Ein modernes Bürogebäude mit großen Glasfenstern und umgeben von Bäumen an einer Straßenecke.
Der Fakultätsneubau ist das erste fertiggestellte Gebäude des neuen Waldcampus. (Quelle: Conné van d‘Grachten)

Technik 2025-04-17T07:46:28.410Z Lernen im Einklang mit dem Wald

In Aalen entsteht der „Waldcampus“ mit Mensa, Fakultätsgebäude und Wohnheim, eingebettet in die Topographie der Ostalb. Der Erhalt der Bestandsbäume als Waldrand war Vorgabe des Landes Baden-Württemberg. Rubner Ingenieurholzbau errichtete das sechsgeschossige Fakultätsgebäude in Holzbauweise – als direkten Bezug zum umliegenden Wald.

Über mehrere Jahrzehnte hinweg entwickelte sich die Hochschule Aalen parallel an zwei Standorten, die zwar nur 500 Meter voneinander entfernt, aber durch ein Waldstück getrennt sind. Als Bindeglied entsteht inmitten des Baumbestands der neue Waldcampus, der beide Bereiche räumlich miteinander verbindet. Durch die Lage an dem baumbewachsenen Hang und das für die Baumassen verhältnismäßig kleine Grundstück, hat das Architekturbüro Broghammer.Jana.Wohlleber kompakte Entwürfe dafür entwickelt. Der Fakultätsneubau mit seinen großen Vorlesungsräumen, Seminarflächen, freien Lernbereichen und Büroflächen ist das erste fertiggestellte Gebäude des neuen Waldcampus. Der Montagestart war im Dezember 2021, abgeschlossen wurden die Arbeiten im Juni 2024 mit einem feierlichen Festakt. Gleichzeitig fand der Spatenstich für die neue Mensa statt.

Ein moderner Konferenzraum mit großen Fenstern, hellen Holzmöbeln und mehreren Bildschirmen.
Innen dominiert Holz das Erscheinungsbild. (Quelle: W.-D. Gericke)
Ein moderner Büroaufenthaltsraum mit hohen Tischen und bunten Stühlen, umgeben von großen Fenstern, die viel Tageslicht hereinlassen.
Der Fakultätsneubau verfügt über große Vorlesungsräume, Seminarflächen, freie Lernbereiche und Büroflächen. (Quelle: Conné van d‘Grachten)

Vorhangfassade aus Aluminium sorgt für einen besonderen Charakter

Der klare und ruhige Kubus des Fakultätsneubaus signalisiert Offenheit und Transparenz. Das Gebäude misst 29 x 31 m, hat eine Bruttofläche von 6.900 m2, ist ohne Hanggeschoss 23 m hoch und bietet Platz für bis zu 850 Studierende und Mitarbeitende. Außen dominiert die Metalloberfläche aus Aluminium, innen ist Holz das prägende Element. Die Vorhangfassade hat Rubner aus 1.440 m² Lamellen-Wandsystem und 980 m² Alu-Verbundplatten konstruiert. Für die Tragstruktur hat Rubner Stützen aus Bau-Buche und Brettschichtholz-Unterzüge realisiert, auf denen Holz-Beton-Verbunddecken liegen. Die Gebäudehülle ist aus vorgefertigten Außenwandelementen in Holzrahmenbauweise gefertigt.

Ein modernes Bürogebäude mit Glasfassade und umgebender Grünanlage an einem sonnigen Tag.
Eine Vorhangfassade aus Aluminium prägt das sechsstöckige Institutsgebäude des Waldcampus. (Quelle: Conné van d‘Grachten)

Für die Holz-Beton-Verbunddecken kam ein neues System mit vorgefertigten Betonfertigteilen zum Einsatz, sodass auf der Baustelle nur noch die Bauteilfugen kraftschlüssig mit Beton vergossen werden mussten. Auf diese Weise konnte die Feuchtigkeit im Bauwerk reduziert und das umgehende Betreten der Deckenkonstruktion ermöglicht werden. Rund 340 m3 Brettschichtholzträger kamen zum Einsatz, 130m3 Stützen und 3.400 m2 Stahlbeton-Fertigteile als Deckenplatten. 1.700 m2 Wandelemente mit eingebauten Fenstern und 880 m2 Wandelemente ohne Öffnungen hat Rubner für die schnelle Montage vorgefertigt.

zuletzt editiert am 17. April 2025