Baugemeinschaft Pallaufhof Münsing GbR baute Wohnmöglichkeiten für 24 Haushalte auf das Grundstück eines ehemaligen Bauernhofes in Münsing. (Quelle: KfW-Bildarchiv / Claus Morgenstern)
Baugemeinschaft Pallaufhof Münsing GbR baute Wohnmöglichkeiten für 24 Haushalte auf das Grundstück eines ehemaligen Bauernhofes in Münsing. (Quelle: KfW-Bildarchiv / Claus Morgenstern)

News

15. November 2021 | Teilen auf:

KfW Award Bauen 2021: Herausragende Projekte aus Oberbayern und Thüringen

Zum 19. Mal zeichnet der KfW Award Bauen Bauherren oder Baugemeinschaften aus, die jeweils in den vergangenen fünf Jahren ein Neubau-Projekt umsetzten oder ein bestehendes Gebäude erweiterten, umwidmeten, modernisierten oder belebten.

Kategorie Neubau

Erster Preis: Einfamilienhaussiedlung in Münsing

In Münsing in Oberbayern hat die Baugemeinschaft Pallaufhof Münsing statt 25 einer konventionellen Einfamilienhaussiedlung 24 Reihenhäuser und Wohnungen zwischen 72 und 184 Quadratmeter unter zwei große Dächer gebaut. Es sind zwei kompakte, filigrane Holzbaukörper mit Blockheizwerk und Solaranlage entstanden. Die Bauherren sind 55 Erwachsene im Alter zwischen 30 und 70 Jahren. Die derzeit 18 Kinder können im fast 7.000 Quadratmeter 30 großem Gelände, das aufgrund der kompakten Bauweise freigehalten wurde, spielen.

Zweiter Preis: Kompaktes Holzhaus in Rosenheim

Quelle: KfW-Bildarchiv / Claus Morgenstern (Quelle: KfW-Bildarchiv / Claus Morgenstern)

Bei Rosenheim hat die fünfköpfige Familie Frank im Garten der Eltern ein kompaktes Holzhaus mitten in der Natur gebaut. Mit einer Grundfläche von acht mal zwölf Metern, bodentiefen Fenstern und Verzicht auf Flure wurde das Haus nach japanischem Vorbild mit verkohlter Lärchenholzfassade errichtet. Eine Photovoltaikanlage mit Batteriespeicher macht das Anwesen autark.

Dritter Preis: Bauherrengruppe in Köln

Quelle: KfW-Bildarchiv / Claus Morgenstern (Quelle: KfW-Bildarchiv / Claus Morgenstern)

Energie+, eine Bauherrengruppe, errichtete im Kölner Stadteile Nippes zwei Ziegelhäuser mit 17 Wohnungen im Passivhausstandard. Mit Lochfassaden, vorspringenden Betondächer und massiven Ziegelwänden, deren Ecken abgerundet sind, passt sich das Passivhaus-Ensemble der Architektur des Viertels an. Die Heizwärme bezieht die Gemeinschaft aus dem städtischen Fernwärmenetz und den Strom zum größten Teil aus den 237 Quadratmetern Photovoltaik-Modulen auf den Dächern

Kategorie Bestandsbau

Erster Preis: Dreiseithof mit Scheune in Arnstadt

Der Kern des Anwesens stammt aus dem 13. Jahrhundert, zu dem das Vorderhaus, ein verputztes Fachwerkshaus, gehört. (Quelle: Quelle: KfW-Bildarchiv / Claus Morgenstern)

Mitten im thüringischen Arnstadt revitalisierte das Ehepaar Maike und Daniel Herz einen uralten Dreiseithof mit Scheune, dessen offen und hell gestaltetes Dachgeschoss sie selbst bewohnen. Der untere Teil der Scheune mit seinen restaurierten Bruchsteinmauern wird immer wieder für kulturelle Veranstaltungen geöffnet. Der Kern des Anwesens stammt aus dem 13. Jahrhundert, zu dem das Vorderhaus, ein verputztes Fachwerkshaus, gehört. Beheizt wird das 306 Quadratmeter große Haus mit einer Gasbrennwerttherme, welche die Fußbodenheizung im Dach und die im Lehmputz verlegte Wandheizung im Obergeschoß speist.

Zweiter Preis: Forstgehöft in Darmstadt

Die Denkmalpflege ebnete den Weg zur nötigen Nutzungsänderung der rückwärtigen Gebäude und zeigte sich überhaupt sehr kooperativ. (Quelle: KfW-Bildarchiv / Claus Morgenstern)

Bei Darmstadt erwarb die Architektin Romana Buxbaum das alte Forstgehöft am Jagdschloss Kranichstein. Das Anwesen umfasst drei Gebäude, das eigentliche Forsthaus, das nun als Büro genutzt wird, die Scheune und die Werkstadt. Scheune und Werkstatt wurden zum Wohnhaus umgebaut, in dem trotz Modernisierung und Wärmeschutz viel vom originalen Ambiente der Alten Försterei erhalten blieb.

Dritter Preis: Grunderzeithaus in Chemnitz

Christian Bodensteiner, Annette Fest und Daniel Stroux bewahrten ein seit 30 Jahren leerstehendes Mietshaus. (Quelle: KfW-Bildarchiv / Claus Morgenstern)

In Chemnitz bewahrten Christian Bodensteiner, Annette Fest und Daniel Stroux ein seit 30 Jahren leerstehendes Mietshaus aus der Gründerzeit vor dem weiteren Verfall und ließen sechs offene Wohnungen von 46 bis 168 Quadratmetern entstehen. Dabei wurden Abbruchziegel verwendet, um im neuen Dach eine Maisonette zu errichten, alte Ziegelsteinwände wurden freigelegt.

Kategorie Sonderpreis der Jury: Fabrikantenvilla in Niesky

In dem neugotischen Baudenkmal entstanden sechs ungewöhnlich zugeschnittene Wohnungen und eine Praxis in der Belétage. (Quelle: KfW-Bildarchiv / Claus Morgenstern)

Mitten in Niesky in der Oberlausitz baute das Ärztepaar Dr. Winfried und Antje Georgi mit viel Elan und architektonischem Geschick eine Fabrikantenvilla um. In dem neugotischen Baudenkmal entstanden sechs ungewöhnlich zugeschnittene Wohnungen und eine Praxis in der Belétage. Mit Kalziumsilikatplatten und Lehmputz als Innendämmung, einer Lüftungsanlage mit Rückgewinnung und einer teils solargestützten Wärmepumpe, die künftig die Wand- und Fußbodenheizung speist, entstand ein ökologisches Vorzeigeprojekt.

„Die prämierten Objekte der Bauverantwortlichen und -gemeinschaften haben mit viel Engagement und Mut teilweise spektakuläre und zukunftsweisende Ideen umgesetzt. Sie vereinen gelungene Architektur, Energieeffizienz, barrierearmen Wohnraum, Wohnkomfort und retten oft Historisches vor dem Verfall“, sagt Dr. Ingrid Hengster, Mitglied des Vorstandes der KfW Bankengruppe. „Die Preisträger sind Vorbilder und regen andere zum Nachahmen an.“

Die sieben Preisträger wurden von einer Jury unter Vorsitz des Architekten Prof. Hans Kollhoff mit einem Preisgeld von insgesamt 35.000 EUR prämiert. Die Jury bewertete die Vorhaben hinsichtlich ihrer Balance aus Architektur und Erscheinungsbild, guter Integration in das bauliche Umfeld, Energie- und Kosteneffizienz, zukunftsorientierter und nachhaltiger Bauweise, optimaler Raum- und Flächennutzung sowie auch individueller Wohnlichkeit. Vielfach erreichten die Preisträger auch die Standards der KfW-Energieeffizienzhäuser und bauten dank gelungener Architektur Barrieren ab.

zuletzt editiert am 18.11.2021