Übergabe des gemeinsamen Positionspapiers vor dem Reichstagsgebäude an Abgeordnete aus Regierungs- und Oppositionsfraktionen. Zusehen sind 15 Frauen und Männer, die jeweils ein Blatt Papier in den Händen halten.
Übergabe des gemeinsamen Positionspapiers vor dem Reichstagsgebäude an Abgeordnete aus Regierungs- und Oppositionsfraktionen. (Quelle: HDH/Knebel)

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17. May 2022 | Teilen auf:

Positionspapier: Mehr heimisches Holz verwenden

Ein übergreifendes Bündnis aus 26 Verbänden der Forst- und Holzwirtschaft hat in einem gemeinsamen Positionspapier die Potenziale der Wald- und Holznutzung für eine klimafreundliche, unabhängige und verlässliche Zukunft hervorgehoben. Zugleich verweisen die Verbände auf die Verantwortung der Politik, mit einer Reihe an Maßnahmen den schnellen und notwendigen Wandel hin zu heimischen und nachwachsenden Ressourcen sicherzustellen und gravierenden Folgen für Wirtschaft und Gesellschaft vorzubeugen.

Mit seiner nachhaltigen Waldbewirtschaftung und einer regionalen und modernen Holzindustrie verfüge Deutschland über ein starkes Cluster, dass nicht nur wirtschaftlich gut aufgestellt ist, sondern durch die Bereitstellung und Verarbeitung des nachwachsenden Rohstoffs Holz zentrale Lösungen für die Aufgaben der Zukunft bereithält. Vor diesem Hintergrund fordert das Verbändebündnis von der Bundesregierung ein klares Bekenntnis zur aktiven Waldbewirtschaftung und stärkeren Holzverwendung im EU Green Deal und dem deutschen Klimaschutz-Sofortprogramm.

Um den Beitrag von Forst und Holz nicht zu gefährden, sondern weiter zu stärken, seien Anpassungen und Weichenstellungen in Deutschland und Europa notwendig. Dazu gehören an erster Stelle eine Reihe von Maßnahmen zur Unterstützung der nachhaltigen Waldbewirtschaftung. Sie sei sowohl Voraussetzung der regionalen Holzverwendung als auch des Aufbaus und Erhalts klimastabiler Wälder. Diesen Beitrag gelte es zu würdigen, zum einen durch die Honorierung der Klimaschutzleistungen, zum anderen aber auch durch eine Erhöhung der Fördermittel zu Wiederbewaldung. Zudem sollten durch die Stärkung des Kleinprivatwaldes die Holzressourcen auf ganzer Fläche mobilisiert werden.

Holzverwendung fördern

Gleichzeitig dürfen die Bemühungen aber nicht durch Nutzungsverbote konterkariert werden. Eine Überarbeitung der EU-Biodiversitätsstrategie, sowie die Abkehr von Einschränkungen in der Bewirtschaftung von Buchenwäldern sei daher dringend geboten. Vielmehr gelte es, den CO2-Speicher in Holzprodukten zu stärken. Eine Fokussierung auf die Waldsenke, wie sie durch die LULUCF-Verordnung bedingt wird, sei daher abzulehnen und zu überarbeiten. Für die langfristige Nutzung bestehender Potenziale seien die Vorbildfunktion bei öffentlichen Bau- und Sanierungsvorhaben durch eine Holzbauoffensive genauso wie eine Neuausrichtung der KfW-Förderprogramme auf Klimaschutz und Nachhaltigkeit von größter Bedeutung. Dabei könne die gezielte Förderung für den stofflichen Einsatz von Laubholz sowie die Stärkung einer Kreislaufwirtschaft bis hin zur energetischen Nutzung von Holz maßgeblich zur Bewältigung der bestehenden Herausforderungen beitragen, denn Holz ist in allen seinen Anwendungsbereichen eine sichere und klimafreundliche Alternative zu fossilen und energieintensiven Materialien aus fernen Ländern.

Zu den Unterzeichnern des Positionspapiers gehören unter anderem AGDW, AGR, BDF, DeSH, GD Holz, HDH, TSD, VDM und VHI.

Das Positionspapier "Heimisches Potenzial von Wald und Holz nutzen. Eine klimafreundliche, unabhängige und verlässliche Zukunft gestalten" finden Sie hier.

zuletzt editiert am 14.06.2022