Diagramm zeigt den Vergleich der grauen Emissionen zwischen Modernisierung und Neubau.
Der Vergleich von Modernisierungen und Neubauten macht deutlich, dass Sanierungsmaßnahmen bis zu zwei Drittel weniger graue Emissionen erzeugen. (Quelle: DGNB)

Nachhaltigkeit 2025-03-11T09:16:38.414Z Sanierung schlägt Neubau

DGNB Kurzstudie unterstreicht positive Effekte von Sanierungen für den Klimaschutz

Sanierung ist besser für das Klima als Neubau, zeigt eine Kurzstudie der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB). Bei der Analyse von 19 DGNB-zertifizierten Sanierungsprojekten wurden die CO2-Emissionen im Lebenszyklus der Gebäude untersucht. Das Ergebnis: Neubauten verursachen meist deutlich höhere Emissionen als Sanierungen, sodass diese nicht durch niedrigere Emissionen in der Nutzungphase ausgeglichen werden. Zudem zeigt die Studie, dass sich frühe Modernisierungen lohnen, aber es kein allgemeines Rezept für die beste Sanierungsform gibt.

Ziel der Kurzstudie war es, Fakten für die Debatte über den Gebäudebestand zu liefern, erklärt Dr. Christine Lemaitre von der DGNB. Die Ergebnisse stützen die Forderung, dass der Klimaschutz im Bauen weg vom Prinzip „Abriss und Neubau“ hin zu Sanierungen und dem Erhalt bestehender Gebäude gehen muss.

Die Analyse basierte auf den Gebäudeökobilanzen von 19 DGNB-zertifizierten Sanierungsprojekten, darunter Bürogebäude, Hotels und Mischnutzungen. Untersucht wurden auch Faktoren wie Sanierungstyp und umgesetzte Maßnahmen.

Das Ergebnis der Studie war eindeutig: Die CO2-Emissionen bei Sanierungen sind bis zu zwei Drittel niedriger als bei Neubauten. Im Durchschnitt sind die „grauen Emissionen“ von Neubauten etwa 2,4-mal höher als bei Sanierungen. Langfristig überwiegen bei Sanierungen die geringeren Emissionen im Betrieb.

Grafik zeigt den Vergleich der Emissionen bei unterschiedlichen Modernisierungszeitpunkten von Gebäuden zwischen 2025 und 2045.
Drei Modernisierungsszenarien und deren jeweilige Gesamtemissionen bis 2045 zeigen, dass sich frühe Sanierungsmaßnahmen lohnen. (Quelle: DGNB)

Die Studie zeigt zudem, dass frühzeitige Sanierungen die klimafreundlichste Option sind, da spätere Emissionen durch die Herstellung von Neubauten nicht mehr kompensiert werden können. Die Wahl des Sanierungstyps variiert je nach Projekt, sodass jede Maßnahme individuell geprüft werden muss.

„Die Kurzstudie liefert ein solides Fundament für die Entscheidung, den Erhalt von Gebäuden zu bevorzugen“, so Dr. Anna Braune von der DGNB.

Interessierte können die Kurzstudie „Klimawirkungen von Sanierungen: Eine lebenszyklusbasierte Analyse“ online unter www.dgnb.de/hintergrundinformationen kostenfrei herunterladen.

zuletzt editiert am 11. März 2025