichzeitig begehbare Brandwand, Eingangsfoyer und Seminarraum. Er trennt, verteilt und verbindet – und ist darüber hinaus das kommunikative Zentrum. Zur Straße hin bietet die weitgehend offene Hallenfront einen Einblick in die Forschungsarbeit. Im Einvernehmen mit dem Auftraggeber und dem Nutzer wurden hybride Holzkonstruktionen umgesetzt. Statische und bauphysikalische Vorteile von Holz, Stahlelementen und Betonfertigteilen wurden kombiniert. So entstanden funktional, konstruktiv und wirtschaftlich optimierte Konstruktionen für die unterschiedlichen Anforderungen.

Foto: Jörg Hempel

An der Außenfassade wurde vorvergraute, europäische Lärche verbaut. Für die Fassade der Halle wurden 27,2 Kubikmeter Holz benötigt, für den Büro- und Laborriegel 25,9 Kubikmeter. Die Lasur wird sich im Laufe der Zeit abwaschen und durch eine natürliche Vergrauung ersetzt werden. Die vorgefertigten Fassadenelemente mit zwei unterschiedlichen Lattenanordnungen wurden geschosshoch schachbrettartig versetzt durch Verschraubung angebracht.

Beim Büro- und Laborriegel ergibt sich durch eine geschossweise Überkragung ein konstruktiver Holzschutz. Die Unterkonstruktion besteht aus einer hinterlüfteten, geschwärzten Lattung, die Windsperrebene aus einer winddichten und diffusionsoffenen Folie. Für die Dämmung kam Mineralfaser zum Einsatz, kreuzweise gestoßen nach bauphysikalischen Erfordernissen. Die massive Holzwand wurde bei der bauphysikalischen Betrachtung ebenfalls mitberücksichtigt.

Foto: Jörg Hempel

Gebäude spiegelt Prinzipien einer leichten und umweltgerechten Bauweise

Das Gebäude selbst spiegelt damit die Prinzipien einer leichten und umweltgerechten Bauweise wider. So werden nachwachsende Rohstoffe genutzt, die Vorteile haben in Bezug auf den Kohlendioxid Ausstoß, das Gewicht und die Transportenergie. In Arbeitsgemeinschaft planten und realisierten DGI Bauwerk und schneider+schumacher einen Neubau, der aus drei Baukörpern besteht. Leicht versetzt zueinander angeordnet, bilden sie einen großzügigen Vorplatz.

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