Wir werden künftig immer mal wieder historische Ausgaben unseres Der Zimmermann Fachmagazins rund um die Holzbau-Themen für Sie aufbereiten. Welche Traditionen haben sich gehalten? Was hat sich grundlegend geändert?
Heute erhalten Sie einen Blick in das Programm der Reichstagung des Zimmerhandwerks von 1936, das zeigt, welche Themen die Branche damals bewegten. Gleichzeitig ist das historische Dokument ein Zeitzeugnis seiner Epoche und spiegelt die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen jener Zeit wider.
Da es sich um eine Veröffentlichung aus dem Jahr 1936 handelt, stammt das Programm aus der Zeit des Nationalsozialismus. Begriffe wie „Reichstagung“, „Reichsinnungsmeister“ oder „Volksgemeinschaft“ werden hier ausschließlich im historischen Kontext wiedergegeben.

Reichstagung des Zimmerhandwerks in Halberstadt vom 25. bis 27. Juli 1936
Tagungsordnung
Samstag, den 25. Juli 1936
10 Uhr: Sitzung des Reichsinnungsverbandes im „Gotischen Hause“. (Die Mitglieder der Abteilungen des Reichsinnungsverbandes sind zur Teilnahme an der Sitzung berechtigt.)
Tagesordnung:
Eröffnung des Reichsverbandstages 1936 durch den Reichsinnungsmeister.
Organisationsfragen (Abgrenzung der Arbeitsgebiete). Berichte der Bezirksinnungsmeister.
Arbeitsbeschaffung im Zimmerhandwerk.
Marktregelung in der Holzwirtschaft.
Gütenormen für Bauholz.
Aufrichtung und Zimmerhandwerk.
Richtlinien für die Fachschulung im Zimmerhandwerk.
Sendungsbewusstsein und Preisentwicklung im Zimmerhandwerk.
Fachzeitschrift.
Preisausschreiben.
Ehrennadel und Ehrenurkunden.
Verschiedenes. Tagungsort für Verbandstag 1937.
15 Uhr: Hauptversammlung der Teilnehmer im „Stadtpark“.
Tagesordnung:
Ansprache des Reichsinnungsmeisters Roth.
Ansprache des Bezirksinnungsmeisters Mitteldeutschland und des Obermeisters der Zimmerer-Innung Halberstadt.
Jahresbericht über die Tätigkeit des Reichsinnungsverbandes.
Lichtbildervortrag „Der echte Hausschwamm und andere holzzerstörende Schwämme“.
Arbeitsbeschäftigung im Zimmerhandwerk.
Marktregelung in der Holzwirtschaft und Preisentwicklung im Zimmerhandwerk.
Die Schulung im Zimmerhandwerk.
Verschiedenes.
20 Uhr: Begrüßungsabend im Stadtpark: Richtfest / Richtschmaus.
Sonntag, den 26. Juli 1936
10 Uhr: Öffentliche Kundgebung im Stadtpark: „Das Zimmerhandwerk in der Wirtschafts- und Volksgemeinschaft“
Vortragsfolge:
Musikstück aus „Die Meistersinger von Nürnberg“.
Eröffnungsansprache des Bezirksinnungsmeisters Mitteldeutschland.
Ansprachen der Ehrengäste.
Vortrag: „Bauen in Holz – die deutsche Bauweise“ (Prof. Dipl.-Ing. Gänger, München).
Vortrag: „Das deutsche Zimmerhandwerk“ (Reichsinnungsmeister Robert Roth, Karlsruhe-Diedelsheim).
Vortrag: „Das Zimmerhandwerk als Beruf“ (Hauptgeschäftsführer Dr. Gerland, Kassel).
Schlusswort des Bezirksinnungsmeisters Mitteldeutschland.
Nachmittags: Konzert im Garten des Stadtparks, im Übrigen Zeit für Ausflüge in die Umgebung.
20 Uhr: Beisammensein im Stadtpark mit Tanz und Unterhaltung.
Montag, den 27. Juli 1936
8 oder 9 Uhr (genaue Zeit wird noch bekanntgegeben): Ausflug in Omnibussen durch den Harz.
Fahrt über: Bad Blankenburg – Rübeland – Elbingerode – Rote Hütte – Elend – Braunlage – Königskrug – Torfhaus – Sonnenberg – Dammhaus – Clausthal – Zellerfeld – Oker – Bad Harzburg – Ilsenburg – Wernigerode
Für die Damen ist während der Sitzungen am Samstag eine Besichtigung der Halberstädter Wirtschaft mit Führung vorgesehen.