Die wirtschaftliche Situation der deutschen Säge- und Holzindustrie bleibt laut DeSH angespannt. Eine weiterhin schwache Baukonjunktur, die globale Wirtschafts- und Absatzkrise, hohe Rohstoff- und Produktionskosten sowie zunehmender Kostendruck belaste die heimischen Unternehmen erheblich. Der Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband e. V. (DeSH) warnt vor einer weiteren Verschlechterung der Lage. Viele Betriebe sähen sich in den nächsten Wochen gezwungen, ihre Produktionskapazitäten zurückzufahren und geplante Revisionszeiten auszuweiten.
Trotz wohlklingender Versprechen aus der Politik, sei die erhoffte Belebung der heimischen Bauwirtschaft bislang ausgeblieben. Auch auf den wichtigen Exportmärkten bleibe die Nachfrage nach Bauholz durch weltpolitische Krisen und weltweite Konjunkturflaute verhalten. Gleichzeitig belasten anhaltend hohe Kosten für Rohstoffe, Energie und Produktion die Unternehmen der Säge- und Holzindustrie. Im europäischen Wettbewerb würden dadurch insbesondere deutsche Standorte zunehmend ins Hintertreffen geraten.
Wettbewerbsdruck im In- und Ausland verschärft die Lage
Neben den schwierigen Marktbedingungen sähen sich die heimischen Unternehmen einem wachsenden Wettbewerbsdruck im In- und Ausland ausgesetzt. Während die Rohstoff- und Energiekosten in Deutschland die höchsten in ganz Europa seien, drängten Holzprodukte auf die nationalen und internationalen Märkte, die in anderen europäischen Nachbarstaaten und anderen Ländern mit deutlich geringeren Kosten für Rohstoffe und Energie hergestellt würden. Diese Entwicklung verschärfe die ohnehin angespannte wirtschaftliche Situation der Unternehmen zusätzlich.
Die Folgen seien bereits deutlich spürbar: Zahlreiche Unternehmen reagierten mit einer Verlängerung ihrer Werksrevisionen oder einer Reduzierung der Produktion. Ohne eine spürbare Erholung der Absatzmärkte und eine Entlastung bei den Produktionskosten drohten erhebliche Einschnitte bei der Produktion der Betriebe, die zu Kurzarbeit und weiterem Stellenabbau führten.
Wettbewerbsfähigkeit heimischer Unternehmen stärken
Diese Entwicklung gefährde die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Säge- und Holzindustrie und damit auch einen wichtigen Teil der industriellen Wertschöpfung in Deutschland. Denn die Säge- und Holzindustrie schaffe die Grundlage dafür, dass das Holz aus dem Wald zu Bauholz verarbeitet und von Hunderttausenden Unternehmen verbaut werden könne. Die Herstellung von Holzpellets aus heimischen Reststoffen sowie erneuerbarer Wärme und erneuerbaren Stroms sichere zudem eine heimische und unabhängige Energieversorgung.
Neben ihrer volkswirtschaftlichen Bedeutung nähme die Säge- und Holzindustrie damit auch eine zentrale strukturpolitische Rolle für die gesamte Wertschöpfungskette Wald und Holz ein.
Aus Sicht des Verbandes brauche es deshalb verlässliche wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen, die den Industriestandort Deutschland stärken und die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Säge- und Holzindustrie nachhaltig sichern.
Dazu gehöre eine wettbewerbsfähige Energie- und Rohstoffversorgung, weniger Bürokratie sowie Investitionsanreize für die Bauwirtschaft und den klimafreundlichen Holzbau. Der DeSH appelliert daher an die Politik, dem schleichenden Kapazitätsabbau entgegenzuwirken. Nur so könnten Investitionen, Arbeitsplätze und die Versorgung mit dem heimischen Rohstoff Holz langfristig gesichert werden.
