Prof. Hermann Kaufmann hält einen Vortrag.
Über 120 Besucher wollten den spannenden Vortrag von Prof. Hermann Kaufmann beim Allgäuer Holztag im Rahmen der Allgäuer Festwoche sehen und hören. (Quelle: Nicolas Felder)

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23. August 2022 | Teilen auf:

Prof. Hermann Kaufmann beim Allgäuer Holztag

Rund 120 Besucher folgten Mitte August der Einladung des Holzforum Allgäu zum Allgäuer Holztag, bei dem auch Prof. Hermann Kaufmann einen Vortrag hielt. Kemptens Oberbürgermeister Thomas Kiechle und die Oberallgäuer Landrätin Indra Baier-Müller gingen in ihren Grußworten auf die Bedeutung von Wald und Holz ein.

Mit dem Architekten Prof. Hermann Kaufmann zeigte einer der wegweisenden Holzbau-Experten unserer Zeit in seinem Vortrag auf, welche Zukunftschancen moderner Holzbau liefern kann. In einem weiten Bogen sprach Kaufmann über den wichtigen Beitrag von Holz zum Klimaschutz, die Vorteile im Bereich der Planung und Fertigung sowie für die Landschaftsästhetik und untermauerte das Ganze mit eindrucksvollen Bildern.

Besonders den Regionen, die bereits Strukturen im Wald-Holz-Sektor aufweisen, bieten sich ungeahnte Möglichkeiten für die verstärkte Nutzung der wertvollen heimischen Holzressourcen und damit auch für die Dekarbonisierung des Bauens unter Wahrung kurzer Kreisläufe. Damit einher gehen Schaffung und Erhalt hochwertiger Arbeitsplätze in der Region. Qualitativ gut ausgebildete Fachkräfte sind eine Voraussetzung für das Gelingen all dieser Konzepte. Beispielhaft nannte Kaufmann die Erfahrungen aus dem Vorarlberg und zeigte die Parallelen zum Allgäu auf, wie z.B. den erfolgreichen Abschluss der ersten Holztechniker-Ausbildung in Immenstadt.

Im Allgäu hat Holz eine lange Tradition. Die Möglichkeiten diese in einer modernen Holzbaukultur fortzusetzen und in Form neuer Fertigungsverfahren weiterzuentwickeln, bietet weitere Chancen.

Kaufmann gewährte auch einen Blick in die Zukunft, Planungsverfahren, die die Rückbaubarkeit und damit auch die Wiederverwendung von ganzen Elementen berücksichtigen werden an Bedeutung weiter zunehmen. Die Betrachtung eines Gebäudes über seinen gesamten Lebenszyklus ganz nach Prinzip „cradle to cradle“ also von der Wiege zur Wiege als geschlossener Rohstoffkreislauf wird ebenfalls immer wichtiger. Hier kann der Holzbau mit seinen Eigenschaften besonders punkten.

In der anschließenden Runde wurde mit den Besuchern über Themen wie Fachkräftemangel, den sparsamen Einsatz von Holz und die Möglichkeiten regionaler Wertschöpfungsketten diskutiert.

Der spannende Vormittag auf der Allgäuer Festwoche machte allen Besuchern klar: Aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern schützt die Verwendung von Holz das Klima. In den Produkten bleibt der Kohlenstoff gebunden und nachwachsende Bäume bilden neue Kohlenstoffspeicher. Regionale Wertschöpfungsketten sind besonders in Krisenzeiten äußerst wertvoll, und für Planer bietet der Baustoff Holz mit seiner Vielseitigkeit ungeahnte Möglichkeiten moderne Architektur mit einem traditionellen Ambiente in Einklang zu bringen.

Über den Holzforum Allgäu e.V.

Der Verein Holzforum Allgäu ist die einzige Regional-Organisation in der Holzwirtschaft, in der alle Mitglieder der Wertschöpfungskette vertreten sind: vom Waldbesitzer, Säger über Holzbauunternehmer und Schreiner bis hin zum Architekten. Ziel des Vereines ist es, das heimische Holz und die daraus entstehenden Produkte zu fördern und durch die Kontakte zwischen den einzelnen Branchen neue Absatzmöglichkeiten herzustellen sowie die Wertschöpfungskette Holz für die Bevölkerung transparent zu machen. www.holzforum-allgaeu.de

zuletzt editiert am 24.08.2022