Ein modernes Wohngebäude mit mehreren Etagen und einer minimalistischen Architektur, umgeben von einem neu angelegten Park.
Der neue Campus für Lehre, Wohnen und Verwaltung in Rostock-Lichtenhagen ist fertiggestellt. Die Zollhochschule gilt als größtes Holzmodulbauprojekt Europas. (Quelle: PRIMUS developments)

Modular & Seriell 2026-01-30T10:43:47.693Z Holzmodulbau im Großformat

Mit über 1.000 Holzmodulen ist in Rostock das derzeit größte Holzmodulbauprojekt Europas entstanden. Der neue Campus der Zollhochschule verbindet Lehre, Wohnen und nachhaltige Bauweise in industrieller Vorfertigung.

Laut Meldung von Primus Developments ist der Neubau der Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung, Fachbereich Finanzen, in Rostock-Lichtenhagen planmäßig fertiggestellt und an das Staatliche Bau- und Liegenschaftsamt Rostock sowie die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben übergeben worden. Mit mehr als 1.000 vorgefertigten Holzmodulen gilt der Campus als derzeit größtes Holzmodulbauprojekt Europas.

Der rund 55.000 Quadratmeter große Hochschulstandort vereint Lehre, Wohnen und gemeinschaftliche Nutzungen auf einem zusammenhängenden Campus. Neben einem zentralen Lehrgebäude mit Hörsälen, Bibliothek, Mensa und Verwaltung entstanden zwei siebengeschossige Wohngebäude mit insgesamt 624 Unterkunftseinheiten. Ein öffentlich zugänglicher Campus-Park verbindet die Baukörper und öffnet das Areal zum Stadtteil.

Entwickelt und realisiert wurde das Projekt von Primus Developments gemeinsam mit Kaufmann Bausysteme als Totalübernehmer, die Architektur stammt vom Büro Sauerbruch Hutton.

Als konstruktive Grundlage diente eine Kombination aus Holzmodulbau, Holzingenieurbau und konventionellen Bauteilen. Laut Projektangaben ermöglichte dieser Ansatz eine hohe Ausführungsqualität bei verkürzter Bauzeit. Für das Projekt wurde in Rostock eine eigene regionale Modulproduktion aufgebaut, um Transportwege zu reduzieren und die lokale Wertschöpfung zu stärken. Ergänzt wird das Nachhaltigkeitskonzept durch begrünte Dachflächen, Photovoltaik-Anlagen und ein Regenwassermanagement.

"Mit der Zollhochschule ist es uns gelungen, eines der größten und zugleich komplexesten öffentlichen Bauvorhaben Deutschlands verlässlich und termingerecht zu realisieren“, sagt Lorenz Nagel, Geschäftsführer von Primus Developments. „Das Projekt steht exemplarisch für eine neue Qualität im öffentlichen Hochbau: industrielle Vorfertigung, architektonischer Anspruch und organisatorische Präzision greifen hier nahtlos ineinander. Entscheidend für den Projekterfolg war eine früh angelegte, partnerschaftliche Zusammenarbeit mit dem Bund, der Bauverwaltung in Rostock und allen Planungspartnern.“

Auftraggeber ist die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, die Projektsteuerung lag beim Staatlichen Bau- und Liegenschaftsamt Rostock. Mit Investitionskosten von rund 230 Millionen Euro zählt das Vorhaben zu den größten öffentlichen Bauprojekten in Mecklenburg-Vorpommern.

Mit der Übergabe an die BImA steht der Campus nun der Bundeszollverwaltung zur Verfügung. Der Hochschulbetrieb soll schrittweise aufgenommen werden.

In der bmH bauen mit Holz 1.2026 berichten wir ausführlich über die Zollhochschule Rostock; Sie finden den Beitrag ab Seite 32.

zuletzt editiert am 03. Februar 2026