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Konrad Wachsmann entwarf das Sommerhaus für Albert Einstein 1929, das eines seiner bekanntesten Werke wurde. Fotos: Eberhard Lange

Technik 2011-01-21T00:00:00Z Sanierung: Komm nach Caputh, pfeif auf die Welt

Mit obigen Worten lud Albert Einstein seinen Sohn in sein Sommerhaus ein. Konrad Wachsmann hat das in Caputh, Potsdam, stehende Gebäude im Stil der klassischen Moderne gefertigt. Nun stand bei dem Holzhaus eine grundlegende Sanierung an. Der Architekt Eberhard Lange berichtet von den durchgeführten Arbeiten.

Der Architekt Konrad Wachsmann plante und baute das Sommerhaus 1929. Über all die Jahre blieb das Haus weitgehend in seiner Grundstruktur und Originalität erhalten. Konrad Wachsmann beschreibt die Bauweise in seinem Standartwerk "Holzhausbau Technik und Gestaltung" (Neuausgabe im Birkhäuser Verlag, Basel, Boston, Berlin, 1995) als ortsfeste Fachwerkbauweise.

Für die senkrechten Wandstiele wurden Hölzer von 5/10 cm im Achsabstand 50 bis 70 cm verwendet. Tür und Fensterstiele wurden mit 8/10 cm etwas stärker dimensioniert. Die Eckstiele, im Querschnitt 10/12 cm, erhielten Diagonalstreben zur Aussteifung des Holzgerüstes. Alle Verbindungen wurden ausschließlich genagelt. Balkenköpfe wurden auf dem ringsum laufenden Wandrähm (Ringankerfunktion) eingekämmt oder aufgelegt und vernagelt. Das darüber liegende Geschoss konnte nun mit einem neuen Schwellenkranz beginnen. Die Aussteifung das gesamte Haus wurde durch eine genagelte verdeckte Schalung außen und innen erreicht. Die Konstruktion erhielt zusätzlich eine Winddichtung außen und eine Diffusionssperre innen, beides aus teerfreier Pappe. Eine Torfpressplatte, in einer Dicke von 2 cm, in den Gefachen an die Außenseite gedrückt, diente der minimalen Wärmedämmung. Zwischen Dämmung und Innenschale verbleib somit eine Luftschicht von etwa 8 cm. Für die Hölzer der Konstruktion wurde einfaches, einheimisches Kiefernholz gewählt. Lediglich der unterste Schwellenkranz auf dem Fundament wurde mit Korbolineum gegen Fäulnis und Pilze geschützt. Die äußere Bekleidung des Hauses wurde dagegen aus horizontal liegende Bretten einer besonderen, astfreien Qualität gefertigt. Nach einem Gutachten des Deutschen Archäologischen Instituts aus dem Jahre 2002, handelt es sich dabei um Holz der nordamerikanischen Douglasie (Pseudotsuga menziesii) mit der Handelsbezeichnung "red fire" oder nach seiner geografischen Herkunft auch "Oregon pine" benannt. Die innere Bekleidung, gestaltete sich je nach Raumsituation aus Brettern wie an den Fassaden oder aus Sperrholz- oder Lignatplatten, eine frühe Form der Wasserglas-/Zementgebundenen Flachpressplatten.

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Das Haus entstand in Holzskelettbauweise, von Konrad Wachsmann damals noch als ortsfeste Fachwerkbauweise beschrieben. Zeichnung: Vorlage Höll

Erste Schäden zeigten sich schnell

Gefertigt wurde das gesamte Haus von der damals in Deutschland führenden Holzbaufirma Christoph & Unmack im sächsischen Niesky. Der Aufbau der Teile erfolgte dann innerhalb nur weniger Tage, unter Aufsicht von Wachsmann, vor Ort in Caputh.

Bereits 1933 zeigten sich erste Schäden am Haus. Die Betonarbeiten am Fundament und an der, dem Garten vorgelagerten, Terrasse waren von dem am Ort ansässigen Maurermeister Hartmann schlecht ausgeführt worden. Darüber hinaus stellte das Flachdachterrasse über dem großen Wohnraum in der Ausführung ein Problem dar, wie es sich bis in unserer heutige Zeit hinzog. Immer wieder führte die ungeeignete Zinkeindeckung zu Durchfeuchtungen mit erheblichen Schäden. Die Holzkonstruktion und insbesondere die hohe Qualität der hölzernen Außenbekleidung dagegen hat sich bis heute gut erhalten und bildeten die Grundlage der Restaurierung.

"Das Haus hat einen eigenen Geruch, man atmet seine Würde und seine Vergangenheit und man spürt nicht was eigentlich gemacht wurde im Haus. Das Haus hat seinen ´Alters-Charme´ erhalten."

Diese Worte, anlässlich einer Führung durch das Haus aufgeschnappt, lassen den Erfolg der Instandsetzungs- und Restaurierungsmaßnahmen 2004/05 erkennen. Genau dieses Ziel hatten die denkmalpflegerischen Aufgaben, von denen nachfolgend, exemplarisch, einige näher dargestellt werden sollen.

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Die Denkmalpfleger mussten die Altfarben, die in mehreren Schichten auf dem Fassadenholz gelegen hatten und stark abblätterten, vollständig entfernen. Als wirksame und das Holz nicht schädigende Methode erwies sich in verschiedenen Proben das abbeizen.

Der Schwamm war bereits eingezogen

In drei Teilbereichen der Fußschwellen des Hauses wurde Befall mit Echter Hausschwamm (Serpula lacrymans) festgestellt:

* Teilbereich der Fußschwelle der nord-westlich Außenwand des großen Wohnraumes, Schwellenbereich zwischen Fenstertür und Kamin der süd-westlichen Außenwand des großen Wohnraumes,

* Schwellenbereich im Bereich der Hauseingangstür, der nord-östlichen Außenwand des Hauses.

Neben dem fachgerechten Austausch stark befallenen Hölzer wurden diese Stellen, insbesondere auch an den sie angrenzenden Bereichen, im Sonderverfahren nach DIN 68800, Teil 4, mit einer Wärmestrahlung zusätzlich behandelt. Dazu wurden die Bereiche außen- und innenseitig mittels Elektrostrahler auf eine gemessene Kerntemperatur von mindestens 60° Celsius gebracht. Die betroffenen Bereiche wurden mit einer Dauer von 180 Minuten auf anhaltend gleichem Temperatur Niveau von > 60° Celsius, behandelt. Die gesamte Behandlungsdauer erfolgte wiederum in nacheinander 6 Abschnitten a` etwa 6 Stunden (incl. Auf- und Abheizphasen), also einer Gesamtbehandlungsdauer je Stelle von 36 Stunden. Über einen Zeitraum von 5 Jahren nach der Behandlung werden Materialentnahmen zur Kontrolle der Wirksamkeit der Maßnahme durchgeführt.

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Eine Öl-Wachslasur schützt das gereinigte Holz. Aufgrund unterschiedlicher Erhaltungszustände des Fassadenholzes mussten die Maler die ins rötliche gehende Farbmischung ständig an den Untergrund anpassen, um eine einheitliche Farbgebung der Aussenwandbekleidung zu erhalten.

Beizarbeiten an der Fassade zeigten Erfolg

Eine besonders wichtige und technisch schwierige Aufgabe bestand mit der vollständigen Entfernung der Altfarben auf den Holzfassaden des Hauses. Im Rahmen der restauratorischen Befunduntersuchungen ergab sich, dass die Fassaden erbauungszeitlich holzsichtig jedoch mit Schutzlasur in nordisch rot gestrichen waren. Das Haus wurde im Laufe der Jahre danach mehrmals, zuletzt wohl 1979, mit mehr oder weniger qualitätvoller Farbe deckend, rotbraun überstrichen. Von der Holzstruktur war nichts mehr zu erkennen. Mit Beginn der Arbeiten 2004 zeigten sich die Fassaden mit einer dicken, stark abblätternden Farbe. Die Qualität und der Erhaltungszustand des darunter liegenden Holzes konnte an Hand von partiellen Freilegungen als besonders gut eingeschätzt werden. Im Rahmen der Gespräche zum Restaurierungskonzept ergab sich daraus der Wunsch, die Fassaden wieder holzsichtig, jedoch auch geschützt darzustellen.

Im Folgenden wurden einige Versuche zur Entfernung der dicken Altfarbe vorgenommen. Ziel war es hier, diese Leistungen überwiegend belastungs- und beschädigungsfrei für das Holz auszuführen. Technologien der mechanischen Beseitigung (schleifen, strahlen und anderes) schieden dabei ebenso aus wie das thermische "Abheben" der Altfarben ("Abbrennen", Heißluftverfahren, "Auskochen mit heißen Leinöl, und anderes), hier unter anderen aus Gründen der Gefahr für das Holzhaus mit seinen innen liegenden Pappen und Torfplatten oder der ansonsten notwendigen Demontage aller Hölzer. Andere thermische Verfahren, wie zum Beispiel das "Unterkühlen" mit Trockeneis boten nach Musterbeprobung keinen gewünschten Erfolg. Dagegen zeigten chemische Abbeizproben mit anschließender Neutralisation einen sehr guten Erfolg.

Die Abbeizarbeiten wurden schließlich von einer in der Denkmalpflege erfahrenen Malerfirma mit folgender Arbeitstechnologie durchgeführt:

* Beizauftrag vollflächig, bis 4 mm Dicke,

* Einwirken des Beizauftrages unter Abdecken der Flächen mit leichter Folie gegen Austrocknung, etwa 48 Stunden,

* Abschieben der aufgeweichten Schichten,

* zweiter Beizauftrag,

* mechanische Reinigung mit Wurzelbürste,

* Nachbehandlung mit einem Spezialtensid bis zur vollständigen Entfernung der Beiz- und Farbrückstände,

* Nachreinigung mit klarem Wasser mittels Druckreiniger unter dosiertem Wasserdruck.

Insgesamt wurde das Abbeizgut, wie auch alle Reinigungswässer aufgefangen und als Sondermüll entsorgt.

Nach Entfernung der deckenden und das ursprünglichen Erscheinungsbild des Hauses entstellenden Farbschichten der Fassaden sollte das nun freigelegte alte Holz wieder geschützt werden. Die Befunduntersuchungen zeigten eine leicht rötlich pigmentierte ÖL/Wachslasur auf dem Holz. Die heute unterschiedlichen Witterungs- und Erhaltungszustände der einzelnen Fassaden und Fassadenteile verlangte dabei ein differenziertes Herangehen. Reparaturstellen mit neuem Holz neben stark verwitterten alten Holz mussten farblich retuschierend angeglichen werden. Die gesamten Holzfassaden erhielten anschließend einen Schutzanstrich mit einer wiederum leicht ins rötliche pigmentierten Öl/Wachslasur.

Folgende Arbeitstechnologien wurden durchgeführt:

* Grundierung der Fassadenflächen mit Imprägniergrund,

* Verkitten von Nagellöchern und Kleinschäden mit Leinölkitt,

* Angleichen der neuen Hölzer an den Farbton der gealterten Hölzer mit von Hand abgetönter Naturöllasur,

* zwei Anstriche mit werksseitig pigmentierter Öl-Lasur, zusätzliches Einstellen des Pigmentierungsgrades der Lasuraufträge individuell auf der Baustelle durch Veränderung des Mischungsverhältnisses Farbloskomponente (Bindemittel) und Pigmentkonzentrat.

Dieser Schutzanstrich muss vorhersehbar in etwa 5 bis 8 Jahren, je nach Witterungssituation, wiederholt werden.

Ein Brief an den Architekten

"Lieber Herr Wachsmann!

Nachdem ich nun mit den Meinen zwei Jahre lang im Sommerhalbjahr das von Ihnen entworfene und erbaute Holzhaus in Caputh bewohne, ist es mir ein Bedürfnis, Ihnen meinen herzlichen Dank und meine volle Anerkennung auszusprechen. Ich kann Ihnen nur sagen, dass ich mich noch an keiner Stelle und in keiner Behausung so wohl und heimelig gefühlt habe. Mein als Arbeits- und Schlafraum dienendes Zimmer allein schon würde meine persönlichen Bedürfnisse völlig befriedigen. Auch alle Besucher, die von Architektur mehr verstehen als ich, haben stets ihre freudige Anerkennung für das Werk geäußert.

Es grüßt Sie freundlich

Ihr A. Einstein"

Diese Zeilen schrieb Albert Einstein am 25. Juli 1931 an den Architekten seines Hauses in Caputh bei Potsdam. Drei glückliche Jahre verlebte der geniale Physiker mit seiner Familie das Sommerhaus, bevor er 1932 eine Vortragsreise in die USA antrat und, bis zu seinem Tod 1955, deutschen Boden nie mehr betrat.

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Die Terrasse hatte ein zu geringes Gefälle und eine ungeeignete Dachabdichtung aufgewiesen, wodurch es in der Vergangenheit immer wieder zu Wasserschäden an dem darunter gelegenen Wohnraum gekommen ist. Als neue Dachabdichtung verlegten die Dachdecker eine Kunststoffdichtungsbahn, das geringe Gefälle verblieb auf Wunsch der Denkmalschutzbehörde.
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Im Wohnraum legten die Handwerker die Konstruktion vollkommen frei. Zu erkennen sind die zur Aussteifung dienenden Diagonalstreben und eine Winddichtheitsschicht aus schwarzer Pappe. Später wurden die Gefache mit Zelluloseflocken ausgeblasen und innen mit einer Dampfbremse versehen.

Geringes Gefälle der Dachterrasse verblieb

Ein in der Bau- und Erhaltungsgeschichte des Einstein Hauses, besonders sensibles Thema war die Abdichtung der beiden Terrassen. Insbesondere die Dachterrasse über dem großen Wohnraum war immer wieder undicht und führte zu Durchfeuchtungen und Schäden der Deckenkonstruktion. Ursache dafür war das, mit einer Gefälleneigung zum Teil unter 1 Prozent, zu flach geneigte Dach in Verbindung mit dem zur Verfügung stehenden und hier verwendeten Material Zinkblech.

Ziel war es heute, mit Hilfe moderner Materialien, eine dauerhaft zuverlässige Abdichtung der beiden Terrassenkonstruktionen zu erreichen. Ausgewählt wurde dazu ein Kunststoff-Dichtungssystem. Die Fläche konnte ohne Bewegungsfugen, vollständig verschweißt werden und erhielt seitliche Rand- und Wandanschlüsse, im Sinne einer "Wanne" hergestellt. In diesem System konnte auch die Wiederherstellung der "innen liegenden" Dachrinne, mit Hilfe von Kunststoff kaschiertem Blech, realisiert werden. Messungen der Gefällesituationen der Dachterrasse hatten ergeben, dass ein tatsächliches Gefälle dieser Terrasse im Bereich der nord-östlichen Außenwand von nur 0,77 Prozent, im Bereich der nord-westlichen Außenwand von lediglich 0,54 Prozent bestehen. Durch eine offensichtliche, jedoch geringfügige, "Senkung" des Anbaues mit dem großen Wohnraum in nord-westliche Richtung (in Richtung des Gartens) und der erforderlichen Entwässerung der "innen liegenden" Dachrinne in nord-östliche Richtung (in Richtung der Straße) ergab sich zudem für die Rinne ein errechnetes Gefälle von lediglich 0,41 Prozent! Trotz der Bedenken Anmeldung des Architekten entschied sich der Bauherr dennoch, und hier vor dem Hintergrund der ausdrücklichen Forderung der Denkmalpflege, für die Wiederherstellung der Rinne. Es wurde von allen an der Entscheidung Beteiligten großes Vertrauen in die gewählte Lösung und damit in die Dauerhaftigkeit des verwendeten Materials gebracht.

Die Terrasse wurde schließlich zusätzlich mit Gummi Schutzmatten abgedeckt, auf die wiederum der Terrassenbelag aus Holz aufgelegt wurde. Vor dem Hintergrund der gewünschten Dauerhaftigkeit wurde dazu ein Plantagen-Tropenholz mit der Handelsbezeichnung "Bankirai" verwendet. Das neu gebaute Terrassengeländer wurde auf einer ebenfalls neu gefertigten Stützkonstruktion montiert. Zur Abdichtung und Höhenkorrektur (Ausgleich zum Terrassengefälle) des Geländers wurde für die Stützkonstruktion ein neues Detail entwickelt und gebaut.

Im gleichen Dichtungssystem wurde auch die Kellerdecke der Gartenterrasse vor dem großen Wohnraum gegen eindringende Feuchtigkeit gesperrt. Auf einem neu eingebrachten Gefälleestrich wurde die Dichtungsbahn verlegt, an den Rand- und Wandanschlüssen aufgekantet und alle Stöße verschweißt. Zum Schutz der Dichtungsbahn wurden wiederum Gummi Schutzmatten aufgelegt und darüber die Betonplatten im losen Kiesbett verlegt.

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Die horizontale Außenwandbekleidung aus verdeckter Schalung übernahm zusammen mit einer innen angebrachten Verbretterung die Aussteifung des Hauses.

Für den Sommer gebaut

Im Rahmen der Planungsüberlegungen war zu klären, wie intensiv das Einstein Haus genutzt werden kann. Hier ging es insbesondere um die Frage, ob auch in den Wintermonaten eine Nutzung möglich und anstrebenswert ist. Die Baukonstruktion des Hauses, hier insbesondere der vorhandene historische Wandaufbau mit seiner aus heutiger Sicht unzureichenden Wärmedämmung und inkonsequenter Dampfbremse, lassen eine solche Nutzung nicht angeraten scheinen. Aus diesem Grund wurde im Nutzungs- und Restaurierungskonzept ausdrücklich vom Sommerhaus gesprochen und damit von einer intensiven Winternutzung des Einstein Hauses abgeraten. So sollten die Räume in den Wintermonaten durchgehend temperiert, jedoch auch mit der Möglichkeit einer kurzzeitigen intensiven Beheizung für eine Nutzung, hergerichtet werden. Eine Ausnahme hiervon bildet der große Wohnraum. Vor dem Hintergrund der notwendigen intensiven baukonstruktiven Instandsetzung und Sanierung dieser Raumhülle bestand hier auch die Möglichkeit, diese Baukonstruktion wärmetechnisch auf den heutigen Stand der Technik aufzurüsten, um ihn damit auch in den Wintermonaten intensiv nutzen zu können. Nach Öffnung und Sanierung der Baukonstruktion wurden anschließend die Gefache mit einem Zellulosedämmstoff ausgeblasen. Die Hülle des Raumes bekam innenseitig eine konsequente Bekleidung mit einer Dampfbremspappe im System des Herstellers der Zellulosenflocken. Nach einer Luftdichtungsprüfung wurde schließlich die neue Sperrholz-Tafel-Bekleidung des Innenraumes wieder aufgebracht.

Dieser Artikel erschien in BAUEN MIT HOLZ 10/2008.

Eberhard Lange

Dipl.-Ing. Architekt Eberhard Lange betreute die Sanierung des Gebäudes.

Die Historie des Hauses

Das Haus wurde zum Spiegel der Geschichte des 20. Jahrhunderts. Die Stadt Berlin wollte ihrem berühmten Bürger ein Geschenk zu seinem 50. Geburtstag machen. Ein Haus am See sollte es sein. Bürokratie und Anfechtungen des Antisemitismus verhinderten jedoch dieses Geschenk. Schließlich lehnte Einstein dankend ab und lies sich von dem damals noch jungen und unbekannten Architekten Konrad Wachsmann ein eigenes Haus auf eigenem Grundstück planen und bauen. Ganz nach der Liebe des Seglers sollte es ein Holzhaus sein. Nachdem Einstein Deutschland für immer verlassen hatte, wurde das Haus zunächst als Filiale des nahe gelegenen jüdischen Landschulheimes genutzt. 1935 enteignete der preußischen Staat Einstein; nationalsozialistische Jugendorganisationen und eine Ausbildungsstätte für Kindergärtnerinnen nutzten nun die Räume. Schließlich wurden zu Ende des Zweiten Weltkriegs deutscher Soldaten, die zur Beaufsichtigung von Kriegsgefangenen eingesetzt waren, im Haus untergebracht. Die sowjetische Besatzungsmacht gab nach dem Krieg Befehle zur Renovierung des Hauses. Einstein sollte in die Sowjetische Zone gelockt werden. Einstein ließ sich nicht locken, er verblieb in den USA. Der Bürgermeister von Caputh mietete das Haus für private Zwecke, bis es 1979 die Akademie der Wissenschaften der DDR übernahm und es erstmalig, mit den Möglichkeiten der damaligen Zeit, sanierte. 2004 übertrug der Staat das Grundstück und das Haus an die Erben Einsteins rück. Seither verwaltet das Einstein Forum, Potsdam, es. Seit seiner Restaurierung 2004/05 wird es als Begegnungsstätte, wie auch als Veranstaltungsort für geisteswissenschaftliche Workshops und Seminare, im Sinne Einsteins, genutzt. An Wochenenden der Sommersaison ist das Haus im Rahmen von Führungen der breiten Öffentlichkeit zugänglich.

Bautafel

Architekt

Dipl.-Ing. Architekt Eberhard Lange, Büro Kühn-von Kaehne und Lange, Potsdam

Denkmalschützer

Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum, Untere Denkmalschutzbehörde Potsdam- Mittelmark

Holzbauer

Tischlerei Spatzier, Wiesenburg

Malerfirma

Malerfirma Matthias Boehlke, Potsdam

Der Autor Dipl.-Ing. Architekt Eberhard Lange führt gemeinschaftlich mit Dipl.-Ing. Architekt Gerald Kühn-von Kaehne ein auf Denkmalschutz spezialisiertes Architekturbüro in Potsdam.

zuletzt editiert am 04. August 2021
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