Das Eric-Tweedale-Stadion in Sydney in Holzbauweise in der Frontansicht
Nachhaltiges Design und eine ökologische Realisierung waren zentrale Vorgaben des Cumberland City Councils an das Konzept der Architekten dwp (design worldwide partnership) und die Holzbauweise von Rubner war der Schlüssel zum Erreichen dieses Ziels: Zu zeigen, dass ein Gebäude dieser Größenordnung ein äußerst nachhaltiges Bauwerk sein kann, das hoch energieeffizient ist und eine sehr geringe CO2-Bilanz aufweist. (Quelle: Brett Boardman Photography)

Technik

16. January 2023 | Teilen auf:

Stadion aus Brettsperrholz Down Under

Das Eric-Tweedale-Stadion in Granville bei Sydney ist das erste Stadion Australiens, bei dem Brettschichtholz anstelle von Stahl und Beton genutzt wurde. Dafür wurde es mit dem australischen Master Builder Association Award 2022 in der Kategorie Sporting Facilities ausgezeichnet.

Sichere und geprüfte konstruktive Lösungen in Holzbauweise mit Erfüllung aller Normen und Standards sind schon lange im großvolumigen Hochbau – und nun auch im Stadionbau – angekommen. Die Wichtigkeit des Klimaschutzes zwingt uns alle zum konsequenten Handeln zur Bewahrung und Verbesserung unserer Lebensräume und Umwelt. Stadien in Holzbauweise punkten mit extrem geringer Umweltbelastung, reduzieren die Treibhausgasemissionen sowie den Energieverbrauch und sind durch die Leichtigkeit der Konstruktion sogar für die Errichtung in erdbebengefährdeten Regionen geeignet. Zahlreiche Kommunen und Vereine weltweit, die die FIFA-Nachhaltigkeitsstrategie umsetzen und Klimaschutzinitiativen unterstützen, bauen bereits sprichwörtlich auf das einzig nachwachsende Baumaterial. So wurde beispielsweise mit dem Westhills Stadion in Langford, British Columbia, Kanada das erste Fußballstadion komplett aus Brettschichtholz gebaut. Entwickelt, produziert und montiert von Rubner.

Das neue, hochmoderne Eric-Tweedale-Stadion in Sydney mit 750 Sitzplätzen ist die Heimat des erstklassigen Rugbyteams "Two Blues" Trainingseinrichtung des A-League Macarthur Football Club. Das Stadion wird darüber hinaus für Gemeindeveranstaltungen und andere Events genutzt. Benannt wurde der Sportkomplex übrigens nach dem australischen Rugby-Spieler Eric Tweedale. Anlässlich seines hundertsten Geburtstags im Jahr 2021 wurde das ursprünglich Granville Park Stadium genannte Stadion in Eric-Tweedale-Stadium umbenannt.

Ökologisches Design als Vorgabe

Nachhaltiges Design und eine ökologische Realisierung waren zentrale Vorgaben des Cumberland City Councils an das Konzept der Architekten dwp (design worldwide partnership) und die Holzbauweise war der Schlüssel zum Erreichen dieses Ziels: Zu zeigen, dass ein Gebäude dieser Größenordnung ein äußerst nachhaltiges Bauwerk sein kann, das hoch energieeffizient ist und eine sehr geringe CO2-Bilanz aufweist.

In Synergie mit der Region

Das architektonische Konzept des Eric-Tweedale-Stadions wird von der harmonischen Integration des Stadions in die unmittelbare Umgebung und der Geschichte der Cumberland Plain Woodlands, einer einzigartigen Naturlandschaft in der Sydney Basin Bioregion, bestimmt. Das an der Westseite des Granville Parks gelegene Stadion ist im Osten von einem Rugbyfeld und im Westen von alten, farbenprächtigen roten und grauen Eukalyptusbäumen umgeben, die es vom Parkplatz und der Straße abgrenzen. Vielfältig nutzbare Veranstaltungs- und Gemeinschaftsräume mit einer hellen und einladenden Atmosphäre öffnen sich zur Aussichtsplattform an der südöstlichen Ecke des Gebäudes. Die Tribüne hat ein Fassungsvermögen für 750 Zuschauer und umschließt unter anderem die Umkleideräume, Verwaltungs- und Erste-Hilfe-Bereiche sowie eine Großküche.

Klimaschutz großgeschrieben

Das Dach aus Brettschichtholz kragt mehr als acht Meter über die Sitzplätze der Tribüne aus und stellt gleichzeitig mit der einfachen, aber eindrucksvollen Formgebung einen historischen Bezug zu dem Wald her, der einst das Gelände dominierte. Abgesehen von der geringen CO2-Bilanz aufgrund der Holzkonstruktion verfügt das Stadion über eine Ost-West-Ausrichtung, die eine natürliche Querlüftung ermöglicht. Die auskragenden Dachbereiche dienen als Sonnen- und Regenschutz. Die moderne Photovoltaikanlage auf der kompletten Fläche des Stadiondachs erzeugt einen großen Teil des benötigten Stroms für die Sportanlage. Ein riesiger Regenwassertank sorgt für die Bewässerung des Rugbyfeldes, der umliegenden Grünflächen sowie für die Toilettenspülungen. Das Stadion leistet mit rund 130 Tonnen eingespartem CO2 einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz.

zuletzt editiert am 16.01.2023