Ein Konferenzraum voller Menschen, die an einer Präsentation teilnehmen.
Großer Andrang beim 14. Norddeutschen Holzbautag in den Holstenhallen Neumünster. (Quelle: Phil Wiegratz)

Veranstaltung 2026-04-30T06:14:00.666Z Innovationen und Austausch beim 14. Norddeutschen Holzbautag

Der 14. Norddeutsche Holzbautag des Holzbauzentrums Nord (HBZ) zeigte sich in diesem Jahr von seiner besten Seite und das im wahrsten Sinne des Wortes. Bei strahlendem Sonnenschein strömten über 250 Teilnehmende in die Holstenhallen nach Neumünster. Zimmerer, Planer, Vertreter aus dem Handel und Auszubildende nutzten die Gelegenheit, sich über aktuelle Entwicklungen im Holzbau zu informieren und auszutauschen. Die hohe Besucherzahl unterstreicht einmal mehr die Bedeutung der Veranstaltung als festen Treffpunkt der Branche im Norden.

Die Wahl der Location trägt dabei ihren eigenen Teil zur Atmosphäre bei. Die Holstenhallen, ursprünglich 1939 als Viehauktionshalle erbaut, blicken auf eine bewegte Geschichte zurück. Während des Zweiten Weltkriegs wurden sie zur Flugzeugmontage genutzt, bevor sie in der Nachkriegszeit modernisiert und kontinuierlich erweitert wurden. Heute bieten sie den passenden Rahmen für Veranstaltungen dieser Größenordnung.

Fachlich bot das Programm eine breite und zugleich tiefgehende Themenvielfalt. Im Bereich Schallschutz wurde von Dipl.-Wirts.-Ing. Adrian Blödt mit dem Vortrag zu Trittschall in Massivholzdecken ein zentrales Thema des mehrgeschossigen Holzbaus aufgegriffen. Neue Forschungsergebnisse zeigten, dass neben der Masse insbesondere die Steifigkeit der eingesetzten Materialien entscheidend für die akustische Qualität ist. Ergänzt wurde dies durch innovative Lösungsansätze wie Aufzugsschächte in Holzbauweise, die neue Perspektiven für nachhaltige Gebäude eröffnen.

Auch die Tragwerksplanung im Holzbau wurde praxisnah beleuchtet. Dabei standen die besonderen konstruktiven Eigenschaften sowie Unterschiede zum Massivbau im Fokus. Gleichzeitig rückte die Rückbaubarkeit moderner Holzbausysteme stärker in den Mittelpunkt.

Passend dazu wurden im Vortrag zur Kreislaufwirtschaft im Holz- und Holz-Hybridbau neue Entwicklungen von Dr. Jan Wenker vorgestellt. Insbesondere rückbaubare Holz-Beton-Verbunddecken zeigen, wie sich Bauteile künftig nicht nur effizient nutzen, sondern auch wiederverwenden oder sortenrein trennen lassen.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Brandschutz. Die Anwendung der aktuellen Muster-Holzbaurichtlinie (M-HolzBauRL 2024) wurde praxisnah erläutert und ihre Bedeutung als verbindendes Element verschiedener Anforderungen hervorgehoben. Ergänzend dazu wurden die Möglichkeiten und Grenzen der Richtlinie aufgezeigt sowie die zugrunde liegenden Forschungsergebnisse vorgestellt.

Großes Interesse fand zudem der Themenblock rund um Feuchteschutz und Schadensmanagement, welcher von Karl Heinz Weinisch und Prof. Dr.-Ing. Mike Sieder vorgestellt wurde. Neben rechtlichen Grundlagen und normgerechten Messmethoden wurden vor allem praxisorientierte Lösungsansätze präsentiert. Der richtige Umgang mit Feuchteschäden – von der Kommunikation auf der Baustelle bis hin zur technischen Umsetzung – wurde anschaulich vermittelt. Ergänzend dazu gab ein Forschungsbericht Einblicke in aktuelle Entwicklungen zum Holzfeuchtemonitoring und zu neuen Witterungsschutzkonzepten, insbesondere für großvolumige Bauprojekte.

Neben dem Vortragsprogramm bot die begleitende Ausstellerfläche einen umfassenden Überblick über aktuelle Produkte und Innovationen der Holzbaubranche. Zahlreiche Unternehmen präsentierten ihre Lösungen und standen für fachliche Gespräche zur Verfügung.

Auch das Rahmenprogramm trug wesentlich zum Erfolg der Veranstaltung bei. In den Pausen konnten sich die Teilnehmenden bei gutem Essen und Getränken stärken und die sonnigen Außenbereiche für den persönlichen Austausch nutzen. Die entspannte Atmosphäre bot ideale Bedingungen, um Kontakte zu pflegen, neue Netzwerke zu knüpfen und sich über die täglichen Herausforderungen im Holzbau auszutauschen.

Menschen bei einer Netzwerkveranstaltung in einer Messehalle mit Stehtischen und Catering.
Fachlicher Austausch und Networking standen in den Pausen im Mittelpunkt. (Quelle: Phil Wiegratz)

Der 14. Norddeutsche Holzbautag hat gezeigt, wie wichtig der persönliche Dialog und der Wissenstransfer innerhalb der Branche sind. Mit vielen neuen Impulsen im Gepäck blicken die Teilnehmenden nun bereits voraus: Der 15. Norddeutsche Holzbautag ist für den 12. Mai 2027 geplant und dürfte erneut ein fester Termin im Kalender der Holzbaubranche werden.

Ein Zeitschriftenstand auf einer Messeveranstaltung mit mehreren Besuchern im Hintergrund.
Über 250 Teilnehmende nutzten die Veranstaltung zum fachlichen Austausch und zur Weiterbildung. (Quelle: Phil Wiegratz)
zuletzt editiert am 30. April 2026