Unten im Supermarkt einkaufen, oben wächst Salat: Mit dem neuen REWE Green Farming Markt Berlin (2.150 qm) zieht Landwirtschaft mitten in die Hauptstadt. Über der hölzernen Markthalle entsteht Deutschlands größte Dachfarm (2.760 qm). Ab Sommer wächst dort Lankwitzer Pflücksalat – nur wenige Meter über den Köpfen der Kundschaft.
Kernelement der neuen Supermarkt-Generation ist Holz. Dank der modularen Bauweise lassen sich die Hölzer demontieren und für ein zweites Leben aufbereiten. Auch im Betrieb schließt sich der Kreislauf: Abwärme aus dem Markt, eine Wärmepumpe und Regenwasser aus einer Zisterne ermöglichen optimale Wachstumsbedingungen für den Stadtsalat auf dem Dach.

Ein Herzstück aus Holz
Auf dem Dach zieht die gläserne Salatfarm die Aufmerksamkeit auf sich – im Inneren bestimmt die Holzkonstruktion den Raum. 72 Säulen aus gestapeltem Balken formen die luftige Markthalle. Das Besondere: Die Konstruktion verschwindet nicht hinter einer Verkleidung. Das Naturmaterial ist bewusst sichtbar und prägt den Charakter der Markthalle. Mit der modularen Holzbauweise kann auf dauerhafte Leimverbindungen verzichtet werden, Schraubverbindungen sorgen für die nötige Stabilität.
Das Tragwerk kann zu einem späteren Zeitpunkt demontiert und das Holz recycelt werden. „Die Holzmenge speichert etwa 930 Tonnen Kohlenstoff und wächst in einigen Jahren nach. Unsere neue Green-Building-Serie ist damit ein herausragendes Beispiel dafür, wie die Zukunft des Bauens aussehen muss: kreislauffähig, mit der richtigen Materialwahl und immer mit Blick auf die Umweltauswirkungen des Bauens“, erklärt Klaus Wiens, Head of Filialbau bei REWE.
Der REWE Green Farming Berlin ist darüber hinaus der erste Markt des Lebensmittelhändlers, der vollständig mithilfe der BIM-Methode geplant wurde.

Lankwitzer Pflücksalat
Nur 23 Tage braucht der Pflücksalat vom Dach bis ins Regal. In dieser kurzen Zeit durchlaufen die Pflanzen in der gläsernen Dachfarm einen automatisierten, hydroponischen Anbauprozess – nahezu ohne Erde. Nach der täglichen Ernte wird der Salat im Markt verarbeitet, verpackt und für den Verkauf vor Ort oder den Transport vorbereitet.
Vom Green Building zu Green Farming
Bereits 2009 startete REWE in Berlin-Rudow den Bau der REWE Green Buildings – seither wurden bundesweit über 350 dieser energiesparenden Supermärkte errichtet. Die Weiterentwicklung des Bautyps gipfelte 2021 im Bau des ersten kreislauffähigen Supermarkts in Wiesbaden-Erbenheim. Aus dem Pilotmarkt entwickelten REWE und das verantwortliche Architekturbüro ACME den Prototypen für die neue Generation Green Buildings.
Von Berlin aus geht der neue Bautyp mit variabler Dachnutzung in Serie. „Der erste REWE Green Farming in Wiesbaden war ein wegweisendes Pilotprojekt, vielfach ausgezeichnet und populär. Die Erfahrungen in Hessen waren die Grundlage dafür, wie wir das Konzept in allen Bereichen weiterentwickelt haben”, sagt Friedrich Ludewig, Director ACME.„Die zweite Generation des Tragwerks besteht über der Bodenplatte komplett aus Holz, die Architektur der Dachfarm ist neu durchdacht. REWE Green Farming ist eine Markthalle für das 21. Jahrhundert, die Frische und lokale Produkte zelebriert und Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt rückt.“
Ein rundum grünes Konzept
„Seit vielen Jahren setzen wir in unseren Märkten auf 100 Prozent Grünstrom. So auch im REWE Green Farming. Durch LED-Beleuchtung, verglaste Kühlregale und intelligente Temperatursteuerung verbraucht der Markt rund 50 Prozent weniger Energie. Zudem können wir einen Teil des Strombedarfs durch die 200 Solarmodule auf dem Dach decken”, betont Dirk Heimann, Leiter Bauwesen REWE Ost. Für den sommerlichen Wärmeschutz sorgen auskragende Dachüberstände als konstruktiver Sonnenschutz, sie reduzieren den Kühlbedarf des Marktes. Eine zehn Tonnen schwere Wärmepumpe sorgt für optimale Temperaturen in der Dachfarm.