Die Holzbaubranche trauert um Alfred Rubner. Der Unternehmer, der als Mitgesellschafter und langjährige Führungspersönlichkeit der Rubner Gruppe den modernen Ingenieurholzbau in Italien mitbegründete, ist im Alter von 82 Jahren gestorben. Das teilten die Familie Rubner und die Rubner Gruppe mit.
Alfred Rubner wurde am 16. Juni 1944 in Kiens (Südtirol) geboren. 1976 trat er als Gesellschafter in die Holzbaugesellschaft in Brixen ein. Zu dieser Zeit war die italienische Bauwirtschaft weitgehend von Stahl und Stahlbeton geprägt, Holz spielte als tragender Baustoff kaum eine Rolle.
Wegbereiter des Brettschichtholzes
Rubner erkannte früh das Potenzial des Brettschichtholzes für den konstruktiven Holzbau. Gemeinsam mit seinen Brüdern und Mitarbeitenden setzte er sich mit unternehmerischem Mut und Beharrlichkeit dafür ein, den Werkstoff bei Architekten, Ingenieuren und Bauherren bekannt zu machen. Damit trug er wesentlich zum Aufbau des modernen Ingenieurholzbaus in Italien bei. Unter seiner Führung entwickelte sich Rubner Holzbau in Brixen zu einem führenden Anbieter technisch anspruchsvoller Holztragwerke – von Hallen und Industrieanlagen über öffentliche Gebäude und Sportstätten bis hin zu anspruchsvollen Architekturprojekten.
Internationale Ausrichtung
Rubners unternehmerischer Blick reichte über Südtirol und Italien hinaus. Er verstand den Ingenieurholzbau als Aufgabe, bei der technische Qualität, verlässliche Zusammenarbeit und Verantwortung gegenüber kommenden Generationen zusammengehören. Die internationale Entwicklung von Rubner Ingenieurholzbau, das heute mit mehreren Standorten in Europa vertreten ist und Projekte weit über die ursprünglichen Märkte hinaus realisiert, geht auf diese frühe Aufbauarbeit zurück.
Auszeichnung für sein Lebenswerk
2010 wurde Alfred Rubner beim Internationalen Holzbau-Forum in Garmisch-Partenkirchen für sein Lebenswerk gewürdigt – als Anerkennung für den Pioniergeist, mit dem er den Ingenieurholzbau über Jahrzehnte vorangebracht hatte.
