Vom 22.09. bis 24.09. fand in Hamburg die Jahrestagung des Holzbaunetzwerks 81fünf statt. Etwa 170 Teilnehmende aus Holzbau, Planung und Industrie waren anwesend.
Thomas Elster, Vorstand der AG, freute sich in seiner Begrüßung, dass seit der letzten Zusammenkunft – coronanbedingt bereits vor drei Jahren - 25 neue Holzbauunternehmen und sieben neue Industriepartner hinzugekommen sind. Zudem teilte er mir, dass Daniel Kuhn, der bisher in der Geschäftsstelle das Projektmanagement leitete, mit in die Geschäftsführung der GmbH eingestiegen ist. Perspektivisch wird er diese allein übernehmen, da sich Thomas Elster aus der GmbH altersbedingt langsam zurückziehen möchte, aber der AG als Vorstand noch länger erhalten bleibt. „Die Personalstruktur der AG ist auf jeden Fall zukunftsweisend ausgereichtet. 130 Partner aus dem Holzbau und der Planung und das Jahresergebnis von 60.000 bis 80.000 Euro bestätigen, das 81fünf das anerkannt beste Holzbau-Netzwerk in Deutschland ist.“ frohlockte Elster. Die Konjunktur betreffend, mutmaßte er, dass die Baubranche 2023 um 20 bis 30 Prozent einbrechen würde. Den Holzbau könne es dagegen erst 2024 erwischen.
Projektgruppen stellen ihre Arbeit vor
Es folgten die Sprecher der Projektgruppen „Nachhaltige Entwicklung“, „Kooperationen" und „Materialbeschaffung“, die ihre Arbeit vorstellten. Erstere hat Leitlinien bezüglich der Nachhaltigkeit in Unternehmen entwickelt, die nun von vier oder fünf Betrieben auf ihrer Umsetzbarkeit überprüft werden sollen. Zweitere sieht die Zukunft des Holzbaus in großen Projekten, wofür sich allerdings die eher kleinen Unternehmen des Netzwerks zusammenschließen müssten, um diese zu stemmen. Bezüglich der Materialbeschaffung gab es ein klares Votum für eine regionale Holzversorgung. Eine Kooperation mit der Initiative „Holz von hier“ soll den regionalen Holzbezug stärken.

Innovationen aus den Betrieben
Ralf Stamer von der Zimmerei Stamer aus Lübeck stellte gemeinsam mit Tobias Gürtler, Geschäftsführer der Idalabs GmbH, eine modular aufgebaute ERP Software vor, mit denen sämtliche Phasen der Geschäftsprozesse im Unternehmen gesteuert werden können. Beispielsweise begleitet im Auftragsmodul die digitale Projektmappe das komplette Projekt oder im Modul „Materialwirtschaft“ wird die komplette Logistik gesteuert.

Hinaus aus der Innensicht in eine Metaebene führte Dr. Daniel Dettling, der die Denkfabrik re:publik, Institut für Zukunftspolitik gegründet hat. In seinem Vortrag „Nach Corona – Neues Lernen in der Arbeitsgesellschaft von morgen“ gab er Tipps mit dem Umgang mit der Zukunft, wie kritischen Optimismus üben, Komplexität annehmen und lineares Denken vermeiden, die Grenzen der eigenen Wahrnehmung berücksichtigen und radikal von Bedürfnissen und Problemen herdenken.
Am Nachmittag folgte das Business-Speed-Dating mit den Kooperationspartnern der Industrie. In Kleingruppen aufgeteilt, konnten sich die Teilnehmenden jeweils sieben Minuten lang die neuesten Entwicklungen zehn verschiedener Hersteller vorstellen lassen. Parallel dazu lief der Workshop „Digitales Büro“.

Von der Versicherung zur digitalen Ethik
Anschließend referierte Andreas Harder zu der Bauleistungsversicherung in der Praxis und mahnte an, dass ein Holzbauunternehmen immer klären sollte, wer welche Versicherung abschließt und sich nicht auf Auftraggebende oder Architekturbüros verlassen sollte. Gerd Prause schloss den Nachmittag mit seinem Vortrag „Digitale Ethik und das gute Leben“ ab und warnte vor den Schattenseiten der Digitalisierung, wie Suchtverhalten, Aufgabe der Privatheit, Kontrolle und Steuerung oder den Datenkapitalismus.
Der Samstag Vormittag war bestimmt von Arne Bär, der als neuer Spezialist der 81fünf in seinem Vortrag „Kooperative Führung – gemeinsam mit Menschen Ziele erreichen“ mit einem autoritären Führungsstil aufräumte und von Prof. Rademacher, der als Mitglied von Club of Rome seine Erkenntnisse zu „Klima, Digitalisierung, Corona – welche Transformationsprozesse liegen vor uns?“ weitergab.
Eine Schiffahrt, die ist lustig
Natürlich durfte auch der gesellige Programmteil nicht fehlen. Und was liegt in Hamburg näher, als ein fröhliches Miteinander auf dem Wasser zu erleben? So startete der erste Abend mit einer Barkassenfahrt durch die Hamburger Speicherstadt. Das Abendessen des zweiten Abends wurde auf dem Museumsschiff Rickmer an den St. Pauli Landungsbrücken serviert, wobei regionales Liedgut von zwei Hamburger Jungs zum Mitsingen dargeboten wurde. Beide Events erwiesen sich als rundum gelungene Abendveranstaltungen!
Das nächste Netzwerktreffen findet im September 2023 in Salzburg statt.
Ein Beitrag von Angela Trinkert.