Ein Dokument über Umweltdeklarationen von Bauprodukten, das auf einem Tisch liegt. Ein Textmarker hebt einen Abschnitt hervor.
Hintergrundinformation "Umweltdeklarationen von Bauprodukten: Eine Bestandsaufnahme zu Verfügbarkeit, Kosten und Trends" (Quelle: DGNB)

Nachhaltigkeit 2024-11-27T08:51:50.935Z Umweltproduktdeklarationen relevanter: Hintergrundpapier verfügbar

Welche Chancen und Herausforderungen sich bei Umweltproduktdeklarationen für Bauproduktehersteller ergeben, hat die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) gemeinsam mit dem BPIE (Buildings Performance Institute Europe) in einer Hintergrundinformation zusammengestellt.

Bei der Erstellung von Ökobilanzen auf Gebäudeebene spielen Umweltproduktdeklarationen (EPD) eine zentrale Rolle, heißt es in einer Mitteilung der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB). Um besser zu verstehen, welche Chancen und Herausforderungen sich dabei für Bauproduktehersteller ergeben, hat die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) gemeinsam mit dem BPIE (Buildings Performance Institute Europe) eine Hintergrundinformation veröffentlicht. Das Dokument zeige auf, wie sich die Relevanz von EPDs im Bausektor entwickelt hat, und analysiert, welche Treiber und Hemmnisse es für eine weitere Verbreitung gibt. Die Hintergrundinformation ist auf der DGNB Website als Download verfügbar.

Die Bedeutung des Gebäudesektors für das Erreichen der Klimaziele des Pariser Abkommens ist im Bewusstsein von Politik, Marktakteuren und Öffentlichkeit weitestgehend angekommen, heißt es weiter in der Mitteilung. Sei man in der Vergangenheit vor allem darauf bedacht gewesen, die Energieeffizienz im Betrieb von Gebäuden zu erhöhen, rücke nun zunehmend die Betrachtung des gesamten Lebenszyklus in den Fokus. Dabei trügen die eingesetzten Bauprodukte, ihre Herstellung und die damit verbundenen CO2-Emissionen wesentlich zur Klimawirkung eines Gebäudes bei.  

Um fundierte Aussagen über den ökologischen Fußabdruck eines Gebäudes treffen zu können, spielten die Ökobilanzdaten von Bauprodukten eine wichtige Rolle. Zu diesem Zweck würden in standardisierten und extern geprüften Umweltproduktdeklarationen (kurz EPD für Environmental Product Declaration) die wesentlichen Informationen zur Umweltauswirkung von Baustoffen und Bauprodukten transparent und gemäß einheitlichen, branchenweit gültigen Regeln dargestellt.

Porträt einer lächelnden Businessfrau in einem schwarzen Blazer vor einem modernen Hintergrund. Dr. Christine Lemaitre, Geschäftsführender Vorstand DGNB e.V.
Dr. Christine Lemaitre, Geschäftsführender Vorstand DGNB e.V.

„Die Lebenszyklusperspektive hat auch in die europäische Regulatorik Einzug gehalten und sorgt dafür, dass EPDs zunehmend verpflichtend werden“, erklärt Dr. Christine Lemaitre, Geschäftsführender Vorstand der DGNB. „Demgegenüber stehen eine schlechte Informationslage und die Sorge vor hohen bürokratischen Aufwänden auf Seiten der betroffenen Unternehmen. Mit dieser Veröffentlichung wollen wir die Grundlage schaffen, dass faktenbasiert über das Thema diskutiert wird.“ Die Bestandsaufnahme basiere auf einer umfassenden Auswertung der Ökobaudat-Datenbank, der Analyse von relevanten Regelwerken und Regularien, einer Befragung von Bauprodukteherstellern sowie Interviews mit führenden EPD-Programmhaltern und Ökobilanz-Dienstleistern. Daraus abgeleitet haben die DGNB und BPIE eine Reihe konkreter Handlungsempfehlungen – sowohl für die Politik als auch für die relevanten Marktakteure.  

Nachfrage und Expertise nehmen zu, aber aber wenig Daten verfügbar

Die Ergebnisse machten deutlich, dass sowohl die Nachfrage nach Produkt-Ökobilanzen für Bauprodukte als auch deren Anzahl stark gestiegen seien. Gleiches gelte für die vorhandene Expertise zur Thematik, sodass mehr Anbietende für die Erstellung von Ökobilanzen zur Verfügung stünden. Auch die Bauproduktehersteller selbst bauten immer mehr Kompetenz bei sich im Unternehmen auf. Zudem lägen Ökobilanzdaten mittlerweile für eine breite Palette an relevanten Produktkategorien vor und würden stetig erweitert.  

Herausforderungen, heißt es weiter, lägen vor allem in dem Aufwand für die Datenbeschaffung im Unternehmen und den damit verbundenen Kosten sowie der Verfügbarkeit von Verifizierern, also EPD-prüfenden Personen. Um Prozesse zu beschleunigen und Kosten zu senken, setzten sowohl einzelne Unternehmen als auch Verbände daher zunehmend auf automatisierte oder teilautomatisierte Werkzeuge, teilweise integriert in Unternehmenssoftware (EPD-Tools). Die Ökobilanz-Ergebnisse werden von Herstellern häufig in der Umweltkommunikation genutzt und stoßen in vielen Fällen interne Produktverbesserungsprozesse an.

Deutlich werde auch, dass die Erstellung von Produktökobilanzen und EPDs heute überwiegend durch Kundennachfrage aufgrund von Gebäudezertifizierungen sowie unternehmenseigenen Klimazielen und Unternehmensstrategien motiviert sei. Durch kommende Regulatorik wie die EU-Gebäuderichtlinie (EPBD) und die Bauprodukteverordnung werde das Thema dabei zunehmend von einem freiwilligen zu einem verpflichtenden Thema für die Unternehmen.

Die vollständige, kostenlos verfügbare Hintergrundinformation hat den Titel „Umweltdeklarationen von Bauprodukten: Eine Bestandsaufnahme zu Verfügbarkeit, Kosten und Trends“. Sie gibt es auf der DGNB Website zum Download .

zuletzt editiert am 27. November 2024
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