„Wälder und Nahrung“ – das ist das Motto der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) zum diesjährigen Internationalen Tag des Waldes.
Es soll auf die vielfältigen Funktionen von Wäldern und Bäumen in Ernährungssystemen aufmerksam gemacht werden, heißt es auf der Themen-Seite des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Auch in Deutschland helfe der Internationale Tag des Waldes daran zu erinnern, welche vielfältige Rolle die Wälder in unserem Leben spielten, aber auch welchen aktuellen Gefährdungen der Wald durch den Klimawandel ausgesetzt sei.
Agroforstsysteme ...
- bieten Einkommen und Ernährung,
- haben großen Handlungsbedarf bei der globalen Wiederbewaldung,
- unterscheiden sich stark und stehen in Flächenonkurrenz zur Landwirtschaft,
- bieten Möglichkeiten der Lösung der Flächenkonkurrenz: Gehölze mit Ackerkulturen oder Tierhaltung kombinieren und könnten so für mehr Biodiversität, höhere Bodenfruchtbarkeit, bessere Wasserspeicherfunktion durch Beschattung, Winderosionsschutz und mehr Ernährungs- bzw. Einkommensquellen sorgen,
- befinden sich weltweit schätzungsweise zu 78 Prozent in den Tropen und zu 22 Prozent in gemäßigten Breiten.
Die nachhaltige Nutzung der Wälder sichert langfristig deren ökologische, wirtschaftliche und soziale Funktionen. Auf dieser Grundlage haben der weltweite Schutz von Wäldern und eine nachhaltige Forstwirtschaft vor allem in ländlichen Gebieten einen entscheidenden Einfluss auf die Nahrungs- und Trinkwassersicherheit sowie die Sicherung von Arbeitsplätzen von Milliarden Menschen weltweit, so das BMEL.
Nüsse, Früchte, Samen, Wurzeln, Pilze, Honig... Die Liste an Waldprodukten sei lang, informiert auch die Fachagentur für Nachwachsende Rohstoffe (FNR). Auch Wildfleisch sei in weiten Teilen der Welt Grundnahrungsmittel und eine essentielle Proteinquelle. Die Ernährung mit Produkten aus dem Wald sei zudem gesund. Laut FNR zeigen Studien, dass sich Kinder, die in der Nähe von Wäldern leben, gesünder ernähren als solche, die in weniger bewaldeten Landschaften leben.
Wälder stellten auch bei Missernten, Konflikten oder anderen Krisenzeiten für viele Menschen eine wichtige alternative Nahrungsquelle dar. Sie würden in kritischen Zeiten die Ernährung sichern, trügen aber auch zu einer Diversifizierung der Einkommen der ländlichen Bevölkerung bei. Vor allem Nichtholzprodukte, wie Nahrungsmittel, Rohstoffe (Harze, Öle, Kautschuk u. a.) oder medizinische Pflanzen, stellten wichtige ländliche Einkommensquellen dar.
Indem sich Wälder positiv auf die Landwirtschaft und auf die Bereitstellung von Trinkwasser auswirken, tragen sie auch indirekt zur Ernährungssicherung bei. Wälder sind nicht nur Lebensraum für bestäubende Insekten oder bieten Schutz vor Erosionen, sie sind auch ein wichtiges Element bei der Wasserbereitstellung. Waldböden können große Mengen Wasser aufnehmen, es filtern und speichern. Sie wirken sich damit auch auf umliegende Landschaften aus und sorgen für Wassernachschub auch in trockenen Zeiten. Außerdem werden weltweit ca. 85 % der Großstädte mit Trinkwasser aus Waldeinzugsgebieten versorgt.
