Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen möchte steht hinter einem Rednerpult und spricht.
Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen, möchte, dass das Bauen entbürokratisiert und damit vereinfacht wird. (Quelle: RM Rudolf Müller Medien)

News 2023-10-30T06:54:13.395Z Das Bauen mit Holz ist in NRW angekommen

Mitte Oktober fand in Köln der Europäische Kongress statt. Mit knapp 700 Teilnehmenden hatte er laut den Veranstaltern die bislang größte Teilnehmerzahl.

Am 17. und 18. Oktober 2023 fand im Gürzenich in Köln der 16. Europäische Kongress (EBH) „Effizientes Bauen mit Holz im urbanen Raum“ statt. Mit knapp 700 Teilnehmenden hatte er laut den Veranstaltern die bislang größte Teilnehmerzahl. Das griff auch Thomas Kämmerling, vom Mitveranstalter Wald und Holz NRW, Münster, in seiner Begrüßung auf: „Das große Interesse an diesem Kongress zeigt das wachsende Potenzial am Holzbau in Nordrhein-Westfalen.“

Veranstaltet wurde der Kongress unter anderem von Landesbeirat Holz NRW, der Berner Fachhochschule, der TH Rosenheim und der TU München. Die Organisation hatte Forum Holzbau aus Biel/Schweiz inne.

Die Themen unter anderem: Nachhaltigkeit, Bauen im Bestand, Zirkularität, Vorfertigung

Der Kongress griff in verschiedenen Blöcken die Themen auf, die die (Holz-) Bauwelt aktuell beschäftigten: Transformation, Nachhaltigkeit, Bauen im Bestand, bezahlbarer Wohnbau, Zirkularität oder die hochgradige Vorfertigung.

Beispielsweise stellten Prof. Dr. Annette Hafner und Michael Storck von der Ruhr-Universität Bochum im Block „Taktgeber des nachhaltigen Bauens“ eine Forschungsarbeit zum Thema „Aufstockung statt Abriss – ein Beitrag zum Klimaschutz durch Holzbau“ vor. Dabei stellten sie klar: „Eine Aufstockung und eine Weiternutzung macht in der Regel nur Sinn, wenn eine energetische Sanierung des Bestands durchgeführt wird.“

Ohne BIM geht es nicht

Gerd Prause, Prause Holzbauplanung, Lindlar, beschäftigte sich im Block „BIM in der Praxis“ mit holzbaugerechten Planungsprozessen: „Die Vorfertigung von Aufstockungen oder Fassadenelementen braucht das digitale Aufmaß. Nur ein gutes Aufmaß verspricht auch eine gute Planung.“  

Im Block Effizienter Modulbau referierte Prof. Dr. Dirk Kruse, Dehne, Kruse Brandschutzingenieure, Gifhorn, zu „Modulbau und Brandschutz“. „Die Modulbauweise ist im Baurecht nicht geregelt. Wann ist sie Bauart, wann ist sie Bauprodukt? Im Idealfall kombinieren Sie eine allgemein bauaufsichtliche Zulassung mit einer allgemeinen Bauartgenehmigung.“

Ministerin steht hinter dem Bauen mit Holz

Das Bauen in Deutschland dank der unübersichtlichen und sich ständig ändernden Regelwelt nicht einfach ist, bestätigte auch Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen, in ihrem Impulsreferat zum Holzbau NRW: „Ein zentraler Schwerpunkt des Entwurfs der Landesbauordnung NRW ist es, Baugenehmigungsverfahren zu erleichtern. Zudem sollen, wenn das Gesetz in Kraft getreten ist, bis 2027 keine Änderungen erfolgen, so dass Sie Ruhe in der Anwendung der Vorschriften haben. Wir müssen auch in der Normung pragmatischer werden. Sie ist so unübersichtlich geworden, dass man unwissentlich dagegen verstößt. “

Zudem wies Sie darauf hin, dass sie wenig Verständnis für Verkleidungen von Holz aus Brandschutzgründen hat. „Bitte senden Sie Ihre Stellungsmaßnahmen zur Musterholzbaurichtlinie auch an die Landesminister und -ministerinnen. Das ist eine historische Chance, den Brandschutz an das aktuelle Wissen anzupassen.“

Netzwerken ließ sich bei den beiden Branchenabenden und natürlich in den Kaffeepausen in der gut bestückten Ausstellung. Sicherlich ist Köln eine gute Alternative geworden für diejenigen, denen eine Anfahrt nach Innsbruck zu weit ist.

zuletzt editiert am 13. April 2026
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