Klaus Rohletter
Klaus Rohletter. Foto: Bauwirtschaft Rheinland-Pfalz

Holzmangel

21. May 2021 | Teilen auf:

Rheinland-Pfalz: Materialengpässe und Kostensteigerungen sorgen die Bauwirtschaft

„Aktuell muss sich die Bauwirtschaft in Rheinland-Pfalz massiven Veränderungen auf dem Baumarkt mit völlig ungewohnten Materialengpässen und teilweise starken Kostensteigerungen stellen.“, so skizziert Klaus Rohletter, Präsident der Bauwirtschaft Rheinland-Pfalz die derzeitigen Entwicklungen und damit die größte Sorge in der Baubranche.

Die rasante Preisentwicklung betrifft nicht nur das hochwertige Bauholz, sondern auch Dämmstoffe, Metalle, Stahlsorten und Kunststoffprodukte wie Rohre für den Straßen-, aber auch den Hausbau.

Als Folge der Corona-Pandemie wurden die Kapazitäten der Hersteller von Vorprodukten im In- und Ausland stark heruntergefahren. Der jetzt deutlich anspringende Bedarf an Baumaterialien kann nicht sofort per Knopfdruck bedient werden. Damit kommt es zur Verknappung von Materialien, zu steigenden Preisen und zu Lieferengpässen.

In Schreiben an die rheinland-pfälzische Landesregierung und die kommunalen Spitzenverbände hat der Verband die Sorgen der Bauwirtschaft in Rheinland-Pfalz aufgezeigt, um Verständnis geworben und sich für die Möglichkeit der Preisanpassung in laufenden Verträgen ausgesprochen.

Gleichzeitig zeigen die Verbandsvertreter mit dem Angebot des offenen Informationsaustauschs und mit der Einführung von Stoffgleitklauseln nach den einschlägigen Vergabehandbüchern Lösungswege für Auftraggeber und Bauunternehmen auf. „Von höchster Bedeutung in der jetzigen Situation ist das verständnisvolle Miteinander der Partner am Bau.“, so Präsident Klaus Rohletter. Preisanpassungen sind für Bauunternehmen und Auftraggeber aktuell fremdbestimmt und damit unausweichlich. Auch Lieferengpässe und damit Verzögerungen bei Baumaßnahmen müssen derzeit hingenommen werden und können aus Sicht des Verbandes den ausführenden Unternehmen nicht angelastet werden.

„Wir als Bauwirtschaft Rheinland-Pfalz empfehlen, die Situation vor der Auftragserteilung offen anzusprechen und bei Vertragsabschluss oder Vertragsänderungen eine Preisanpassung für Marktschwankungen zu vereinbaren“, appelliert Klaus Rohletter an die Vernunft der Vertragspartner, „mit der Mehr- und auch Minderkosten für beide Vertragsparteien fair geregelt werden“.

Bei den Baumaterialien, die nicht allein in Deutschland, sondern global hergestellt und gehandelt werden, sind enorme Preisschwankungen zu verzeichnen. „Wir zahlen damit letztendlich den Preis für die Zentralisierung von Produktionsstätten außerhalb von Deutschland und Europa“, so Rohletter. „Es ist dringend notwendig, in Deutschland und Europa wieder mehr auf eigene Produktion zu setzen. Das macht uns unabhängiger und stärkt die hier ansässigen Unternehmen.“

Besonders prekär ist derzeit die Situation bei hochwertigem Holz für den Baubereich. Hier ist der Markt massiv „überhitzt“. Durch starke Nachfrage aus China und den USA wird der deutsche Markt nahezu leergekauft; dies spüren insbesondere die Zimmerer- und Holzbaubetriebe. Es ist derzeit fast nicht möglich, die Einkaufspreise und die Verfügbarkeit für Holz abzuschätzen und zu kalkulieren, da auf dem Markt fast nur noch zu Tagespreisen Holz angeboten wird. Ausnahme bildet minderwertiges Holz nach Dürre und Käferbefall für beispielsweise die Pellets-Herstellung.

Von den politisch Verantwortlichen erwartet die Bauwirtschaft Rheinland-Pfalz Verständnis und Rückenwind sowie Unterstützung bei ihren akuten Anliegen.

Mainz, 18.05.2021