Ein beeindruckender Baumwipfelpfad aus Holz, der sich kreisförmig durch einen hellgrünen Frühlingswald schlängelt, mit einem Spielplatz im Vordergrund.
Insbesondere die Geometrien des Waldtempels stellten – neben den erschwerten Bedingungen für dessen Montage – eine nicht alltägliche Herausforderung dar. (Quelle: Schmees & Lühn)

Technik 2026-09-07T09:15:21.715Z Holzbau mit Aussicht

Er soll bleiben, wenn die Landesgartenschau in Bad Nenndorf im Oktober 2026 ihre Tore schließt: der Waldtempel. Die filigrane Konstruktion aus Stahl und Thermoholz fügt sich behutsam in den Baumbestand des Kurparks ein und schafft auf 6,5 Metern Höhe einen besonderen Aussichtspunkt. Gebaut wurde das außergewöhnliche Bauwerk von Schmees & Lühn.

Mit dem Waldtempel ist für die Landesgartenschau 2026 in Bad Nenndorf ein außergewöhnliches Bauwerk entstanden. Die spiralförmige Aussichtsplattform ist rund 40 Meter breit und 6,5 Meter hoch. Über eine rund 137 Meter lange Rampe führt der Weg nach oben – mit einem Gefälle von lediglich 4,75 Prozent und damit auch für Menschen mit eingeschränkter Beweglichkeit gut zugänglich.

Eine eindrucksvolle Luftaufnahme von oben zeigt den kreisförmigen Baumwipfelpfad in Bad Harzburg, der sich malerisch in den dichten, frühlingshaft grünen Buchenwald einfügt, mit einem kleinen historischen Gebäude im Zentrum.
Der Waldtempel ist spiralförmig aus zwei Kreisen angelegt und bildet einen leicht erreichbaren Aussichtspunkt. Von hier aus lassen sich weite Teile des Bad Nenndorfer Kurparks überblicken. (Quelle: Schmees & Lühn)

Entworfen wurde der Waldtempel von Sauerzapfe Architekten aus Berlin. Für die Konstruktion und Umsetzung zeichnete der Brückenbauspezialist Schmees & Lühn aus dem emsländischen Niederlangen verantwortlich. Zwölf Stützenpaare aus Stahlprofilen bilden die filigrane Tragstruktur. Die schlanke Konstruktion sollte sich möglichst leicht in den vorhandenen Baumbestand einfügen.

Die Montage stellte das Unternehmen vor besondere Herausforderungen: Das Gelände ist abschüssig, die Baufreiheit im Wald begrenzt und der vorhandene Baumbestand durfte nicht beeinträchtigt werden. Deshalb wurde die Konstruktion in kleine, gut transportierbare Bauteile aufgeteilt, die vor Ort miteinander verschraubt wurden. Schweiß- und Beschichtungsarbeiten im Wald konnten so vermieden werden.

Ein moderner, erhöhter Holzsteg, bekannt als Baumwipfelpfad, schlängelt sich durch einen lichten, laublosen Wald bei klarem blauem Himmel. Im Vordergrund sind eine abgedeckte Fläche und eine Person in Arbeitskleidung erkennbar.
In den 90 cm hohen Geländern setzte Schmees & Lühn 6.300 Meter Thermoholz als senkrechte Füllstäbe ein. Dieses Material ist extrem witterungsbeständig, formstabil und resistent gegen Schimmel. Der Einsatz von Tropenholz lässt sich hierdurch im Sinne der Nachhaltigkeit vermeiden. (Quelle: Schmees & Lühn)

Auch bei den Materialien spielte die Umgebung eine wichtige Rolle. In den rund 90 Zentimeter hohen Geländern wurden insgesamt 6.300 Meter Thermoholz als senkrechte Füllstäbe verbaut. Durch die Behandlung mit Hitze und Dampf ist das Holz besonders witterungsbeständig, formstabil und resistent gegen Pilzbefall. Auf den Einsatz von Tropenholz konnte dadurch verzichtet werden.

Der Waldtempel ist Teil der dauerhaft angelegten Einrichtungen der Landesgartenschau und soll auch nach deren Ende im Oktober 2026 als Aussichtspunkt und architektonisches Wahrzeichen von Bad Nenndorf erhalten bleiben.

www.schmees-luehn.de

zuletzt editiert am 07. September 2026
Newsletter