Die Gewinner der ersten proHolz Student Trophy sind gekürt. Rund 160 Studierende aus ganz Österreich haben sich mit 45 Entwürfen am architektonischen Wettstreit beteiligt.
Ihre Aufgabe war es, in einem interdisziplinären Team aus angehenden ArchitektInnen, BauingenieurInnen und Holzbaufachleuten einen Aussichtsturm für Graz zu entwickeln. Ein solcher „Stadthochsitz“ könnte nicht nur im Stadtzentrum neue Blickwinkel eröffnen, sondern auch an speziellen Orten wie dem Schlossberg oder den neu gestalteten Reininghau sgründen.
Um den ArchitektInnen und BauingenieurInnen von morgen den Traditionswerkstoff Holz nahe zu bringen, wurde von proHolz Steiermark in Kooperation mit den bundesweiten proHolz Organisationen und der Holzbau Austria die Student Trophy – ein österreichweiter Studierendenwettbewerb für Holzbau – ins Leben gerufen.
1. Preis
Projekt 4:1 von Christoph Dexl und Sebastian Krautzer, TU Graz
Vier Boxen, ein Turm. Durch den Treppenverlauf und die begehbaren Boxen eröffnen sich immer neue Perspektiven und verschmelzen miteinander. Man wollte ein platzsparendes System schaffen, das in möglichst wenigen Arbeitsschritten zu errichten ist. Der Transport wird durch die Boxen erleichtert, die vor Ort nur noch zusammengesteckt werden müssen. Als Holzart wurde Kiefer gewählt, da dieses Holz für den Außenbau gut geeignet und sehr vielseitig ist. Die vier Boxen sind bereits auf Gehrung vorgefertigt. Um sie aufstellen zu können, werden die einzelnen Boxen mittels Schlagbolzen verbunden. Unsichtbar auf der Unterseite der Boxen sollen für eine erhöhte Stabilität Stahlplatten angebracht werden. Die Treppen sind frei mit Tragbolzen am Holz zu befestigen. Das Fundament des Turms ist ebenfalls zerlegbar und leicht zu transportieren. Der innovative Gehalt des Projekts liegt in seiner Einfachheit: Der Turm besteht aus wenigen Teilen, auch die Treppe ist aus einem massiven Stück Holz anstatt aus Einzelteilen gefertigt.
2. Preis
Projekt Voll.Holz von Markus Steger, Christian Königshofer, Roman Freistätter und Andreas Maierhofer, FH Joanneum.

Ein Turm, eine Treppe, zwei Wege, 12 Meter, 360° Ausblick und unterschiedliche Lichtspiele, je nach Uhr- und Jahreszeit. Aus der Ferne beinahe massiv - je näher, desto filigraner. Gestaltungselemente: Verdrehung und Schichtung des Holzes. Die Drehung von unten nach oben ist eine Komplettdrehung von 45°. Es gibt eine Begegnungszone zwischen aufsteigenden und absteigenden Personen. Ab hier existiert nur noch eine gemeinsame Treppe. Die Konstruktion ist das Herzstück des Entwurfs. Es wurde ein eigener Knoten entwickelt, der zu 100 % aus Holz besteht. Das Knoten-System wird universell für den gesamten Turm eingesetzt. Jede Ebene wird zugsicher verbunden. Der Sicherungsstift ist keilförmig ausgeführt, damit man eine gewisse Vorspannung erreicht. Die Dübel sind schon vorab eingefügt, um den Aufbau zu erleichtern.
3. Preis
Projekt Modulare Wandlung von Martin Kittel, Tobias Küke, Michael Pöschl, FH Spittal/Drau

Ein wandelbarer Turm nach dem Modul-Konzept, der sich auf jeden der drei potenziellen Standorte individuell bezieht und sich mit dem Umfeld verändert. Das Grundmodul ist ein abgeschrägter Quader mit trapezförmigem Volumen. Die Volumengröße ergibt sich aus Überlegungen zu Wirtschaftlichkeit, Montage, Vorfertigung und Transport einerseits sowie zu Gestaltung und Vielfalt andererseits. Jedes einzelne Modul besteht aus einer Tragstruktur. Es dringt Licht nach innen, von außen kann der Besucher jedoch nur erahnen, wie es innen aussieht. Der Turm ermöglicht durch seine Neigung hin zum Kunsthaus einen guten Ausblick auf diesen außergewöhnlichen Bau. Erst von ganz oben hat man einen kompletten Blick auf das Kunsthaus. Durch die Formensprache und die Wechselwirkung mit der Natur geht der Turm auf den Platz ein. Am Schlossberg haben die Besucher von der mit Sitzmöglichkeiten ausgestatteten Plattform einen Rundumblick auf die ganze Stadt. Am Kaiser-Josef-Platz werden zwei Module anders eingesetzt. Dadurch entstehen zwei Türme mit einer Gasse dazwischen, die völlig neue Perspektiven eröffnet. Das Projekt ist eine Schichtholzkonstruktion. Acht vertikale Stützen ergeben je ein Modul, das als statisch abgeschlossenes System anzusehen ist.
Anerkennungspreise
- Projekt Wooden Cloud von Armin Budler, Thomas Solfelner, Kevin Serglhuber und Bernhard Nöbauer, FH Joanneum
- Projekt Durchblick von Mirjam Wagner, Tanja Hofer und Michael Danzinger, FH Joanneum
- Projekt Graz360 von David Gsenger, Robert Siebenhofer, Laurids Axel Schloffer und Christian Rauch, FH Joanneum