Leimfrei, metallfrei und konsequent ökologisch: Der neue Unternehmenssitz von Westfalia Spielgeräte in Hövelhof zeigt, wie moderner Holzbau heute gedacht werden kann. In Zusammenarbeit mit holzius entstand ein Vollholzgebäude, das Architektur, Material und Nachhaltigkeit zu einem ganzheitlichen Arbeitsumfeld verbindet. Sichtbares Holz, ein wohngesundes Raumklima und eine klare innere Struktur prägen den Neubau – getragen von der Haltung eines Unternehmens, das Kreislaufwirtschaft seit Jahrzehnten lebt.
Architektonisch wurde der Neubau konsequent von innen nach außen entwickelt. Herzstück ist eine bis unter die verglaste Dachkuppel offene Rotunde in reiner Holzbauweise, die sich über drei Geschosse erstreckt. Sichtbare Vollholzdecken und -wände prägen den Raum und schaffen eine warme, ruhige Atmosphäre. Die Rotunde fungiert als zentraler Begegnungs- und Kommunikationsort und wird von zwei Büroflügeln flankiert. Insgesamt bietet das Gebäude rund 70 feste Arbeitsplätze in Zweier- und Großraumbüros, ergänzt durch Besprechungsräume sowie offene Arbeits- und Gemeinschaftsbereiche.

Das Nachhaltigkeitskonzept zeigt sich auch in den Details: Eine über drei Etagen reichende, automatisch bewässerte Grünwand mit rund 1.800 Pflanzen, flimmerfreie, baubiologisch geprüfte Beleuchtung sowie vollständig recyclingfähige Cradle-to-Cradle-Bodenbeläge prägen die Innenräume. Energetisch wird der Holzbau durch eine Photovoltaikanlage, eine rund 1.000 m² große Dachbegrünung sowie naturnah gestaltete Außenanlagen mit Biotop ergänzt. Der Neubau erfüllt den Standard Effizienzgebäude 40EE und wurde mit DGNB Silber ausgezeichnet.

Hinter dem Projekt steht Westfalia Spielgeräte, ein seit über 25 Jahren bestehendes Unternehmen, das sich auf langlebige Spielgeräte aus Recyclingkunststoff spezialisiert hat. Rund 90 Prozent der Produkte bestehen aus recycelten Materialien; jährlich verarbeitet Westfalia mehr als 250 Millionen Lebensmittelverpackungen. Für dieses konsequente Engagement in der Kreislaufwirtschaft wurde das Unternehmen 2026 mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis in der Kategorie „Spielwaren und Freizeitartikel“ ausgezeichnet.
Initiiert wurde der Neubau von Geschäftsführer und Inhaber Michael Athens, der Westfalia in zweiter Generation führt. Als gelernter Tischlermeister und geprägt durch eine traditionsreiche Handwerkerfamilie ist seine Verbundenheit zum Werkstoff Holz eng mit seiner Haltung zu nachhaltigem Bauen verknüpft. Auch wenn Westfalia im Produktbereich seit vielen Jahren ausschließlich Recyclingkunststoff einsetzt, war für Athens klar, dass der neue Unternehmenssitz ein Gebäude sein sollte, das ökologische Verantwortung, handwerkliche Qualität und ein gesundes Arbeitsumfeld vereint.
Der Firmensitz aus Vollholz war auch Titelthema der bmH bauen mit Holz 4.2025. Abonnentinnen und Abonnenten der Fachzeitschrift können den Beitrag im Printeft oder in der digitalen Version ab Seite 10 finden.