11. November. Holzkonstruktionen wie Balkone und Brücken, die sich im Freien befinden, sind besonders anfällig für Pilze und Verrottung. Zimmermeister Hubert Nowack aus Rottweil, durch seine Tätigkeit als Restaurator häufig mit diesem Problem konfrontiert, entwickelte deshalb ein System für Holzverbindungen, das solchen Bauten eine deutlich höhere Lebensdauer verschaffen soll.
Für seinen Distanzdübel Nowa+ und für den erfolgreichen Transfer zwischen Ihm und dem Steinbeis-Transferzentrum Villingen wurde er im September 2010 mit dem Technologie-Transfer-Preis des Deutschen Handwerks, Professor-Adalbert-Seifriz-Preis, ausgezeichnet.
Schmutz und Feuchtigkeit setzen sich gerne in kleinen Spalten im Holz ab und bieten so einen idealen Nährboden für Pilze. Als Folge davon wird das Holz morsch und verrottet frühzeitig. Hiervon betroffen sind Bauten, die der freien Witterung ausgesetzt sind, und zwar besonders an den Knotenpunkten, wo direkte Kontaktflächen zwischen verschiedenen Holzbauteilen bestehen. Hier kann sich die Feuchtigkeit besonders gut halten. Das System Nowa+ hingegen sorgt laut Entwickler dafür, dass alle Stellen einer Knotenverbindung mit ausreichend Luft umspült werden. Dies geschieht mit speziellen Dichtringen und Dübeln, die die einzelnen Holzteile auf Abstand halten und einen direkten Kontakt zwischen ihnen vermeiden. So kann aufgenommene Feuchtigkeit an der Oberfläche wieder abgegeben werden und staut sich nicht im Holz.
Bei vertikalen Holzverbindungen erfolgt der Anschluss durch Dübel aus verzinktem Stahl oder Edelstahl, die wie gewöhnlich eingebaut werden: Es werden Ringnuten in das Holz gefräst, dort werden die Dübel eingesetzt. Die im Ringkeildübel integrierte Scheibe sorgt dabei für einen 10mm breiten Spalt zwischen den Holzbauteilen. Alternativ zum Ringkeildübel kann ein Scheibendübel verwendet werden, in diesem Fall bestimmt die Einlasstiefe des Scheibendübels ins Holz den Abstand. Gelangt nun Nässe an den Knotenpunkt, so sammelt sich das Wasser an der unteren Ringseite und kann so über dem Luftspalt abtropfen. Feuchtigkeit, die in das Holz gelangt, wird wieder nach außen abgegeben.
Für horizontale Verbindungen werden Polymerringe und Abdeckbleche verwendet. Zunächst wird zwischen einer einseitig abgeschrägten Pfette und dem aufliegenden Balken, der entsprechend abgeschrägt ist, ein beidseitig abgekantetes Abdeckblech gelegt. An den Kreuzungspunkten der Pfette mit dem Balken wird jeweils ein Loch in das Blech gestanzt. Der Lochrand wird ringsum aufgebördelt, bevor die 10 mm dicke Polymerdichtung aufgelegt wird. Zum Schluss wird nun eine Schlüsselschraube oder ein Bolzen von oben durch den vorgebohrten Holzbalken eingesenkt. Das schräg liegende Abdeckblech sorgt dafür, dass Wasser gut abfließen kann, der gegebene Abstand von 10 mm zwischen den Holzbalken garantiert, dass das Holz nach Aufnahme von Feuchtigkeit wieder schnell trocknet. Alle Komponenten können nach Zeichnung gefertigt und geliefert werden.
Bei Interesse steht Hubert Nowack gerne zur Beratung zur Verfügung.
Zimmerei Hubert Nowack
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