Altes Stuhlrähm mit akutem Blättlings- und Hausbockbefall
Abb. 26a: Altes Stuhlrähm mit Blättlings- und Hausbockbefall (Quelle: Robert Ott)

Technik

4. July 2022 | Teilen auf:

Gefahr im Dachboden

Holzschädlinge – Teil 3

Auch wenn der Befall durch den Hausbockkäfer in den letzten Jahrzehnten deutlich zurückgegangen ist, ist er dennoch nicht grundsätzlich auszuschließen. Der dritte Teil unserer Serie zeigt, wo eine Gefahr durch den Schädling auch heute noch lauert und wie sich ein Befall bei Verwendung unterschiedlich verarbeiteter Hölzer auswirken kann.

Betrachtet wird zunächst der Befall von im Freien verbautem Holz. In seinem natürlichen Umfeld bewohnt der Hausbock vornehmlich Totholz an noch stehenden Nadelbäumen, die sich an hinreichend sonnenbeschienenen Standorten befinden (Tooke 1949, Rasmussen 1967, Ljungkvist 1983, Möller 2009). Über einen längeren Zeitraum hinweg stehen die Hausbocklarven so oftmals wenig oder nicht in Konkurrenz zu noch feuchtigkeitsbedürftigeren Holzschadorganismen, sodass sich dort mehrere Generationen bilden können. An liegendem Totholz können die Larven hingegen nur so lange existieren, bis konkurrenzstärkere holzzerstörende Organismen ihnen ihre Nahrungsgrundlage entziehen, was in bestimmten Fällen bereits nach relativ kurzer Zeit der Fall sein kann (eigene Beobachtungen 2018). 

Im Gegensatz zum Schadbild des Hausbocks unter Dach, bei dem die Fraßgänge bis dicht unter die Oberfläche heranreichen, aber eine oft papierdünne Schicht unversehrt bleibt, handelt es sich im Freien um dessen natürliches Schadbild, das situationsbedingt unterschiedlich ausgeprägt sein kann. Bei frei bewittertem verbautem Holz ohne Erdkontakt, das im Holzschutz der GK 3.2 zugeordnet wird, bleibt gegenüber dem unter Dach verbauten Holz eine dickere Randzone vom Larvenfraß verschont (Schuch 1954, eigene Beobachtungen 2016, 2019). Dazu zählen Holzbauteile, die nicht hinreichend durch baulich-konstruktive Maßnahmen vor Niederschlägen geschützt sind, zum Beispiel Fassadenbereiche von Fachwerk- und Blockbauten, Wintergärten, Außenbekleidungen usw. (Abb. 21a + 21b).

Eine Erklärung für dieses andersartige Verhalten der Larven ist offenbar, dass bei den im Winter vorkommenden großen Temperaturschwankungen die dicht unter temporär besonnten Holzoberflächen fressenden Larven bei wiederholter Erwärmung und schnell folgender nächtlicher Abkühlung keine normale Winterruhe halten können und deshalb absterben (Dominik 1966). Wie eigene Beobachtungen und Untersuchungen zeigen, besteht ein womöglich noch wichtigerer Grund darin, dass sich bei bewittertem Holz über den Querschnitt ein Feuchtegefälle einstellt, bei dem die Holzfeuchte im Inneren des Holzes deutlich höher liegen kann als im Randbereich (Kollmann et al. 1966, Meierhofer & Sell 1979). Ausschlaggebend dafür sind unter anderem feine Schwundrisse, die selbst bei wenig Regen die Feuchtigkeit durch Kapillarwirkung tief in das Holzinnere hineinführen und dort infolge der Oberflächenspannung für lange Zeit festhalten, sodass das Wasser langsam vom anliegenden Holz aufgenommen wird (Gewecke 1957).

Die Hausbockweibchen legen gerade an den so von Neuem aufgefeuchteten Stellen oder in deren unmittelbarer Nähe an geeigneten Ablageorten wiederholt ihre Eier ab. Überleben und Entwicklung der Larven werden durch die in den betroffenen Holzzonen höheren Feuchtegehalte erheblich begünstigt, weshalb sich die Larven bevorzugt in diesen Zonen aufhalten (Abb. 22).

Querschnitt durch einen Holzstamm mit Fraßgängen
Abb. 22: Fraßgänge nur im befeuchteten Bereich (impr. Leitungsmast, im oberen Teil der Erd-Luft-Zone). (Quelle: Robert Ott)

Nach eigenen Beobachtungen führen die erhöhten Holzfeuchten gegenüber trockenen Bedingungen zu höherem Schlupfaufkommen von Larven mit größerem Durchschnittsgewicht und gegenüber unter Dach verbautem Holz zu einer merklichen prozentualen Verschiebung des Geschlechteranteils (eigene Beobachtungen 2020) (Abb. 23a + 23b). Je nach den spezifisch vorliegenden Bedingungen kann sich bei derart wiederbefeuchtetem Holz ein Befall durch holzverfärbende und -zerstörende Pilze einstellen, der für die Entwicklung der Larven förderlich oder abträglich sein kann. Beim Douglasien-, Kiefern- und Lärchenholz kann dies so weit gehen, dass von Pilzen besiedeltes bzw. schwach angegangenes Farbkernholz sich nunmehr für eine Entwicklung der Larven eignet (Abb. 24).

Schon vor Jahrhunderten führten die Art der Holzlagerung und die Holzverwendung im Freien im menschlichen Siedlungsbereich zu vielen örtlichen, sich beständig verändernden Hausbockkäfer-Populationen, die über mehrere Jahre hinweg innerhalb kurzer Zeit den gleichzeitigen Schlupf vieler Käfer ermöglichten, wodurch sich für umliegendes anfälliges Holz die Befallswahrscheinlichkeit deutlich erhöhte. Da das örtlich wieder aufgefeuchtete oder/und von holzzerstörenden Pilzen angegangene Holz in größerem Umfang die Käfer anlockende Monoterpene abgibt (Korpi et al. 1999), präferieren die Weibchen genau diese Holzbereiche für eine Eiablage. Insofern ist es auch nachvollziehbar, dass wieder einen anfälligen Feuchtegehalt aufweisendes Holz, das über 100 und deutlich mehr Jahre verbaut ist, ein verstärktes Schlupfaufkommen aufweisen kann (eigene Beobachtungen 2018).

Befall unter Dach sekundär aufgefeuchteten Holzes

Dabei handelt es sich sozusagen um einen Sonderfall des im vorigen Abschnitt dargestellten Sachverhalts.  Eigene Untersuchungen an Gebäuden zeigten, dass ein Befall von bisher nicht befallenen Dachstühlen dann möglich ist, wenn durch Schäden an der Dacheindeckung bzw. deren Anschlüssen für längere Zeit Wasser eindringt und zu einer bestimmten Wiederauffeuchtung des zuvor trockenen Holzes führt (Abb. 25a–25c). Ein weitergehender Befall durch holzzerstörende Pilze ist dabei nicht selten. Die Besiedelung der Schadstellen erfolgt dann vornehmlich durch Zuflug der Käfer. Das Ausmaß der sich daraufhin einstellenden Fraßschäden bleibt meist auf die aufgefeuchteten und die unmittelbar daran angrenzenden Bereiche beschränkt. Allerdings sind die Zerstörungen am aufgefeuchteten Holz merklich intensiver als an den trockenen Stellen, und sie führen selbst bei intaktem Kieferkernholz zu deutlich sichtbaren Fraßschäden (vgl. bmH Heft 6.2021, Abb. 11b) (Abb. 26a + 26b). In den Fällen, in denen im Dachraum bereits ein nennenswerter Hausbockbefall vorliegt, suchen die aus dem verbauten Holz geschlüpften und verpaarten Weibchen gerade diese Holzbereiche bevorzugt zur Eiablage auf (Zycha & Schuch 1955, eigene Beobachtungen 2019).

Befall technisch getrockneten Holzes

Holz, das wie in DIN 68800 Teil 2 gefordert prozessgesteuert bei einer Temperatur von ≥ 55 Grad Celsius für mindestens 48 Stunden technisch auf eine Holzfeuchte von 20 Prozent und weniger heruntergetrocknet wurde, besitzt gegenüber luftgetrocknetem Holz verschiedene Vorteile. Zum Beispiel wird eine mögliche vorzeitige Gefährdung durch Pilzbefall beseitigt und das Schwinden des Holzes verringert. Zudem werden gegebenenfalls im Holz vorhandene Stadien von Frischholzinsekten abgetötet. Dies gilt auch für einen möglichen Besatz von bereits im Holz vorhandenen Larven des Hausbockkäfers (Mateus 1952, Egner 1958, Moore 1978, Williams 1980, Schumacher et al. 2003, Lukowsky 2016, eigene Beobachtungen 2015, 2017, 2018). Die technische Trocknung führt außerdem zum Abtöten legebereiter Hausbockweibchen, die sich zu Beginn der Trocknung auf den dafür vorgesehenen Holzstapeln aufhalten. Auf dem Holz bereits abgelegte Eier werden ebenfalls abgetötet. Ein weiterer Vorteil ist, dass die technische Trocknung auf Holzfeuchten unterhalb von 20 Prozent das Befallsrisiko von Fichtenholz vor und während des Einbaus deutlich mindert, da derart getrocknetes. Holz im Gegensatz zu frischem Holz nur noch in geringem Umfang flüchtige, die Käfer anlockende Holzinhaltsstoffe abgibt. Die Wahrscheinlichkeit, dass mit technisch getrocknetem Fichtenholz Hausbockbefall in Objekte verschleppt wird, ist daher auch aus diesem Grund äußerst gering. 

Die vorstehenden Aussagen dürfen allerdings nicht dahin gehend falsch verstanden werden, dass technisch getrocknetes Holz durch die Art der Behandlung per se vorbeugend vor einem Hausbockbefall geschützt ist. Bei der technischen Holztrocknung wird der Nährstoffgehalt nicht so weit herabgesetzt, dass den Hausbocklarven die Nahrungsgrundlage entzogen würde (Bletchly 1966, Payne 2002). Dies ist erst bei deutlich über 100 Grad Celsius liegenden Trocknungstemperaturen zu erwarten (Behrenz & Technau 1956). Technisch getrocknetes Holz kann vielmehr dann durch Eiablagen befallen werden, wenn es unmittelbar neben bereits befallenem Holz gelagert oder verbaut wird (Abb. 27a–27c). Ferner ist es möglich, dass Larven bei unmittelbarem Kontakt von befallenem auf noch nicht befallenes Holz übergehen. Technisch getrocknetes Holz, bei dem sich – vorwiegend bei Einsatz im Freien – durch sekundäre Befeuchtung wieder eine anfällige Holzfeuchte und eine damit verbundene spezifische Anlockwirkung einstellt, ist in Gegenden mit hinreichend großen Hausbockvorkommen wieder einer erhöhten Gefahr eines Befalls ausgesetzt. Dies zeigt eine Reihe vom Autor begutachteter Schadensfälle (Abb. 28a–28c). 

Dementsprechend ist technisch getrocknetes Holz im Sinne der normierten Prüfverfahren, wie sie DIN EN 46-1 und DIN EN 46-2 für die Prüfung der Wirksamkeit vorbeugend wirkender Holzschutzmittel darstellen, eben nicht vorbeugend geschützt, da es entsprechend DIN EN 46-1 das Holz nicht vor dem Einnagen der frisch aus dem Ei geschlüpften Larven schützt und über die in der Norm vorgegebene Prüfdauer hinaus eine Entwicklung der Larven zulässt. Ferner führt die technische Trocknung zu keiner möglichen eiabtötenden Wirkung gemäß DIN EN 46-2. Aus diesem Grund sind auch mit einem thermischen Bekämpfungsverfahren, zum Beispiel mittels Heißluft oder Mikrowelle, behandelte Hölzer zumindest nach dieser Definition nicht automatisch vorbeugend vor einem erneuten Hausbockbefall geschützt (Scholles & Hinterberger 1960, Hertel 1994). 

Ein bisweilen an unter Dach verbautem technisch getrocknetem Holz festgestellter Hausbockbefall ist in statischer Hinsicht in aller Regel unbedeutend, da das Holz verarbeitungsbedingt nur in seltenen Fällen noch die für eine Larvenentwicklung günstigen rindennahen Holzzonen (Baumkanten) aufweist. Besonders für die gegenüber den älteren Larven feuchtebedürftigeren Ei- und Junglarven liegen zudem von Anfang an eher ungünstige Feuchtebedingungen vor, sodass – unabhängig von der meist geringen anfänglichen Populationsdichte – bei Betrachtung eines gesamten Larvenlebens mit einer sehr hohen Sterblichkeitsrate, einer erheblichen Entwicklungsverzögerung und damit einhergehend einem eher geringen Ausmaß an Holzzerstörungen zu rechnen ist. Der über die Jahre sehr geringe Käferschlupf reduziert zudem die Gefahr der Bildung einer weiteren Käfergeneration (eigene Beobachtungen 2011–2021).

Heutige Gefährdung durch Hausbockbefall

Die Populationsdichte des Hausbockkäfers sowie dessen Verbreitung und damit die Gefährdung durch einen Befall von Bauholz werden seit langer Zeit als stark rückläufig angesehen (Bringmann 1987, Matter 1998, Zeegers & Heijerman 2008, Lindhe et al. 2010, Lukowsky 2016, Vitali 2018). Als Ursachen für den Rückgang werden in der gesichteten Literatur folgende Gründe aufgeführt: 

  • Seit Ausgang der 1950er-Jahre verstreicht zwischen Holzeinschlag, Einschnitt, Lagerung und Einbau des Holzes eine relativ kurze Zeit, sodass ein Hausbockbefall während der Lagerung des Rund- und Schnittholzes kaum noch möglich und eine Einschleppung in Gebäude nur noch selten ist (Knigge & Schulz 1966).
  • Veränderungen bei Verwendung, Vorfertigung, Bauweisen und Feuchteverhältnissen verhindern vielfach zeitlich und konstruktionsbedingt einen Befall (Williams 1980).
  • Der Einsatz technisch getrockneten Holzes führt zu einem erheblichen Rückgang der Verschleppung vorinfizierten Holzes in Gebäude (Mateus 1952, Williams 1980, Lukowsky 2016).
  • Der Ersatz von Nadelholz durch andere Werkstoffe wie Beton, Stahl und Kunststoffe sowie die vermehrte Verwendung von Laubholz und modifiziertem Holz führen in Teilen zu einer Verdrängung und Einsparung von Nadelholz und damit unmittelbar auch zu einem Rückgang von Hausbockbefällen (Bringmann 1987, Vitali 2018).
  • Die Anwendung vorbeugend wirksamer Holzschutzmittel sowie die seit etwa den 1930er-Jahren angewandten einschlägigen Bekämpfungsverfahren (Bekämpfungsmittel, Heißluft und Begasung) (Baker & Berry 1980, Zeegers & Heijerman 2008, Lukowsky 2016).
  • Das Fehlen von Baumkanten bei vielen der heute angebotenen Holzqualitäten technisch getrockneten Holzes (Lukowsky 2016).

Alle oben aufgeführten Ursachen dürften in mehr oder weniger großem Ausmaß zu dem gegenüber früheren Jahrzehnten prognostizierten deutlichen Rückgang eines Neubefalls an Gebäuden durch den Hausbockkäfer um mindestens 90 Prozent beitragen (Lukowsky 2017). Die technische Holztrocknung hat in jüngerer Zeit wahrscheinlich einen nicht unerheblichen Beitrag dazu geleistet. Ebenso führt das allseitige Bekleiden von Holz z.B. bei Dächern oder Wänden dazu, dass es zumindest zu keinem Neubefall an derart ausgeführten Konstruktionen kommen kann. 

Die oben angeführten Gründe für den deutlichen Rückgang der Hausbockbefall-Gefahr in den vergangenen 60 bis 70 Jahren gehen bezeichnenderweise einher mit der anhaltenden Abnahme von im Siedlungsbereich des Menschen im Freien verbautem Holz mit akutem Hausbockbefall, die häufig Ausgangspunkt eines Befalls an frisch produziertem und verarbeitetem Bauholz waren. In Verbindung mit einem starken Rückgang der Zahl von Sägewerken und Holzlagerplätzen, bei denen Holz mit einem anfälligen Feuchtegehalt gelagert und verarbeitet wird.  

Der bereits erwähnte vorbeugende chemische Schutz von Hölzern hat dort einen sicheren Beitrag geleistet, wo das Holz in Befallsgebieten sachgemäß behandelt, vor Niederschlägen geschützt gelagert und verbaut sowie bei nachträglichen Rissbildungen nachbehandelt wurde. Es ist dabei ein vordringlicher Zweck einer vorbeugenden Behandlung, am Herstellungsort des Schnittholzes oder des Holzbauteils möglichst einen Befall auszuschließen. Wenn dies nicht gewährleistet werden kann, dann muss der vorbeugende Schutz hinreichend lange anhalten, um einen Wieder- oder Neubefall als Folge eines Ausschlupfs aus vorinfizierten Hölzern zu verhindern. Die für diesen Zweck nach einem normierten Prüfverfahren getesteten Holzschutzmittel (siehe oben) sind dafür uneingeschränkt geeignet.Die heute festzustellende Abnahme von Bauholzqualitäten mit Baumkanten führt bei Befall allgemein zu einer Abnahme der Schadtätigkeit bzw. des Schadensausmaßes, wobei zu berücksichtigen ist, dass der Befall nicht selten bereits bei der Rundholzlagerung, also noch vor der Verarbeitung im Sägewerk, erfolgt ist und heute durch die technische Trocknung ausgeschaltet wird. 

Die Summe der Veränderungen im Bereich der Holzwirtschaft nicht zuletzt als Folge optimierter Prozesse, fortwährender Material- und Produktentwicklungen, Normung und gesteigerter Qualitätssicherung hat dazu beigetragen, den Werkstoff Holz als veredeltes Produkt gerade im Bauwesen weiter zu etablieren und seinen Anteil daran mehr als zu erhalten. Insofern ist es folgerichtig, die in DIN 68800-1, Abschnitt 4.1.3 getroffenen Aussagen bezüglich der Gefahr und der Folgen eines Hausbockbefalls als zutreffend anzusehen, da es infolgedessen nur in sehr wenigen Ausnahmefällen zu Einschleppungen in Gebäude kommt. Diesen Aussagen zufolge ist für Bauteile aus Brettschichtholz und Brettsperrholz in den Gebrauchsklassen 1 und 2 die Gefahr eines Bauschadens durch holzzerstörende Insekten nicht zu erwarten. Bei Holz, das bei 55 und mehr Grad Celsius technisch getrocknet wurde, ist die Gefahr eines Bauschadens durch holzzerstörende Insekten als unbedeutend einzustufen. In DIN 68800-2 wird daher in Abschnitt 3 „Begriffe“ die wichtige Unterscheidung zwischen „trockenem Holzprodukt“ und „technisch getrocknetem Holz“ getroffen.

Schlussfolgerungen

Werden die vielfältigen dargelegten Voraussetzungen und Bedingungen betrachtet, unter denen Bauholz einem Hausbockbefall ausgesetzt sein kann, wird schnell klar, dass ein gewisses Grundrisiko für einen Befall nicht vollständig ausgeschlossen werden kann. Gleichzeitig ist es aber nicht so, dass überall und jederzeit die Gefahr eines Befalls lauert. Die diesbezüglich vor vielen Jahrzehnten getroffenen Feststellungen und in der Folge in Normen verankerten Maßnahmen sind in Bezug zu den Verhältnissen in der Zeit zu sehen, in der sie entstanden sind. Vieles hat sich seither verändert, sodass heutige Produktionsverfahren und Herstellungsprozesse in den Säge- und Hobelwerken und die veränderte Art der Bauweisen im modernen Holzbau eine neue Situation geschaffen haben, in der der Schutz vor dem Hausbockkäfer nicht mehr so sehr im Fokus zu stehen hat, wie dies beispielsweise in den 1950er-Jahren noch der Fall war. Mit der Verwendung von technisch getrocknetem Holz und durch die heute im modernen Holzbau üblichen Bauweisen unter Berücksichtigung der normativen Vorgaben der DIN 68800 Teil 1 und Teil 2 ist das Risiko eines Befalls durch den Hausbockkäfer und damit gleichzeitig die Gefahr eines Bauschadens im Sinne der Norm auf ein Mindestmaß reduziert oder sogar als nicht gegeben anzusehen.  Wird in einem Gebäude kein befallenes Holz verbaut, besteht in den allermeisten Fällen – holzgerechte Verwendung vorausgesetzt – auch nicht die Gefahr eines nennenswerten Hausbockbefalls. Wie oben gezeigt, bestätigen Ausnahmen die Regel.

Teil 1 und 2 unserer Serie zum Hausbockkäfer finden Sie hier:

zuletzt editiert am 04.07.2022