Die Zeiten, in denen die Bauweise von Bürogebäuden von der Anzahl und Größe derBüroräume bestimmt wurde, sind längst vorbei. Auch diese Gebäude müssen heutzutage wie die darinarbeitenden Personen möglichst flexibel sein. Da liegt es nahe, als Tragkonstruktion ein Hallentragwerk zuwählen und so ohne störende Wände und Stützen im Innern auszukommen.
Vor über 60 Jahren als Zimmerei gegründet, hat sich das Schweizer Familienunternehmen Zaugg AG Rohrbach zu einem vielseitigen Unternehmen entwickelt. So bietet es heutzutage Leistungen im Bereich Holzbau, Stahlbau, Gebäudehülle und Innenausbau an. Zudem verfügt es über eine umfangreiche Flotte an Pneukranen, Transportfahrzeugen und Hebebühnen. Auf Basis langjähriger Erfahrung insbesondere im Bereich Landwirtschaft und Pferdesport hat sich das Unternehmen zum Spezialisten im Hallenbau weiterentwickelt. Mit hauseigenen Planern und Ingenieuren ermöglicht man heute geforderte Standards wie Minergie-P und Minergie-ECO auch im Hallenbau. So entstehen Bauten für Gewerbe und Industrie, die wirtschaftliche und funktionelle Anforderungen vereinen. Die langjährige Erfahrung in Verbindung mit hoher Fachkompetenz ermöglicht die Entwicklung, Planung und Realisierung komplexer Hallenbauten im privaten und öffentlichen Sektor.

Mitseinem neuen Verwaltungsgebäude mit einem Volumen von 6563 m³ zeigt das Unternehmen beispielhaft auf, dass sich Hallenbau hervorragend eignet, auch architektonisch anspruchsvolle Dienstleistungsgebäude zu erstellen. Offene Raumstrukturen und Glaswände erhalten gezielt den Hallencharakter und verleihen dem Gebäude Leichtigkeit und Transparenz. Das Farbkonzept unterscheidet Haupttragwerk und sekundäre Bauteile, wodurch nochmals die Konstruktionsweise unterstrichen wird. Die schräg verlaufende Fassade aus senkrechten Lärchenlamellen steigt gegen Südwest an, wodurch sich das Gebäude dem Besucher einladend öffnet. Das drei Meter auskragende Vordach funktioniert als Sonnenschutz sowie als konstruktiver Schutz der Fassade vor Witterungseinfluss. Die Anordnung und Gestaltung der Arbeitsplätze orientiert sich an den betrieblichen Abläufen und Bedürfnissen. So liegen beispielsweise CAD-Arbeitsplätze, die indirekte Beleuchtung brauchen, nordseitig. Über die südwärts ausgerichtete und großflächig verglaste Längsseite wird der Empfangsbereich in den Wintermonaten mit angenehmer Sonnenenergie versorgt.
Hölzernes Tragwerk überspannt 20 m freitragend
Die Außenwände des Untergeschosses, die Bodenplatten sowie die Decke über dem Untergeschoss sind in Stahlbeton ausgeführt. Sämtliche Bauteile aus Stahlbeton wurden in einer Stärke von mindestens 25 cm erstellt; einerseits aus Gründen der Wasserdichtigkeit, andererseits, um ausreichend Platz für den Beton und sämtliche Zuleitungen für Elektro, Heizung und Lüftung zu gewährleisten.
Die Hauptträger der Dachkonstruktion bestehen aus geraden, 20 m langen BSH-Trägern mit einer Breite von 20 cm. Die Träger sind überhöht, damit die Durchbiegungen aus den ständigen Lasten eingehalten werden können. Der vertikale Lastabtrag erfolgt über Stützen aus Brettschichtholz in den Unterbau.
Die Dachelemente bestehen aus einer OSB-Platte und Vollholzpfetten. Sie sind mit der Oberkante des Hauptträgers bündig eingesattelt, um die Verlegung der Dampfbremse und der Dämmung zu vereinfachen. Die Akkustikdämmung, das schwarze Vlies sowie die Untersicht aus mit Alu-Pigmenten lasierten Latten wurden bereits im Werk angebracht. Die Dachelemente wurden zudem als Dachscheibe ausgebildet, um die Horizontalkräfte über sichtbare Wandverbände aus Zugstangen in den Unterbau abzuleiten.
Die Zwischendecken des Obergeschosses bestehen aus Brettstapelmodulen mit Akkustikfräsung. Diese sind auf Unterzügen aus BSH in den Giebelwänden bzw. aus Stahl im Innenbereich aufgelegt.
Die den Stützen vorgehängten Fassadenriegel dienen als Auflager der 2,50 m breiten Fassadenelemente.
Das Vordach wurde im Werk vorfabriziert und anschließend auf die montierten Dachelemente aufgedoppelt und verankert. Die Vordachelemente sind am Dachrand mit einem Stahlprofil verbunden, das an die überhöhten Ecksticher anschließt.
Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in BAUEN MIT HOLZ Ausgabe 1.2011.
Hans-Lukas Niederer
Hans-Lukas Niederer ist Kundenberater Bau bei der schweizerischen Zaugg AG, Rohrbach.