Ein modernes Holzgebäude mit einzigartiger Architektur in einer urbanen Umgebung, umgeben von anderen Gebäuden und Menschen, die auf der Straße spazieren.
Das Wohngebäude 'Sawa' in Rotterdam holte den Nationalen Houtbouwprijs 2025 der Niederlande. (Quelle: Ossip van Duivenbode)

Nachhaltigkeit 2025-12-17T14:39:17.799Z Sawa Rotterdam: Zirkuläres Holzhochaus

Als erstes vollständig aus Holz gebautes und demontierbares Hochhaus in Rotterdam vereint SAWA ökologische Verantwortung mit sozialer Innovation. Das Gebäude wurde im November 2025 von der niederländischen Königin Máxima eröffnet und am selben Tag zum Gesamtsieger des Niederländischen Holzbaupreises gekürt.

SAWA ist ganze 55 Meter hoch und verdankt seinen Namen dem besonderen Design, bei dem grüne Terrassen stufenförmig abfallen – genau wie die Reisfelder in Indonesien. Dieses Design verweist auf die Geschichte des Standorts, den Rotterdamer Lloydpier, von dem aus von 1900 bis 1970 Passagierschiffe nach Asien ausliefen. SAWA ist ein Projekt von Nice Developers und ERA Contour und wurde von Mei Architects entworfen. Sie haben sich bewusst dafür entschieden, die Verwendung von Beton und Stahl zu minimieren. Das Wohngebäude im Lloyd-Quartier ist das erste Hochhaus der Stadt, das überwiegend aus Holz errichtet wurde und vollständig demontierbar ist.

Das Gebäude wurde als lebendiger Ort für gemeinschaftliches Wohnen und soziale Teilhabe konzipiert. Mit 109 Wohneinheiten, darunter geförderte Mietwohnungen für systemrelevante Berufe (z. B. Polizisten, Lehrer, Pflegekräfte), fördert SAWA eine soziale Durchmischung der Bewohner:innen. Gemeinschaftsflächen wie Werkstätten, ein großer Begegnungsbereich im ersten Stock und Sharing-Modelle für Fahrzeuge, Werkzeuge und Gärten stärken das nachbarschaftliche Zusammenleben.

Auch unter dem Aspekt der ökologischen Nachhaltigkeit war Holz die konsequente Wahl: SAWA verzichtet weitgehend auf Beton, ist rückbaubar und ressourcenschonend. Begrünte Fassaden und Biodiversitätsflächen tragen zur ökologischen Vielfalt in der Stadt bei.

Lediglich das Fundament, der Keller und der zentrale Kern für Aufzüge und Treppen sind aus Beton gefertigt.

Die Konstruktion von SAWA besteht aus X-LAM-Böden und -Wänden sowie laminierten Säulen und Trägern, in denen etwa 2.500 Tonnen CO₂ gespeichert sind. Das macht SAWA extrem nachhaltig. Lediglich das Fundament, der Keller und der zentrale Kern für Aufzüge und Treppen sind aus Beton gefertigt.

Durch die flexible Säulen-Träger-Struktur lassen sich die Wohnungen leicht an veränderte Wohnbedürfnisse anpassen. Die Fassaden sind in Holzrahmenbauweise gefertigt und mit Fichtenholzplatten verkleidet. Nahezu das gesamte Holz ist sichtbar geblieben. Dank der mehr als 750.000 mechanischen Verbindungen ohne Klebstoff oder dauerhafte Befestigungen kann SAWA in Zukunft vollständig demontiert und wiederverwendet werden – das ist eine Premiere für hohe Holzgebäude in Europa.

Für Statik und Werkplanung, Produktion, Lieferung und Montage der Holzkonstruktion war die Derix-Gruppe verantwortlich und bereits in einem frühen Stadium an dem Projekt beteiligt. „Ein so hohes, fast vollständig aus Holz gebautes Gebäude wie SAWA wurde in den Niederlanden noch nie zuvor gebaut”, erklärt Johan Paul Borreman, Geschäftsführer Derix Niederlande. „Wir haben hier echte Pionierarbeit geleistet und gemeinsam im Bauteam daran gearbeitet, diesen 16-stöckigen Wohnturm optimal zu realisieren.”

Mark Compeer von NICE Developers ergänzt: „Es ist vor allem dem Einsatz und der Beharrlichkeit von Derix sowie dem persönlichen Engagement von Johan Paul zu verdanken, dass dieses Projekt fast vollständig in Holz ausgeführt werden konnte. Derix hat das Maximum aus dem Holzbau herausgeholt. Das hat zu neuen Innovationen geführt, die auch für nachfolgende Projekte genutzt werden können und so den Holzbau weiter voranbringen.“

zuletzt editiert am 17. Dezember 2025