Ein Sprecher, der ein Mikrofon hält und neben einem Motivationszitat steht, welches lautet: Stell dir vor, die Zukunft wird wunderbar und du bist schuld.
Ob auf der Leinwand oder als reale Person: Christoph Krause, Experte vom Mittelstand-Digital Zentrum Handwerk, moderierte das Holzbau-Barcamp. (Quelle: Der Zimmermann)

News 2024-10-01T10:57:09.901Z Austausch auf Augenhöhe

„Die erste Voraussetzung: wir duzen uns hier alle“ begrüßte Moderator Christoph Krause, Experte vom Mittelstand-Digital Zentrum Handwerk, die Anwesenden beim zweiten Holzbau-Barcamp in Kassel am 26. September 2024, organsiert von Holzbau Deutschland und den Leistungspartnern des Verbandes.

Aber was ist ein Barcamp eigentlich?

Ein Barcamp ist laut Wikipedia eine offene Tagung mit offenen Workshops, deren Inhalte und Ablauf von den Teilnehmenden zu Beginn der Tagung selbst entwickelt und im weiteren Verlauf gestaltet werden.

So fanden sich auch schnell 12 Personen unter den etwa 50 Anwesenden, denen ein Thema unter den Nägeln brannte. Mit vier parallelen Strängen in insgesamt drei Sessions wurde sich unter anderem über Robotik, Gebäudetyp E, Smarte Zimmerei, Energiedächer oder Bauprozesse im Holzbau ausgetauscht.

Thema gefunden: Gebäudetyp E

Die Gruppe, die sich zum Gebäudetyp E zusammenfand, stellte schnell fest, dass der Leitfaden und der Gesetzesentwurf dazu nicht viel aussagt und keine Arbeitsgrundlage bietet. Eigentlich bräuchte es Bauteilkataloge, die definierte Standards schaffen. Zudem stellte sich die Frage, worauf wir eigentlich verzichten wollen und können, etwa auf die Barrierefreiheit oder vielleicht auf einen guten Schallschutz? Oder ist es nicht vielmehr ein gesellschaftliches Problem und sollte es statt Gebäudetyp E (wie einfach) eher „Wohnen E“ heißen? Wieviel Quadratmeter pro Person benötigen wir, welcher Komfort ist wirklich vonnöten?

Ein weiteres Thema: Digitales Aufmaß und Datenverarbeitung

Beim Workshop “Smarte Zimmerei“ ging es um das digitale Aufmaß und die weitere Verarbeitung der Daten. Wofür lässt sich eine Drohne einsetzen und wann sollte doch eher ein Laserscanner und ein Tachymeter zum Zuge kommen. Bei einem waren sich alle einig, egal welches Vermessungsinstrument eingesetzt wird, die Person, die es nutzt, muss auch den Verstand einschalten, sonst nutzten die besten Gerätschaften nichts.

Mehrere Teilnehmer stehen vor einer Präsentation auf einer Bühne bei einem Event.
Schnell fanden sich zwölf Personen, die im Plenum für eigene Themen warben und dazu je eine Arbeitsgruppe gestalteten. (Quelle: Der Zimmermann)

HOAI: Bauprozesse im Holzbau?

Das Bild zeigt eine Gruppe von Menschen, die an einer Besprechung oder einem Workshop in einem modernen Konferenzraum teilnehmen.
Die Teilnehmenden in ihren Sessions gestalteten und organisierten den Verlauf eigenständig. (Quelle: Der Zimmermann)

Ein leidiges Thema sind die Planungsprozesse, die, wenn man sie in die Leistungsphasen der HOAI presst, nicht zum Holzbau passen. Unter den Titel „Bauprozesse im Holzbau“ fragten sich die Anwesenden, warum es in vielen Planungsprozessen immer noch nicht möglich sei, dass der Holzbau bereits frühzeitig eingebunden wird, wie es eine gelingende Vorfertigung beansprucht. Auch BIM (Building Information Modeling) benötigt andere Planungsprozesse, die nicht nacheinander stattfinden, sondern die dynamisch und flexibel erfolgen. Holzbau, der bereits viel mit digitalen Instrumenten arbeitet, macht derzeit „Kleines BIM“. Wenn sich BIM irgendwann durchsetzt, werden sich Planung und Ausführung deutlich stärker verzahnen.

Abschließend gab Christoph Krause einen knackigen Überblick, was im Handwerk bereits mit KI möglich ist und was noch auf uns zukommen wird. „Mit den richtigen KI-Tools können wir viel Zeit einsparen und den Fachkräftemangel kompensieren. Aber mit KI zu arbeiten, will auch gelernt sein. Es werden sich neue Berufsbilder entwickeln, die dieses Werkzeug beherrschen können.“ beendete er seinen Vortrag.

Autorin: Angela Trinkert

zuletzt editiert am 03. März 2026
Newsletter