Vier Zimmerer in Kluft stehen um einen Tisch mit Bauplänen rum.
Zimmermeister Sebastian Schmäh (zweiter von links) bei einer Projektleitungsrunde. Er ist mit seiner Firma und der Marke Holzbau Schmäh so bekannt, dass er weder über Preise diskutieren muss noch Nachwuchs- oder Personalsorgen hat. (Quelle: www.martinmaier.com / holzbau-schmaeh.de)

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12. August 2022 | Teilen auf:

Marketing: Markenbildung gegen Krisen

Nur noch gut bezahlte Aufträge und endlich keine Nachwuchssorgen mehr? Das ist möglich, wenn ein Unternehmen sich als Marke etabliert – auch für kleine und mittlere Betriebe. Also: Bauen Sie Ihre Marke auf und schaffen Sie Emotionen. Damit läuten Sie das Ende der Vergleichbarkeit ein und ziehen passende Kund*innen und Mitarbeiter*innen an.

Die Auftragsbücher sind voll: Die meisten Unternehmer*innen klagen u. a. über eine hohe Arbeitslast, Nachwuchssorgen und steigende Kosten. Andere wiederum sind entspannt, denn sie sind eine etablierte Marke; müssen weder über Preise diskutieren noch Fachkräften hinterherrennen.

Wenn gut ausgebildete Handwerker*innen einen Betrieb übernehmen oder gründen, wissen sie oft nicht, wie sie ihre Qualität kommunizieren können. Viele Inhaber:innen landen in einem Teufelskreis: „Sie sind so erschöpft vom Tagesgeschäft, dass sie nicht den Blick über ihren eigenen Horizont wagen. Sie sehen nicht, dass sie die in Marketing investierte Zeit aus dem Hamsterrad bringen würde“, sagt Dachdeckermeister Karl-Heinz Krawczyk. Zwar seien alle Dachdeckerbetriebe aktuell sehr gut ausgelastet, allerdings kämpfen sie auch mit steigenden Kosten aufgrund der Materialkrise und mit Fachkräftemangel, so Krawczyk. Er selbst und seine Unternehmen sind inzwischen zu einer Marke geworden.

Auf zum SummerMeetUp in Köln

Linda Wiese initiierte als Projektleiterin der zunftschwestern das Netzwerk für Frauen in der Baubranche. Quelle: Marina Candel

Motivierend, entspannt und effektiv: Hier werden neue Kooperationen und Freundschaften geschlossen. Am 16. September 2022 findet das SummerMeetUp in Köln statt. Motivierende Vorträge, lebendige Workshops und eine stylische Location – dazu großartiges Essen, eine entspannte Atmosphäre und viel Zeit zum Netzwerken. Unternehmerinnen, Unternehmerfrauen, Engagierte in der Baubranche: Seid dabei und gestaltet die Zukunft eures Betriebs mit. Programm und Anmeldung unter:

www.zunftschwestern.de

Nachwuchs- und Fachkräftemangel adé

„Zurzeit haben wir 15 Zimmerergesellen, die sich aus dem heimischen Umfeld beworben hatten“, sagt Zimmermeister Sebastian Schmäh. Seit mehr als 10 Jahren kommuniziert der Inhaber von Holzbau Schmäh kontinuierlich seine Mission, Werte und Projekte. Er schaffte sich als junger, aufstrebender Holzbauer ein Image, das er von Anfang an lebte: Der Zimmermeister aus Leidenschaft, der alte Handwerkskunst schätzt und fördert. Das zeigt sich auch an den vielen regelmäßigen Preisen, mit denen er seit Übernahme der elterlichen Zimmerei ausgezeichnet wird. Deswegen stößt jeder, der sich im Holzbau und der Denkmalpflege bewegt, auf die Marke Holzbau Schmäh: „Wir leben von unserer Bekanntheit. Wir profitieren von unserer Marke bei den Aufträgen und bei neuen Mitarbeitenden. Die angehenden Auszubildenden recherchieren im Internet zu unserer Nische Restaurierung und stoßen auf Berichte und Projekte. Durch unsere Medienberichte über uns sehen die Bewerber*innen, dass bei uns der Mensch und das Handwerk im Mittelpunkt stehen“, sagt Schmäh.

Keine Preisdiskussion: nur hoch bezahlte Aufträge

Mit Qualität und Reputation hat es der Holzbaubetrieb geschafft, dass bei seinen Aufträgen nicht über Preise diskutiert wird. Schmäh ist dankbar: „Wir haben quasi keinen Wettbewerb. Oft warten die Denkmalpflege-Kunden ein halbes Jahr darauf, dass wir unterschreiben. Auch bei Abgabe von Angeboten bekommen wir zu 98 Prozent den Zuschlag.“

Besser als Marketing: Wenn andere dich loben

Sebastian Schmäh hat sich bewusst für Öffentlichkeits- und Pressearbeit entschieden, um seine Marke aufzubauen: „Auf Instagram oder auf der Webseite kann jeder schreiben, welche Werte er hat und was für eine Qualität er anbietet. Aber wenn andere dich loben, wirkt das authentisch. Das ist besser als Marketing“, sagt Holzbauer Schmäh, der inzwischen als erster Handwerker unter Architekt*innen und Bauhistoriker*innen in die Jury des Denkmalpreises Baden-Württemberg berufen wurde.

Marke aufbauen heißt auch, wirklich eine Mission zu haben

„Ich wollte eigentlich nie groß werden, es hat sich entwickelt. Wir haben den Ansatz, dass wir alle Aufträge nach unseren Werten abklopfen und auch ablehnen, wenn sie nicht zu uns passen“, sagt Unternehmer Schmäh. Er will mit seiner Leidenschaft zum Holzbau, denkmalgerechtem Sanieren und Handwerk anstecken: So führt er seit mehr als 15 Jahren Einheimische, Besucher*innen und inzwischen auch Schüler*innen durch Meersburg und zeigt ihnen die besonderen Fachwerkbauten. „Inzwischen sind regelmäßig 8. Klassen von Gymnasien dabei und die Schüler*innen merken, dass Handwerk etwas ist, worauf man stolz sein kann.“

Vier Gründe, sich mit der eigenen Marke zu beschäftigen

Vier Gründe, sich mit der eigenen Marke zu beschäftigen

  • Anstrengende Kund*innen, die alles möglichst billig haben wollen, kontaktieren Sie nicht.
  • Motivierte Menschen bewerben sich bei Ihrem Betrieb.
  • Gut bezahlte Aufträge ohne Preisdiskussion
  • Besser als Marketing: Ihre Marke und Reputation weitet sich aus, ohne dass Sie aktiv Werbung in Print und Social Media schalten müssen.

Holzbau hat die Werte, die die Nachwuchsgeneration schätzt

"Wenn man die Vorteile des Handwerks klarer kommuniziere, würden sich Jugendliche angesprochen fühlen", sagt Dachdeckermeister Karl-Heinz Krawczyk: „Arbeiten in der Natur, mit der Hand etwas schaffen – eine Arbeit, die erfüllt. Genau das will die Nachfolgegeneration. Die Betriebe müssen das nur mehr kommunizieren. Da hilft es nicht zu jammern, dass Fachkräfte fehlen.“

Jeder Außenkontakt spiegelt die Marke wider: Phrasen werden schnell entlarvt

Eine Firmenmarke ist mehr als ein Logo, Webseite oder ein Social-Media-Profil. Die Firmenmarke ist die Reputation, der Eindruck. Nahezu jedes Unternehmen möchte hohe Qualität und gute Werte repräsentieren. Das kann jedoch nicht von oben vorgegeben, sondern muss auch gelebt werden. Denn jedes Mal, wenn jemand vom Unternehmen mit der Außenwelt in Kontakt tritt – sei es mit Kund*innen, anderen Handwerker*innen oder Interessent*innen – spiegelt das die Marke wider. Wer also schreibt, dass der Mensch im Mittelpunkt stehe, die Mannschaft dabei jedoch unmotiviert ist und nicht weitergebildet wird, entlarvt sich schnell selbst. Die gute Nachricht ist: Wenn Werte und Qualität gelebt werden, ist der Markenaufbau mit garantiertem Erfolg verbunden.

Das Team begeistern und zu Markenbotschafter*innen und Influencer*innen machen

Zimmermeister Jan Bernhardt ist von seinem sicheren Job in der Baustoffindustrie zu dem kleineren Unternehmen bionic3 gewechselt: „Mich hat die Dynamik des Teams begeistert, die Mission, Luftdichtheit unterhaltsam zu erklären und dass ich von Anfang an viel Entscheidungsfreiheit bekommen habe.“ Der 29-Jährige lehrt unter anderem Luftdichtheit an Zimmerer- und Dachdeckerausbildungszentren und bei Berufsschullehrer*innen. Zudem führt er Blower-Door-Tests zur Qualitätsüberprüfung durch. Als Teil von luftdichtheit-geprüft.de dreht er abwechslungsreiche Kurzvideos zum richtigen Bauen: „Es macht Spaß, Teil einer Bewegung zu sein und nachhaltig guten Inhalt in Blog und YouTube zu verbreiten.“

Ein Mann trägt ein T-Shirt auf dem steht
Wissensweitergabe ist besser als Marketing. Zimmermeister Jan Bernhardt freut sich, dass er einen sehr abwechslungsreichen Job hat und auch Videos und Blogartikel erstellt. Denn wertvolle Inhalte begeistern Kund*innen und machen Interessierte zu Wunschkund*innen. Somit ist der 29-Jährige nicht nur Luftdichtheitsberater und Blower-Door-Messdienstleister, sondern auch Corporate Influencer der Marken bionic3 und luftdichtheit-geprüft.de. (Quelle: luftdichtheit-geprüft.de)

Marken wirken auch bei Rezession

„Betriebe, die aktuell gut aufgestellt sind mit optimierten Prozessen und Markenbekanntheit, werden auch in wirtschaftlich schlechten Zeiten keinen Einbruch erleiden“, sagt Krawcyzk. Er plädiert: „Die Unternehmer*innen müssen sich die Zeit für Markenaufbau nehmen, auch wenn die Hütte brennt. Sonst werden sie ewig überlastet sein und sich über Nachwuchsmangel beklagen.“

Workshop zur Markenbildung

Heide Merkel (rechts) und Cornelia Lässing unterstützen den Markenaufbau von Unternehmen mit strategischer Unternehmenskommunikation, die besser als Marketing wirkt. Sie zeigen, wie vermeintlich trockenes Fachwissen unterhaltsam vermittelt wird. Damit die Wunschkund*innen und Wunschmitarbeiter*innen automatisch kommen. Quelle: Moll bauökologische Produkte GmbH

Die beiden Autorinnen des Artikels werden beim SummerMeetUp am 16. September Werkzeuge zeigen, wie Sie Ihre Mitarbeiter*innen zu Markenbotschafter*innen und Influencer*innen machen., damit Sie nie wieder über Preise diskutieren oder Personalsorgen haben. Das komplette Programm und Anmeldemöglichkeiten finden Sie unter:
www.zunftschwestern.de

zuletzt editiert am 23.08.2022