Beim Sanierungsprojekt „Hotel Peterhof“ wurden vorgefertigte Holzwände vor das bestehende Mauerwerk gesetzt. Das Besondere: Die Wände wurden schon werkseitig mit Holz-Rollladenkästen inklusive dezentralem Lüftungssystemen ausgestattet. Auf der Baustelle wird alles als komplette Einheit montiert.
Im oberbayerischen Neumarkt-St. Veit, idyllisch an der Rott gelegen, ist auf einer Grundstücksfläche von 963 Quadratmetern ein zukunftsweisendes Wohnprojekt entstanden. Das traditionsreiche Gebäude „Peterhof“, ehemals Gaststätte und Hotel, wurde im Rahmen einer umfassenden seriellen Sanierung nach Plänen der Wimmer Bauplanung GmbH in ein modernes Mehrfamilienhaus mit zwölf barrierearmen Wohnungen umgewandelt. Das Objekt im NH-40-EE-Standard umfasst nun vier Geschosse mit einer Wohnfläche von 675 Quadratmetern und bietet einen ausgewogenen Wohnungsmix für Singles, Paare und Familien. Die nachhaltige Quartiersentwicklung wird durch einen blickgeschützten Spielplatz im begrünten Innenhof, Carports in Holzbauweise mit extensivem Gründach sowie die Erhaltung markanter Bauelemente wie der Turmspitze unterstützt. Bestehende Holzbalkendecken wurden durch Holz-Beton-Verbunddecken an die neuen Anforderungen angepasst.

Sanierung mit System
Das Sanierungskonzept setzt auf einen seriellen Ansatz: Die vorgefertigten Holzwände wurden – neben Fenstern – bereits werkseitig mit Rollladenkästen samt dezentralem Lüftungssystem mit Wärmerückgewinnung von Leipfinger-Bader ausgestattet und vor die bestehende Ziegelwand montiert. Diese Vorgehensweise soll nicht nur eine schnelle und effiziente Bauabwicklung ermöglichen, sondern auch eine signifikante Verbesserung der Energieeffizienz. Die Außenwände wurden als komplette Einheit angeliefert und auf der Baustelle montiert.

Die Lüftungseinheiten wurden nach Abschluss des Innenausbaus in Betrieb genommen. Zunächst erfolgten Kernbohrungen durch die Bestandswand, über die die Lüftungsrohre in die vorbereiteten Kastenmodule eingeführt wurden. In Bereichen ohne Rollladenkasten – etwa bei Dachschrägen – kamen kompakte Wandeinbaublöcke zum Einsatz. Das Lüftungskonzept wurde individuell auf das Gebäude abgestimmt, inklusive der bedarfsgerechten Anzahl an Geräten pro Wohneinheit zur Sicherstellung einer effektiven Kreuzlüftung. Nach Abschluss der technischen Installationen wurden die Hohlräume der Holzwände zudem mit Einblasdämmung ausgeflockt. Die bestehende Bausubstanz wurde dabei so weit wie möglich erhalten.

Kombinierte Dämm- und Lüftungstechnik
Im Zuge der Sanierung kamen 63 Holz-Rollladenkästen mit zum Teil integrierter dezentraler Lüftung sowie fünf Wandeinbaublöcke zum Einsatz – mit insgesamt 37 Lüftungseinheiten. Die Holz-Rollladenkästen bestehen aus Holzfaserplatten und einer ökologischen Hanf-Jute-Dämmstofffüllung, die laut Hersteller gute Dämmwerte und Schallschutz bietet. Das verwendete Dämmmaterial soll aktiv CO2 binden, den Energiebedarf bei der Herstellung reduzieren und zur Nachhaltigkeit des Gesamtprojekts beitragen.
Die Kästen entsprechen zudem der Brandschutzklasse B1. Das eingesetzte Lüftungssystem Premium sorgt laut Anbieter Leipfinger-Bader für eine kontinuierliche, kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung und trägt so maßgeblich zur Energieeffizienz und zum Erhalt einer gesunden Raumluft bei. Die Geräte arbeiten besonders leise, verfügen über bedarfsgerechte Steuerungsmöglichkeiten und ermöglichen durch ihre kompakte Bauweise eine flexible Integration in verschiedene Einbausituationen.
ESG im Fokus
Das Projekt „Peterhof“ zeigt exemplarisch, wie sich ESG- Kriterien im Kontext serieller Sanierung umsetzen lassen. So sorgen die energetischen Maßnahmen – von der Holzständerbauweise über dreifach verglaste Kunststofffenster bis hin zur Fernwärmeversorgung mit Biomasse – für einen sehr niedrigen Primärenergiebedarf. Insgesamt werden durch die Sanierung rund 142,7 Tonnen CO2 gespeichert. Besonders weitsichtig werden zudem Abbruchmaterialien vor Ort recycelt und als Unterbau für die Außenanlagen wiederverwendet.