Im März 2011 trat die Fachinformation "Windlasten auf Dächern mit Dachziegel- und Dachsteindeckungen" des Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) in Kraft. Diese verschärft die Anforderungen, die bei Dacheindeckungen auf den Verarbeiter zu kommen. Unsere Serie in Zusammenarbeit mit Wienerberger erläutert, worauf es ankommt.
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registriert die Versicherungswirtschaft de facto eine im Vergleich zu den Fünfziger Jahren verdoppelte Schadenshöhe durch Starkwindereignisse. Es ist nicht mehr und Dachsteinen" und wird zum 1. März 2011 in Kraft treten. Durch die Berücksichtigung europäischer Normen deckt die Fachinformation bereits zukünftige bauaufsichtliche Regelungen ab.
DIN macht Druck
Die Ursprünge der Windlastnorm DIN 1055 gehen auf das Jahr 1938 zurück. Damals nahm man für das gesamte Geltungsgebiet der DIN (Reichsgebiet) gleiche Windkräfte an; eine Einteilung in verschiedene Windzonen blieb aus. Diese starke Vereinfachung der Windlastannahme fiel seinerzeit nicht ins Gewicht. Die Gebäude waren massiv errichtet, die Rechenmethoden grob und die Leistungsreserven der Tragwerke entsprechend hoch Computerunterstützte Statikberechnungen erlaubten in der Folgezeit leichtere Bauwerke mit immer präziser bestimmten Tragwerken, die entsprechend geringere Leistungsreserven aufwiesen. Dabei rückte der früher im Vergleich zur Masse eines Gebäudes fast vernachlässigbare Lastfall Wind zunehmend in den Fokus.
DIN 1055 überarbeitet
Als neuer Parameter für eine exaktere Ermittlung der Windlasten auf ein Gebäude wurde mit zunehmenden Starkwindereignissen schließlich der sogenannte "50-Jahres-Wind" definiert. Das ist der stärkste in einer Zeitspanne von fünfzig Jahren gemessene Wert. Der "50-Jahres-Wind" liefert den maximalen Geschwindigkeitsdruck, der als die zu berechnende Kraft des Windes gilt und in die DIN 1055 Teil 4 als Rechengröße einfloss. Die Notwendigkeit, Deutschland in unterschiedliche Windzonen einzuteilen, ergab sich nach der Einbeziehung des "50-Jahres-Windes" als Parameter praktisch zwangsläufig: Während in weiten Teilen Mittel- und Süddeutschlands Starkwinde weiterhin relativ selten waren, stürmte der "50-Jahres-Wind" in der norddeutschen Tiefebene bereits etwa alle zehn Jahre, entlang der Küsten sogar durchschnittlich einmal pro Jahr. Besonders die Versicherungswirtschaft setzte sich aufgrund des zu verzeichnenden Anstiegs der auf Sturmereignisse zurückzuführenden Schadensstatistik besonders aktiv für eine Novellierung der DIN 1055 ein.

Dass der Wind in Deutschland nicht überall gleich stark wehte, wurde erstmals 1969 in einer Windzonenkarte der DIN 4131 "Antennentragwerke aus Stahl" dokumentiert. Auch die Fachregel des ZVDH für Dachdeckungen mit Dachziegeln und Dachsteinen von 1997 enthielt bereits eine Windzonenkarte. Die damals geltende DIN 1055, Ausgabe 1986, beinhaltete eine derartige Karte noch nicht. Die neueste Windzonenkarte in der DIN 1055 Teil 4, "Einwirkungen auf Tragwerke Windlasten" Ausgabe März 2005, basiert mittlerweile auf Messwerten von über 250 Messstationen des Deutschen Wetterdienstes und berücksichtigt die zunehmenden Wetterextreme.
Diese Windzonenkarte, die Deutschland nach Verwaltungsgrenzen in vier Windzonen unterteilt, ist Bestandteil der neuen Fachinformation. Für die Bestimmung der Windzone eines Standorts stehen dem Verarbeiter verschiedene Tabellenwerke, zum Teil auch mit einem Postleitzahlenbezug, als Unterstützung zur Verfügung. Sie sind ebenso auf der CDFassung der Fachregel des ZVDH, auf der Internetseite des Deutschen Instituts für Bautechnik (www.dibt.de) unter "Aktuelles/technische Baubestimmungen" oder auch auf den Internetseiten verschiedener Hersteller von Sturmklammern oder Deckmaterialien zu finden. Die aktuell neueste Fassung der Windzonentabelle (Version 5) ist vom 30.8.2010.
Autoren:
Jürgen Henrich, Dirk Kühne, Gerard Halama