Eine große Gruppe von Menschen posiert auf einer Bühne während einer Preisverleihung. Einige halten Blumensträuße und Urkunden in den Händen.
Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (6. v. r. vorn) mit den Preisträgern des Bundeswettbewerbs HolzbauPlus 2025/26. (Quelle: FNR/T. Gabriel)

Nachhaltigkeit 2026-04-15T10:10:47.078Z Bundeswettbewerb HolzbauPlus 2025/26: Preisträger auf dem Holzbaukongress geehrt

Mit dem Bundeswettbewerb HolzbauPlus würdige das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) Bauwerke, die die Vorzüge des Holzbaus mit dem Einsatz von Naturbaustoffen, intelligenten Wärmekonzepten und erneuerbaren Energien verbinden, so heißt es in einer Pressemitteilung der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR).

Aus dem Wettbewerb 2025/26 seien zehn Preisträgerinnen und Preisträger in vier Kategorien hervorgegangen. Alois Rainer, Bundesminister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat, habe die Prämierten auf dem 7. Deutschen Holzbaukongress am 14. April 2026 in Berlin ausgezeichnet. Das BMLEH stellte für die siebte Ausgabe des Wettbewerbs HolzbauPlus insgesamt 50.000 Euro Preisgeld bereit, heißt es weiter.

Bundesminister Alois Rainer: „Jedes neue Holzgebäude speichert CO2 über Generationen hinweg – und schützt damit das Klima. Genau deshalb setzen wir mit dem Bundeswettbewerb HolzbauPlus ein klares Signal für mehr Holz und mehr Innovation beim Bauen. Gleichzeitig stärken wir mit Holz aus unseren heimischen Wäldern die Wertschöpfung im ländlichen Raum – das ist praktischer Klimaschutz, der auch wirtschaftlich Sinn macht. Die im Wettbewerb ausgezeichneten Projekte zeigen, wie nachhaltiges Bauen mit Holz heute bereits überzeugend umgesetzt werden kann. Hier setzt auch die Holzbauinitiative der Bundesregierung an: Sie stärkt Innovationen im Holzbau und nimmt insbesondere die Nachverdichtung im städtischen Raum in den Blick. Gut ist zudem, dass öffentliche Bauherren beim Holzbau vorangehen. Alle diese Kriterien spiegeln sich auch in unserem Bauherrenwettbewerb wider.“

Entscheidende Kriterien für die Bewertung seien neben der gestalterischen Qualität und der Verwendung von Holz als tragendes Konstruktionsprinzip u. a. konsequent ressourcenschonende, ökologische Ansätze – darunter der Einsatz nachwachsender Rohstoffe sowie sichtbarer, natürlicher und emissionsarmer Materialien für ein gesundes Raumklima. Zugänglichkeit für Instandhaltung und Reparierbarkeit sowie Trennbarkeit, Rückführbarkeit und Recyclingfähigkeit der Materialien seien ebenso ausschlaggebend wie angemessener Flächenverbrauch, effizienter Lebenszyklus des Bauwerks und zukunftsweisende Gesamtkonzepte für nachhaltige Wärmeversorgung und Energienutzung.

Die Preisträger im Bundeswettbewerb HolzbauPlus 2025/26:

Kategorie Bauen im Bestand

  • Gewinner: Objekt Nordgrün, Karlsruhe
    Bauherr: Nordgrün, Inh. Lukas Hechinger
    Architekt: Drescher Michalski Architekten
  • Anerkennung: Mehrzweckhalle Ingerkingen
    Bauherr: Markus Lerch
    Architekt: Kilian Juraschitz
  • Sonderpreis: Museum Historische Oberamteistraße
    Bauherr: Stefan Kotz (Stadt Reutlingen)
    Architekt: Tobias Wulf
Ein modernes Wohngebäude mit grünen Balkonen und Bäumen im Vordergrund.
Gewinner der Kategorie Bauen im Bestand ist das Objekt Nordgrün, Karlsruhe. Nach der Aufstockung der zwei Bestandsgeschosse entstanden in Holzbauweise drei neue Vollgeschosse und ein Staffelgeschoss mit 21 Wohnungen. (Quelle: Kim Fohmann)

Kategorie Klimafreundlicher Neubau

  • Gewinner: LIF – Leben im Fläming, Bad Belzig
    Bauherr: LiF eG Leben im Fläming
    Architekt: Praeger Richter Architekten GmbH
  • Anerkennung: Bürogebäude ZERO in Stuttgart-Möhringen
    Bauherr: EEW GmbH
    Architekt: RIEHLE KOETH
Ein modernes Wohngebäude aus Holz mit mehreren Etagen und Balkonen, umgeben von Fahrrädern.
Gewinner der Kategorie Klimafreundlicher Neubau ist das Objekt LIF – Leben im Fläming, Bad Belzig. Vier Häuser und drei Gemeinschaftshäuser bieten Platz für ca. 100 Menschen in allen Lebensphasen. Die Wohnhäuser bestehen jeweils aus einem zwei- und einem dreigeschossigen Gebäudeteil, die über eine Veranda als Aufenthalts- und Erschließungsbereich verbunden sind. (Quelle: Andreas Friedel)

Kategorie Ländliche Baukultur

  • Gewinner: Bildungszentrum des Landesverbands für Obstbau Garten- und Landschaft BW e.V. (LOGL) in Weil der Stadt
    Bauherr: Landesverband für Obstbau, Garten und Landschaft Baden-Württemberg e.V.
    Architekt: lohrmannarchitekten bda
  • Anerkennung: Pfahlbaumuseum Unteruhldingen
    Bauherr: Verein Pfahlbau und Heimatkunde e.V. Unteruhldingen
    Architekt: a+r Architekten
Zwei moderne Holzhäuser stehen auf einem leicht verschneiten Hügel vor einem Hintergrund aus herbstlichen Bäumen.
Gewinner der Kategorie Ländliche Baukultur ist das Bildungszentrum des Landesverbands für Obstbau, Garten- und Landschaft BW e. V. (LOGL) in Weil der Stadt. Das Hauptgebäude mit Seminarraum, Büros und Bibliothek erinnert ebenso wie das Nebengebäude mit Lager- und Technikräumen in der Bauweise an regionaltypische Holzscheunen. Das Ensemble steht in einem Naturgarten mit Streuobstwiese. (Quelle: Volker Schrank)

Kategorie Kommunale Gebäude

  • Gewinner: Neue Feuerwache Wegberg
    Bauherr: Mühlenstadt Wegberg, FB Gebäudewirtschaft, Herr Hans-Josef
    Architekt: Hermann Scheidt, Prof. Frank Kasprusch, Scheidt Kasprusch Architekten GmbH
  • Anerkennung: Haus für Kinder St. Wolfgang
    Bauherr: Gemeinde Mamming
    Architekt: Hrycyk Architekten BDA
  • Sonderpreis: Jahreszeitenhaus im Klimagarten Schwerte
    Bauherr: Stadt Schwerte
    Architekt: Arge New Architekten BDA / Dr. Jutta Albus Architektin BDA
Moderne Feuerwehrstation mit beleuchtetem Schild und Fahrzeugen im Inneren.
Gewinner in der Kategorie Kommunale Gebäude ist die Neue Feuerwache Wegberg. Der langgestreckte Solitärbau in Holzrahmenbauweise erhielt eine Fassade aus feuerbehandeltem, karbonisiertem Holz und eine Zellulosedämmung. Alle Materialien wurden unter Berücksichtigung von Recycling- und Kreislauffähigkeit ausgewählt und können getrennt voneinander rückgebaut werden. (Quelle: Constantin Meyer)

Hintergrund

Der Bundeswettbewerb HolzbauPlus sei Bestandteil der Holzbauinitiative der Bundesregierung, so die Pressemitteilung. Mit dem Wettbewerb würdige das BMLEH bereits seit 2012 Bauwerke, die die Vorzüge des Holzbaus mit dem Einsatz von Naturbaustoffen, intelligenten Wärmekonzepten und erneuerbaren Energien verbinden. Die Wettbewerbskoordinierung liege bei der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR). Im aktuellen Wettbewerb hätten 239 Teilnehmer ihre Bewerbungen eingereicht, so die FNR.

Quelle: Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V.

zuletzt editiert am 15. April 2026