Weiterbildung Vom 17. Januar bis zum 14. Februar 2024 fand erstmalig die neu entwickelte Seminarreihe „Fachkraft für die Arbeitsvorbereitung im Holzbau“ statt. 50 Interessierte aus dem Holzbau nahmen an der Weiterbildung, die sich aus fünf Onlinemodulen und einem Präsenztag zusammensetzte, teil.
Der Hintergrund der Teilnehmenden war bunt gemischt. Vom Auszubildenden im dritten Lehrjahr bis zum Geschäftsführer, vom 23jährigen, der die Arbeitsvorbereitung im Unternehmen zukünftig übernehmen soll, bis zum 60jährigen mit viel Erfahrung, Zimmerleute aus großen namenhaften Holzbaubetrieben oder aus kleineren Zimmereien: Das Interesse, sich bezüglich der Arbeitsvorbereitung im vorgefertigten Holzbau weiterzubilden, vereinte die Beteiligten.
Den Anfang machten Gerd Prause und Stefan Weggler mit einer Einführung in die Aufgaben und die Rolle der Arbeitsvorbereitung. Beide leiten seit vielen Jahren Planungsbüros mit dem Schwerpunkt Arbeitsvorbereitung in Lindlar bzw. Gersthofen. Gerd Prause schlug den Bogen vom Stellenwert der Arbeitsvorbereitung über den Planungsprozess im Holzbau bis zum Informationsaustausch im BIM-Projektablauf. Dafür ist eine digitale Projektplattform Voraussetzung. Bei einer ordnungsgemäßen Planung kann die Arbeitsvorbereitung beispielsweise mit einem sogenannten Modelchecker eine Kollisionskontrolle aller Fachplanungen und Überprüfung von Bauregeln durchführen. Stefan Weggler konzentrierte sich in seinem Part auf die Beteiligung des Holzbauunternehmens in den verschiedenen Leistungsphasen und die Ergebnisse aus der Arbeitsvorbereitung, die auf der Baustelle benötigt werden. Weiterhin stellte er die Lean-Methode vor, die die Linearität der HOAI-Leistungsphasen durch agile und integrale Planungsprozesse ablöst.
Mit der Haustechnik beschäftigte sich am nächsten Nachmittag Gerrit Horn. Er führt ein Architektur- und Ingenieurbüro in Kaiserlautern, das auf Passivhäuser in Holzbauweise spezialisiert ist. Die Chance im Holzbau besteht darin, mit einer guten Vorplanung und exakten Vorfertigung Chaos auf der Baustelle zu vermeiden. Gerrit Horn stellte die verschiedenen Bestandteile der Haustechnik vor und zeigte anhand von Detailbeispielen, wie sie jeweils in die Arbeitsvorbereitung integriert werden können.
Während des Präsenztermins führte Christoph Rohs in das digitale Aufmaß ein. Er ist seit vielen Jahren bei Prause Holzbauplanung, Lindlar, in der Arbeitsvorbereitung tätig und auf das Aufmaß von Gebäuden spezialisiert. Ausgestattet mit Laserscanner, Tachymeter und Zielmarken zeigte er den Teilnehmenden, wie er das Aufmaß für eine fiktive Überdachung aufnahm, sie am Rechner zusammenführte und daraus ein 3D Modell erstellte. In einem einführenden Vortrag wies er darauf hin, was bei der Planung eines Aufmaßes beachtet werden soll.
Einen Überblick über die aktuellen Anforderungen aus Bauphysik und Brandschutz gab Annette Clauß in zwei Modulen. Annette Clauß ist seit vielen Jahren als Holzbauingenieurin bei Maas-Ingenieure GmbH in Werl tätig. Sie zeigte Vorschläge auf, wie die Anforderungen an Wärme-, Schall, -und Brandschutz in der Sanierung und im Neubau umgesetzt werden können und worauf die Arbeitsvorbereitung achten sollte.
Im letzten Teil ging Stefan Weggler auf die Vorfertigung, den Transport und die Montage ein, also alles, was nach der Arbeitsvorbereitung kommt, aber von ihr während der Planung beachtet werden muss. Dabei gab er viele Praxistipps. Beispielsweise sei es sinnvoll, Schwellen wegen der Zugkräfte beim Krantransport an den Türöffnungen durchlaufen zu lassen und erst nach der Montage auszuschneiden. Sogenannte Cutouts, also kleine ausgeschnittene Würfel an der Unterseite der Schwelle, helfen beim Schnitt dabei, dass die Motorsäge scharf bleibt und nicht in die Bodenplatte schneidet.
Die Seminarreihe „Fachkraft für die Arbeitsvorbereitung im Holzbau“ findet regelmäßig zweimal im Jahr statt. Die Termine, weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung im Kasten und unter
www.bauenmitholz.de/Arbeitsvorbereitung .
„Prinzipiell wird mich jede Unterrichtseinheit in Zukunft begleiten. Der Fokus lag für aber mich auf Werkstattplanung, Verladung und Transport. Denn das ist die Schnittstelle nach draußen in Fertigung.“
Maximilian Burkhardt, staatlich geprüfter Bautechniker bei Müllerblaustein Holzbauwerke GmbH
